Professor Bernd Lindemann informierte über den Studiengang Getränketechnologie. Foto: RMB/Margielsky

Professor Bernd Lindemann informierte über den Studiengang Getränketechnologie. Foto: RMB/Margielsky

Wiesbadener Kurier, 08.04.2011, von Thorsten Stötzer

http://www.wiesbadener-kurier.de/region/rheingau/geisenheim/10496654.htm

Auszug:

„Interesse von anderer Rheinseite an Geisenheim ungebrochen

Das sechste Semester im Fach Maschinenbau hat Martin Köhler bereits erreicht. Doch zufrieden ist er nicht mit seiner Studienwahl: „Zu trocken, zu theoretisch, zu viel Mathe“ – so fasst er seine Erfahrungen zusammen. Deshalb steht er nun im Foyer vor der Mensa auf dem Campus Geisenheim und hält ein Bündel Faltblätter in der Hand. Über den Gartenbau will er sich beim Studieninformationstag erkundigen.

Bislang zählt er das Gärtnern zu seinen Hobbys, bald könnte für den 23-Jährigen aus Weilburg eine wissenschaftliche Herausforderung daraus werden. „Mir hat hier bis jetzt alles gut gefallen“, erklärt Köhler. Es sei alles „klein und schön“, auch Geisenheim schneidet bei ihm gut ab im Vergleich zu seinem aktuellen Studienort Gießen. Dann bricht er auf zu einer Führung über das Campus-Gelände.

Vorträge, Schnupper-Vorlesungen, Einblicke in die Praxis und Einzelberatung zählen weiterhin zum Konzept des Studieninformationstages, den der Geisenheimer Zweig der heutigen Hochschule RheinMain seit über einem Jahrzehnt etabliert hat. Rund 150 Interessierte nutzen diesmal das Angebot, was ein hoher Wert ist, wie Martin Bahmann vom Fachgebiet Gartenbau berichtet. Die Besucher kommen hauptsächlich aus beruflichen Schulen sowie Gymnasien.

(…)

Neben allgemeinen Erläuterungen setzt er dabei auf das individuelle Gespräch: „Dafür nehmen wir uns den ganzen Tag Zeit.“ In Geisenheim gebe es keine „graue Masse von Professoren, die unnahbar sind“, sagt Randolf Kauer über seine Kollegen, ehe er mit Hans Reiner Schultz, Direktor der Forschungsanstalt, den „allgemeinen und ökologischen Weinbau“ nahe bringt.

Persönliche Kontakte haben auch einen 25-Jährigen nach Geisenheim geführt; aus Rücksicht auf das Verhältnis zu seinem Arbeitgeber möchte er seinen Namen nicht nennen. „Wenn ich studiere, dann hier“, versichert der Südhesse. In der Getränketechnologie kennt er den Diplom-Ingenieur Arne Sperl, mit dem er früher beruflich zusammen gearbeitet hat. Für Wechsel zwischen Wirtschaft und Forschung gibt es also gute Beispiele vor Ort. Wie viele andere an diesem Tag lobt er die Rahmenbedingungen: „Es wirkt alles wesentlich persönlicher als an einer großen Universität.“

Nachlassende Resonanz wegen des neuen Weinbau-Studiengangs in Rheinland-Pfalz spüren die Geisenheimer laut Aussage ihres Campus-Managers Robert Lönarz übrigens nicht. Es komme zwar die Frage nach Neustadt auf, bisher sei aber kein Einfluss bei den potenziellen Studienanfängern zu registrieren: „Das Interesse von rheinland-pfälzischen Studierenden ist ungebrochen.“


Keine Kommentare möglich.