Der Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim, Prof. Dr.Schultz (links) und der Präsident der Hochschule RheinMain, Prof. Dr. Reymann (rechts) lauschen sehr genau den Ausführungen von Frau Dipl.-Ing.  Irmela Löw (http://www.iloew.de). Die Landschaftsarchitektin aus Frankfurt  koordiniert die Baumaßnahmen aus Geldern des Konjunkturprogramms II.

Auszug aus dem Wiesbadener Kurier, 20.11.2010,  von Thorsten Stötzer:

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/rheingau/geisenheim/9643426.htm

KONZEPT Bauarbeiten im Park der Villa Monrepos beginnen bald / Beton als Werkstoff lag im Trend

Grau statt bunt erscheint heute der Wassergarten im Park der Villa Monrepos in Geisenheim. Die Becken sind undicht und manche der Solnhofer Natursteinplatten – für Experten ein klangvoller Name – liegen zerstört da. Dank eines Konjunkturprogramms soll sich das Erscheinungsbild jedoch bald bessern. Aufträge sind vergeben, noch 2010 beginnen die Bauarbeiten.

Dazu ist ein Entwicklungs- und Pflegekonzept für den gesamten Park entstanden, das die Landschaftsarchitektin Irmela Löw (Frankfurt) und ihre Mitarbeiterin Katrin Unrath in der Villa Monrepos vorstellten. Bei den ersten Maßnahmen, die nun anstehen, geht es vor allem um Verkehrssicherheit inklusive Beleuchtung und Reparaturen. Der Wassergarten wird dabei die aufwändigsten Arbeiten erfordern.

Von insgesamt 250 000 Euro, die ausgegeben werden, entfallen 210 000 Euro auf Bauvorhaben und der Rest auf Planung, Vermessung und Vorarbeiten, sagte Löw. Da aus dem Konjunkturprogramm allerdings lediglich 200 000 Euro fließen, besteht eine Finanzierungslücke, die die Forschungsanstalt als Besitzerin gerne durch Spenden schließen möchte. Verwaltungsleiter Markus Diehl berichtete, dass er konkret auf Mittel von Seiten der Fraport AG hofft.

Für dieses Geld soll bis Juli oder August 2011 der Park eine Fasson erhalten, die zeitgeschichtlichen Vorbildern entspricht. Diehl stellte aber klar, dass nicht das späte 19. Jahrhundert und damit die Ära Eduard von Lades, des Gründers der Forschungsanstalt, als Maßstab dient. Aus seiner Zeit sollen relativ wenige Elemente übernommen werden, zum Beispiel zwei Lebensbäume, die das Areal mit ihrer Symmetrie prägen.

Viel stärker sollen die Elemente zur Geltung kommen, die der Planer Gerd Däumel zwischen 1954 und 1972 im Park umsetzte. Monrepos sei ein „seltenes Beispiel der gartengeschichtlichen Epoche der 50er und 60er Jahre mit einer für die Nachkriegszeit typischen Formensprache“, erklärte Löw. Dass Beton als Werkstoff seinerzeit im Trend lag, darf sich auch weiterhin wiederspiegeln.

Auf das Design der Zeit, eine Vielfalt an Pflanzen und Materialien und Sichtbeziehungen legte Däumel einst Wert. Sein Beton war übrigens häufig bunt. Seine traditionelle Bedeutung als Lehr- und Schaugarten soll der Park behalten. Der Baumbestand sei weitgehend gesund, teilte Löw mit; er besteht aus 41 Laubbaum- und fünf Nadelbaumarten. Dazu kommen zahlreiche Sträucherarten.

Das Konzept sieht zusätzliche mittel- und langfristige Schritte vor. Sie umfassen hauptsächlich den Betongarten, aber auch eine Toranlage, eine Pergola, die Reste von Minigolfbahnen, Betonliegen und Staudenbeete. Zudem soll den Wassergarten, der jetzt im Blickpunkt steht, wieder ein Wasserspeier in Form eines Fischs zieren. Zeit- und Kostenrahmen halten die Verantwortlichen allerdings für schwierig einzuschätzen.“


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