Auszug aus dem Wiesbadener Tagblatt von Bernd Minges:

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/rheingau/geisenheim/10862452.htm

„Es sei nur „ein erster Baustein“ und betreffe insbesondere die Verkehrssicherheit von Wegen und Anlagen, sagte der Direktor der Forschungsanstalt, Hans R. Schultz, den Gästen im Park der Villa Monrepos. In der Einladung war von der „Wiedereröffnung des sanierten Parks Monrepos“die Rede. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zunächst einmal sind für 250 000 Euro (200 000 Euro aus dem Konjunkurpaket II, jeweils 25 000 Euro von Fraport und vom Land Hessen) der Platz an der Sitzmauer, der Wassergarten, der Betongarten und der Platz an der großen Pergola saniert worden.

Das Frankfurter Landschaftsarchitektenbüro Löw hat für die 2,5 Hektar große Parkanlage ein Entwicklungs- und Pflegekonzept erarbeitet. Dabei geht es nicht darum, den ursprünglichen Zustand des von Eduard von Lades angelegten Parks wieder herzustellen. Denn das Gelände wurde 1951 bis 1954 eingeebnet und größtenteils gerodet. Dennoch gilt es als herausragendes Gartendenkmal in Europa. Die jüngste Entwicklungsgeschichte des Parks ist von der „Däumel- und Betonphase“ geprägt. Professor Gerd Däumel gestaltete die Anlage in den 1950er und 1960er Jahren neu, indem er die früheren landschaftlichen Grundstrukturen aufgriff, darüber hinaus, typisch für die Zeit, viele Beton- und Natursteinelemente einsetzte. Das denkmalpflegerische Konzept orientiert sich an der „Däumelphase“, weil sie als seltenes Zeugnis der Gartenkunst dieser Zeit gilt und weil die Formensprache, viele Ausstattungselemente und Gehölze noch erhalten seien. Es sei äußerst schwierig gewesen, so Landschaftsarchitektin Irmela Löw beim Rundgang, das Originalmaterial, zum Beispiel Platten aus Säulenhofer Schiefer am Wasserbecken, wieder aufzutreiben.

Erhalten werden sollen auch die Bäume, die noch aus der Entstehungszeit des Parks stammen, erläuterte Zierpflanzen-Experte Volker Behrens. Dazu gehören zwei Lebensbäume, drei Platanen, eine Zeder und ein Mammutbaum. Sie wurden auch vom chilenischen Botschafter Jorge O‘Schütz besichtigt, der an diesem Tag in Geisenheim weilte, um über eine Weinbau-Zusammenarbeit der Forschungsanstalt mit Chile zu sprechen. An den Gesprächen nahm auch Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch (CDU) teil.

Dass Irene Bauernfeind-Rossmann, Abteilungsleiterin für Hochschulbau im hessischen Wissenschaftsministerium, den Park von Monrepos als „absolutes Highlight“ rühmte, hörten alle Beteiligten gerne. Doch es wäre auch zu wünschen, dass Forschungsanstalt und Hochschule RheinMain für ihre Dienstleistung, nämlich Unterhalt und Pflege des Parks, auch finanziell besser unterstützt würden, sagte Hochschul-Präsident Deltlev Reymann. Schließlich sei es ein öffentlicher Park. Eduard von Lade hatte verfügt, dass die Anlage immer zugänglich sein muss. Es sei vielen Geisenheimern gar nicht bewusst, welches Kleinod hinter der Villa verborgen sei, meinte Bürgermeister Frank Kilian.

Die gesamten Parkflächen der Forschungsanstalt, darunter auch die Anlage rund um das Verwaltungsgebäude, werden von drei Personen gepflegt und aus dem laufenden Etat der Forschungsanstalt finanziert. Zu Zeiten von Lades waren 20 Gärtner damit beschäftigt. Experten fordern schon seit langen ein Parkpflegekonzept für Monrepos.“


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