13.02.2012 – GEISENHEIM, von Thorsten Stötzer, Wiesbadener Kurier

„Sie sind Geisenheimer, das ist ein Vorteil“, rief Campus-Manager Robert Lönarz in seiner Funktion als Vorsitzender der 2 500 Mitglieder starken Alumni-Organisation den 96 neuen Absolventen zu, die er nun Kollegen nennen dürfe. Bei deren Abschlussfeier im übervollen Gerd-Erbslöh-Saal machte ebenso Dekan Otmar Löhnertz Mut für die Zukunft – den Jungakademikern wie allen am „Standort“.

„Gut aufgestellt“

„Gut aufgestellt“ sei die künftige „Hochschule neuen Typs“. „Die Marke Geisenheim wird durch die Entwicklung weiter gestärkt werden“, sagte Löhnertz im Hinblick auf die neue Eigenständigkeit ab dem Jahr 2013. Gleichwohl handele es sich beim Aufbau der Hochschule um ein „ambitioniertes Verfahren“. Lönarz berichtete anschließend von sehr konstruktiver Arbeit in den Gremien.

In der Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses erkennt der Dekan eine neue Herausforderung. Durch die schon gegebene Kooperation von Hochschule und Forschungsanstalt sei aber Erfahrung vorhanden. Auch Lönarz erinnerte an die „Synergie von Forschung und Lehre“ in Geisenheim. Löhnertz erklärte, dass er außerdem keine Verschlechterung der finanziellen Ausstattung erwarte.

Dabei lobte er das Engagement des Landes, das sich zu Geisenheim bekannt habe. Löhnertz erwähnte den Planungsauftrag für ein neues Getränkezentrum, das einen zweistelligen Millionenbetrag kosten werde und in zwei Jahren fertiggestellt sein könnte. Noch etwas war dem Dekan sehr wichtig: Der Entschluss zur Eigenständigkeit „sei keine Entscheidung gegen Wiesbaden oder die Hochschule RheinMain“. Deren Präsident Detlev Reymann, ein Skeptiker der Beschlüsse, verzichtete auf eine Gegenargumentation. Er wollte sich lieber auf die Absolventen beziehen, die anschließend ihre Bachelor, Diplom- und Master-Urkunden erhielten. Seinen Herder-Zitaten zur Bildungseuphorie folgte eine Ansprache des Forschungsanstalt-Direktors Hans-Reiner Schultz, der ebenso die hochschulpolitische Lage in Geisenheim nicht thematisierte.

Lönarz sprach dagegen in der Feier von 40 Jahren Gemeinsamkeit mit der heutigen Hochschule RheinMain. Er hoffe auf ein „neues positives Miteinander“ der Institutionen, beteuerte er seinen Zuhörern. Der Slogan „Zukunft wächst“ dürfte auf dem Geisenheimer Campus nun auch verstärkt auf die „Hochschule neuen Typs“ bezogen werden, deren Einzigartigkeit hervorgehoben wurde.

Honorarprofessur

Die Hochschule nutzte die Veranstaltung weiterhin, um Karl Schockert eine Honorarprofessur zu verleihen. Der Gartenbau-Experte aus dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Neustadt übernimmt seit 15 Jahren Lehraufträge in Geisenheim. Die Honorarprofessur sei eine „würdige Anerkennung“, sagte der 62-Jährige, der 1973 selbst zu den Absolventen in Geisenheim gehörte.


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