Anything but Chardonnay?

Mit diesem Phänomen, das sich in den 90er Jahren vor allem aufgrund der Eintönigkeit des Chardonnay entwickelt hatte, starteten wir die Vortragsreihe des Projekts Internationale Produktprofile.

In den darauf folgenden 25 Minuten wurde eine der populärsten Rebsorten der Welt im Bezug auf Herkunft, Verbreitung und Anbauweisen von uns präsentiert. Da wir im Voraus einen Store Check durchgeführt hatten, war es uns möglich außerdem die aktuelle Marktsituation des Chardonnay zu bewerten.

Bei der anschließenden Blind-Verkostung wurden Weine innerhalb einer Preisspanne von 2,29€ bis 88€ verkostet. Die Weine, sowie die Reihenfolge der Verkostung, durfte hierbei von uns selbst festgelegt werden. Da die Chardonnay-Weine paarweise verkostet wurden, beschlossen wir sie aus klimatisch vergleichbaren Bedingungen gegeneinander antreten zu lassen. So hatten wir zum Beispiel bereits in der ersten Runde einen wahren Kampf der Giganten, als der 2009er Gallo aus dem sonnenverwöhnten Kalifornien gegen den 2010er Penfolds aus dem nicht minder heißen Australien antrat.

Verkostungsweine:

1. 2009 Chardonnay Gallo Family Estate aus Kalifornien – 4,99€

2. 2010 Koonunga Hill Chardonnay Penfolds aus Australien – 8,99€

3. 2010 Chardonnay Grand Sud aus Frankreich – 2,99€

4. 2009 Chardonnay Aurvin Estate aus Moldawien – 7,95€

5. 2010 Chardonnay Conti di Colloredo aus Italien – 4,95€

6. 2010 Riesling Classic Villa Monrepos aus dem Rheingau – 6,80€ (Standardwein)

7. 2009 Chardonnay Chablis la Pierrelée aus dem Burgund – 11,95€

8. 2008 Chardonnay Private Reserve Beringer aus Kalifornien – 35,10€

9. 2010 Charddonay Markus Schneider aus der Pfalz – 8,39€

10. 2009 Chardonnay Gloria Kollwentz aus Österreich – 40,20€

11. 2009 Chardonnay Joseph Drouhin Corton Charlemagne aus dem Burgund – 88,00€

12. 2010 Ambrosia Chardonnay Aloisiushof aus der Pfalz – 16,00€

Nach Abschluss der sechs Verkostungsrunden, bei denen sich zeigte, dass der Kurs bei einem Großteil der Weine gleicher Ansicht war, konnten schließlich drei Favoriten ausfindig gemacht werden.

Auf Platz 3 landete der 2010er Chardonnay von Markus Schneider aus der Pfalz für 8,39€. Der Wein, der durchschnittlich mit 3,4 DLG-Punkten bewertet wurde, lebt vor allem von seinen heimischen Früchten, wie reifer Apfel, Birne und Aprikose und seiner würzigen und nussigen Noten. Wobei auch tropische Aromen von Maracuja zu finden waren. Als hervorragend wurde auch die Harmonie von Süße und Säure bewertet.

Platz 2 sicherte sich ebenfalls ein Wein aus der Pfalz: Ambrosia 2010 vom Aloisiushof für 16,00€ mit 3,7 Punkten. Interessanterweise entspricht das Geschmacksprofil dieses Weines beinahe dem des Drittplatzierten. Auch bei diesem Wein fanden sich vor allem sehr fruchtige Aromen wie reifer Apfel, Birne und Aprikose. Des weiteren fanden sich Honig- und Pfeffernoten, die den nicht wirklich typischen Chardonnay hervorragend ergänzten.

Platz 1 der Verkostung ging mit 3,9 DLG-Punkten an den 2008er Chardonnay Private Reserve von Beringer aus Kalifornien. Dieser Chardonnay konnte vor allem durch seine rauchigen, karamellisierten und biologischen Aromen überzeugen, welche sich im Zusammenspiel mit den würzigen und nussigen, sowie den tropischen und heimischen Fruchtnoten wunderbar ergänzen. Auch wenn sich dieser Wein im Geschmacksprofil deutlich von den beiden letztgenannten Weinen unterscheidet, waren beinahe alle Kursteilnehmer von seiner Komplexität und seinem Körper begeistert.

Bei unseren drei französischen Weinen handelte es sich um den 2008er Corton Charlemagne von Joseph Drouhin, dem Grand Sud 2010 und dem 2009er Chablis La Pierrelée. Da eine Kooperation mit der Verastalltung Projekt Frankreich besteht, haben wir in den folgeden Abschnitten die französischen Weine noch einmal separat ausgewertet.

Der  2009er Chablis La Pierrelée aus dem Burgund für 11,95€ konnte vor allem aufgrund seines unharmonischen Süße-Säure-Verhältnisses mit einer DLG-Punktzahl von 2,5 nur in geringem Maß überzeugen somit hier für Platz 3.

Für die meisten völlig überraschend sicherte sich der 2010er Grand Sud mit 3,1 Punkten den zweiten Platz. Besonders hervorstechend waren hierbei seine starken Fruchtaromen, die an Birne, Apfel aber auch tropische Früchte erinnern, untermalt von einer leicht floralen Note.

Sieger bei den französischen Chardonnay wurde mit einer Bewertung von 3,4 der 2008er Corton Charlemagne von Joseph Drouhin aus dem Burgund. Wie bereits beim Siegerwein der Verkostung, hob sich dieser Chardonnay vor allem durch seine rauchigen und biologischen Aromen von seinen beiden Konkurrenten ab.

Als Fazit dieses ersten gemeinsamen Nachmittags können wir ziehen, dass der Chardonnay oftmals zu unrecht verurteilt wird. Besonders auffallend ist, dass die beiden deutschen Weine mit ihrem sehr ähnlichen Geschmacksprofil der internationalen Konkurrenz durchaus standhalten können, wobei der Chardonnay von Markus Schneider zusätzlich als absoluter Preis-Leistungs-Sieger aus der Verkostung hervorging.

Verkostungs Auswertung:


Geschmacksprofil unserer Top 3

Wein 1: 2008er Chardonnay Private Reserve von  Beringer

Wein 2: 2010er Ambrosia vom Aloisiushof

Wein 3: 2010er Chardonnay von Markus Schneider

Top 3

2008 Chardonnay                            2010 Chardonnay                            2010 Chardonnay                                                
Private Reserve                               Aloisiushof                                         Markus Schneider

Beringer                                            Ambrosia

Kalifornien/NapaValley                   Deutschland /Pfalz                               Pfalz

15,00 % Vol.                                     13,5% Vol.                                              12,5 % Vol.

35,10 €/Fl.                                         16,00 €/Fl.                                               8,39 €/Fl.


                                                                              

Geschmacksprofil der französischen Wein

Wein 1: 2008er Corton Charlemagne von Joseph Drouhin

Wein 2: 2010er Grand Sud

Wein 3: 2009er Chablis La Pierrelée


Ihr Team Chardonnay:

Nicolas Pfaff, Evelyn Pabst, Marie-Luise Bächle, Milo Schmiessek

Code scannen und ab dafür:

zp8497586rq

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