Stefan Muskat (links) und Peter Böhm konnten bei der diesjährigen Lese in der Hochheimer Hölle nur wenig Trauben für das Terroir-Projekt ernten. Wegen der geringen Menge hat die Forschungsanstalt sogar kleinere Tanks für den Weinausbau angeschafft. Foto: Vollformat/Dziemballa

Stefan Muskat (links) und Peter Böhm konnten bei der diesjährigen Lese in der Hochheimer Hölle nur wenig Trauben für das Terroir-Projekt ernten. Wegen der geringen Menge hat die Forschungsanstalt sogar kleinere Tanks für den Weinausbau angeschafft. Foto: Vollformat/Dziemballa

„Dass Boden und Standort den Charakter eines Weins bestimmen, ist ein alter Hut. Dennoch haben die Weinbauverbände Rheingau und Hessische Bergstraße das Terroir-Projekt ins Leben gerufen, bei dem die Forschungsanstalt Geisenheim zusammen mit dem Weinbauamt Eltville und der Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie die Einflüsse des Terroir untersuchen. Darunter wird die „Ganzheit der Wirkungen von natürlichen Standortfaktoren und dem Einfluss des Winzers auf den Stil eines Weines“ verstanden.

Begriff „Heimat“ verworfen

Ursprünglich sei auch überlegt worden, den Begriff „Heimat“ zu verwenden, aber in ihm seien zu viele andere Bedeutungen enthalten, deshalb wurde er wieder verworfen, sagt der Bodenkundler und Projektleiter, Professor Otmar Löhnertz. Auch er räumt ein, dass es zunächst einmal eine „Binsenweisheit“ sei, dass Boden, Wasserhaushalt, Sonnenscheindauer, die Ausrichtung des Hanges und vieles andere mehr den Weincharakter bestimmen. Bevor das deutsche Weingesetz 1971 verabschiedet wurde, gab es viel mehr kleine Einzellagen, denen ein bestimmter Stil zugeordnet werden konnte.“

Wiesbadener Kurier, 27.10.2010

URL: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/rheingau/eltville/9569014.htm


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