Freuen sich über den Erfolg der Campunade: Stephanie Freund, Martina Weindl, Michael Ludwig, Robert Lönarz (von links). Foto: RMB/Heinz Margielsky

Freuen sich über den Erfolg der Campunade: Stephanie Freund, Martina Weindl, Michael Ludwig, Robert Lönarz (von links). Foto: RMB/Heinz Margielsky

Ein Beitrag im Wiesbadener Kurier vom 19.5.2011 von Marianne Kreikenbom:

“ (…) Bis ins „ZeitMagazin“ hat es die Geisenheimer Campunade kurz nach ihrer Premiere im Sommer 2010 gebracht. Unter der Rubrik „Entdeckungen der Woche“ war dort im vergangenen September zu lesen, dass Studenten der Getränketechnologie die „superfruchtige Limo“ erfunden hätten und: „Wird in Mensen ausgeschenkt. Studieren lohnt sich also doch.“ Knapp, aber herzlich.

Dass sich Studieren in Geisenheim lohnt, stimmt mit und ohne Campunade (besser natürlich „mit“). Hier sind Praktiker gefragt, die gern tüfteln und über gute Geschmacksnerven verfügen. Welche Beere passt zu welcher Beere – das ist hier die Frage.

Von der Campunade – „Campu“ wie Campus und „nade“ wie Limonade – gibt es inzwischen zwei Sorten: „red“ mit dem natürlichen Fruchtaroma von Himbeere, Johannisbeere, Heidelbeere und Blaubeere und „gold“ mit dem vollen Pfirsichgeschmack. Beide ohne Zuckerzusatz und gesund. Nicht repräsentativen Umfragen zufolge schmecke Männer die Campunade „gold“ übrigens besser als die rote, und böse Zungen behaupten, das liege daran, dass Flasche und Farbe des Getränkes an Becks Bier erinnerten.

Erste Versuche innovativer Studenten in Richtung Campunade reichen bis ins Jahr 2001 zurück, berichtet Michael Ludwig, Getränketechnologe mit Diplom und Betriebsleiter des Verarbeitungsbetriebes der Forschungsanstalt Geisenheim. Im Getränketechnologischen Zentrum (GTZ) sollte – ursprünglich für Forschungszwecke – ein besonders gesunder roter Mehrfruchtsaft ohne Zuckerzusatz entwickelt werden.

Michael Ludwig, der Getränketechnologe Jan Ruzycki (Hochschule Rhein-Main) und Studierende machten sich gemeinsam ans Werk. Das Ergebnis war ein so wohlschmeckender Saft, dass die Erfindung der Campus-Limonade auf dem Fuße folgte. Auch Forschen lohnt sich also. Die Campunade ist eine gelungene Verbindung aus mehreren Fruchtsäften und Gerstenmalz als Ballaststoff nebst Wasser und zugesetzter Kohlensäure. Sie kommt – wie schon erwähnt – ganz ohne den Zusatz von Zucker aus und schmeckt hervorragend. Nach der Campunade rot und gold fehlt nur noch „schwarz“ fürs Deutschland-Trio aus Geisenheim. Stephanie Freund, Studentin der Getränketechnologie im sechsten Semester beschäftigt sich bereits damit. Die Campunade „dunkel“ ist Thema ihrer Bachelor-Abschlussarbeit, betreut von Michael Ludwig.

(…) Die seit 1872 bestehende und zum Campus Geisenheim gehörende Forschungsanstalt Geisenheim verfügt nicht nur über ein Weingut, sondern auch über eigene Landwirtschaftsflächen für den Gemüse- und Obstbau. Ihr Forschungsspektrum umfasst die Bereiche Weinbau, Oenologie, Getränketechnologie und Gartenbau. Schwerpunkt ist die angewandte Forschung. Die Forschungsarbeiten haben ein hohes Niveau, werden mit internationalen Partnern durchgeführt und sind denen, die an universitären Einrichtungen erbracht werden, durchaus vergleichbar. Ein Beweis dafür sind derzeit rund 50 Doktoranden, die in den Fachgebieten der Forschungsanstalt Geisenheim betreut werden.


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