Prof. Klaus Schaller

Prof. Klaus Schaller

Mit einer großen Feier wurde der langjährige Direktor Prof. Dr. Klaus Schaller verabschiedet! Ein Bericht des Wiesbadener Kurier:

Altbauer“ übergibt seinen Hof , 27.03.2009 – GEISENHEIM, von Thorsten Stötzer

„GEISENHEIM. Der langjährige Direktor der Forschungsanstalt, Klaus Schaller, ist in den Ruhestand verabschiedet worden. Sein Nachfolger ist der Leiter des Instituts für Weinbau und Rebenzüchtung, Hans Reiner Schultz.

„Er hat auf unerforschtem Boden einen tiefen Eindruck hinterlassen…“ Dieser Satz, illustriert mit einer Fußspur in weicher Erde, hatte die Forschungsanstalt Geisenheim (FAG) gewählt, um ihren Direktor Klaus Schaller in den Ruhestand zu verabschieden. Tief beeindruckt wirkte auch die Hauptperson am Ende der dreistündigen akademischen Feier im Gerd-Erbslöh-Hörsaal. Schließlich hatte Schaller plötzlich nicht nur ein Ordensband um den Hals liegen, sondern saß obendrein probeweise auf einer Harley-Davidson. Eine mehrtägige Motorradreise schenkten ihm die Kollegen aus der FAG für die anbrechende Zeit als Pensionär.

„Es ist Ihnen gelungen, mich zu überraschen“, gestand der Professor in seinen Dankesworten. Ansonsten bemühte er sich nach den Lobreden um nüchterne Worte. „Ich habe das gemacht, was man an dieser Stelle verlangt und erwartet hat“, sagte Schaller über seine 37 Jahre in der Forschungsanstalt, von denen er 23 Jahre in leitender Funktion verbracht hat. Er sehe „nichts Besonderes an meinen Leistungen“, fügte er bescheiden an. „Der relativ große Rahmen entspricht nicht dem Naturell des Herrn Schaller“, hatte Hans-Reiner Schultz, der die Feier moderierte bereits bei der Begrüßung vermutet. Schultz ist vom Wissenschaftsministerium als Nachfolger Schallers bestimmt worden, er ist ab nächster Woche im Amt.

Das lange Wirken des 66-jährigen Direktors waren Schultz und anderen Weggefährten einige Überraschungen wert. Sogar Schallers hoch betagter Doktorvater Anton Amberger trat ans Mikrofon und bestätigte seinem Schützling von einst: „Sie haben mich nicht enttäuscht.“ Monika Christmann von der FAG präsentierte den „Schall(mau)er-Tafelwein“, ein internationales Rotwein-Cuvée, das der Namensgeber gleich in überdimensionalen Flaschen angedient bekam.

Den Hessischen Verdienstorden hatte Staatssekretär Gerd Krämer (CDU) vom Wissenschaftsministerium mitgebracht. Er erinnerte daran, dass der gebürtige Oberfranke seine Dissertation über „wertgebende Inhaltsstoffe“ von Kartoffelsorten verfasst hatte. „Schaller hat die Kartoffelchips erfunden“, schloss er daraus.

Die Vereinigung der ehemaligen Geisenheimer ehrte den scheidenden Direktor mit dem Professor-Müller-Thurgau-Preis 2009, bestehend aus Urkunde und Pokal, die Robert Lönarz überreichte. Außerdem erschienen alle Materialien zur akademischen Feier und einem anschließenden Kolloquium gedruckt als Band 66 der Reihe „Geisenheimer Berichte“. Gerne benutzten die Politiker in ihren Reden bildhafte Vergleiche, bei denen der angehende Pensionär als Kapitän, Steuermann und Lotse vorkam. Detlev Reymann, der neue Präsident der FH Wiesbaden hielt sich dagegen stärker an die Welt der Agrarwissenschaft. Der „Altbauer“ übergebe jetzt seinen „Schaller-Hof“ und der sei gut bestellt.“


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