Foto: Andreas Baldauf

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Das ORGA-Team freut sich über den Ablauf und die hohe Qualität des ersten deutschen VinoCamps! Über 100 Teilnehmer waren auf dem Campus Geisenheimer und bereits 2012 kommt die Veranstaltung zurück ….

„Social Networking im Internet ist nichts Irreales“, betont der Wein-Experte aus Rheinhessen. „Es gibt keinen Ersatz für den tiefen Blick in die Augen und noch läuft aus dem Rechner kein Wein“, hält er fest. 2012 soll es in diesem Sinn ein zweites deutsches Vino-Camp an gleicher Stelle geben, denn „Geisenheim und Wein gehören zusammen“. – Dirk Würtz

Ein Beitrag im Wiesbadener Tagblatt vom 20.6.2011:

„WEIN Initiatoren mit erstem deutschen Vino-Camp zufrieden / Gelöste Strukturen

(tst). Die Zentrale des Vino-Camps auf dem Campus Geisenheim ist unscheinbar. Zwei weiße Stellwände mit aufgemaltem Tagesschema und ein paar gelben Haftzetteln genügen. Das ist nicht viel für eine zweitägige Veranstaltung, die ihre deutschlandweite Premiere erlebt und zugleich programmatisch. Schließlich sollen die Weinfreunde alle selbst mitwirken und den Ablauf entwickeln.

„Wir haben das Nixtun organisiert – was gar nicht so einfach ist“ und obendrein sehr spannend, erklärt Thomas Lippert, einer der Initiatoren. „Jedem steht es frei, etwas zu zeigen“, sagt der Kellermeister aus Heidelberg, den andere den „Urvater der Winzer-Blogger“ betiteln, über das Vino-Camp.

Der Austausch im Web 2.0 hat die Anti-Konferenz mit den freien Strukturen angeregt und die Kontakte geschaffen.

Mit diesem Komplex befasst sich im Alltag auch Gergely Szolnoki, ein Geisenheimer Dozent, der Unternehmer in einem Projekt befragt, um festzustellen, ob Präsenz im Web 2.0 messbare Erfolge nach sich zieht. Die Themen in den „Sessions“ drehen sich aber nur zum kleinen Teil um IT. Spontangärung, Frostschäden im Wingert, Anforderungen an Messwein oder Sherry-Erzeugung stehen ebenso zur Diskussion.

„Im Prinzip kann jemand mit einer Idee in den Raum hineingehen und mit einer Firma wieder herausgehen“, meint Lippert. Mit ihrem Buch über Wein-Einkauf in Supermärkten und Discountern untermauert die Autorin Cordula Eich ihr Referat. Sogar die Deutsche Weinkönigin Mandy Großgarten nimmt teil und übernachtet in der „Ahr-WG“ in Geisenheim, benannt nach ihrem Heimat-Anbaugebiet.

Die Eingeweihten bezeichnen den Veranstaltungstyp als Bar-Camp. Mit 110 Angemeldeten ist die Erstauflage gleich überbucht. Winzer sind genauso dabei wie Händler oder die Vertreter von Fachverbänden und PR-Agenturen. Dass sich die Leute körperlich gegenüber stehen, statt online zu kommunizieren, ist für den bekannten Wein-Blogger Dirk Würtz, einen weiteren Inspirator des Vino-Camps, nicht altmodisch.

„Social Networking im Internet ist nichts Irreales“, betont der Wein-Experte aus Rheinhessen. „Es gibt keinen Ersatz für den tiefen Blick in die Augen und noch läuft aus dem Rechner kein Wein“, hält er fest. 2012 soll es in diesem Sinn ein zweites deutsches Vino-Camp an gleicher Stelle geben, denn „Geisenheim und Wein gehören zusammen“.

Dekan Otmar Löhnertz spricht sofort eine erneute Einladung aus. Die Haupt-Akteure kultivieren bereits Wachstumspläne. „Die Franzosen sind uns zwei Jahre voraus“, erläutert Lippert. Würtz setzt auf regionale Folgeprojekte und will die Vino-Camps langfristig für die Konsumenten öffnen: „Wein findet oft im Elfenbeinturm statt, das macht mich wahnsinnig.““


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