Ein Beitrag von Jelena Pecic, Wiesbadener Tagblatt

„Die Studenten bearbeiten die von der Forschungsanstalt Geisenheim gestellten Weinberge und produzieren eigenen Wein. Sie destillieren selbst und führen eigene Analysen im Labor durch.

Eigene Ideen einbringen

Eine Aufgabe kann die Produktion eines Prämiumprodukts „Spätburgunder“ sein, erzählt Löhnertz, und erklärt gleichzeitig, dass die Studenten ihre eigenen Ideen und Entscheidungen einbringen müssen – wobei ihnen viel Freiraum gelassen werde. Auch die Bachelorarbeiten behandeln angewandte Themen wie Messungen von klimarelevanten Gasen, neue Methoden zur Regulierung des Wasserhaushaltes, Enzymaktivitäten im Boden und mehr.

Alleinstellungsmerkmal der Geisenheimer ist der Bereich Öko-Weinbau: Weltweit ist die HSRM die einzige Hochschule, die speziell in diesem Bereich lehrt, forscht und einen Lehrstuhl eingerichtet hat. Die Studenten lernen Verfahren des Weinbaus, die den Vorgaben von ökologischen Verbänden entsprechen und später mit einem Ökosiegel ausgezeichnet werden können. „Wir wollen niemanden bekehren, wir stellen nur gegenüber, mit allen Vor- und Nachteilen“, erläutert Löhnertz. Für Kauer ist dies für die Zukunft der Studenten Pflicht, denn für immer mehr Betriebe wird ökologischer Wein zur Option.

Gute Berufschancen

Was die Berufschancen betrifft, sind die Aussichten laut Löhnertz gut. Er spricht von einem Strukturwandel in den Betrieben: Weiningenieure sind gefragt, auch im Ausland, sei es bei der Produktion, Vermarktung, Zulieferung oder Kellerwirtschaft. Kaum einer der Geisenheimer Studenten bleibt ohne Job und Löhnertz betont stolz: „Unsere Absolventen gehören in der Regel zur Top-Liga.“

Um dieses Niveau zu halten, scheuen die Geisenheimer keine Kosten: In einer Veranstaltung zur Sensorik probieren Studenten viele internationale Weine, für welche die Hochschule jedes Semester mehrere Tausend Euro ausgibt. „Die Studenten müssen die besten Weine kennen, um vorne mitspielen zu können.“ Was nach Genuss und Spaß klingt, wird aber genauso abgeprüft wie alles andere.

Doppelter Abschluss

Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, einen doppelten Abschluss in Deutschland und Italien zu machen. So können die Studenten in Trento oder Udine ein Drittel ihres Bachelors verbringen und 60 von insgesamt 180 Creditpoints erwerben – und umgekehrt, weshalb regelmäßig sechs bis sieben italienische Studenten in Geisenheim sind. Dies bringt neue Ideen und ein anderes Selbstverständnis mit sich und fördert nebenbei die Sprachkenntnisse, die ohnehin zentral sind: Neben Englisch und Französisch sollten die Studenten auch in Italienisch oder Spanisch fit sein. (…)“

Weiterlesen  und Video anschauen:

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/hochschulen/uni-leben/11035235.htm

 


Keine Kommentare möglich.