Je Intensiver die Farbe, desto attraktiver. Zumindest kann das von den am 26.01 verkosteten Weinen behauptet werden.

 

Angenehme Musik, lockere Stimmung bei Kerzenschein und einer geheimnisvoll und relaxt beleuchteten Lounge. Besser hätte die Atmosphäre für die Verkostung zum Thema „Wie sexy ist Bordeaux im Dunkeln?“ kaum sein können. Besucher und Studenten zeigten sich begeistert und konnten so das Wesentliche: die Verkostung – noch einmal mehr genießen. Zwischen angeregten Unterhaltungen zu Erwartungen und den Weinen im Glas konnten unter Verwendung des Geisenheimer Verkostungsschemas, das eigens für Endverbraucher entwickelt wurde, interessante Erkenntnisse gewonnen und der Siegerwein gekürt werden.

Waren sich die Verkoster bei der Siegerauswahl recht einig, so konnte doch im Mittelfeld ein starker Kampf um die Ränge festgestellt werden. Als Vergleichsskala der Gesamtpräferenz wurde die 5-Punkte-DLG-Skala herangezogen.

Klarer Sieger – mit einem durchschnittlichen DLG-Wert von 4,0 – wurde der 2005er Chateaux Léoville Poyferré. Somit ging die Goldmedaille auch zugleich an den teuersten unter den Wettbewerbern (132 €). Dicht auf den Fersen, und zum Erstaunen der Verkoster weit weniger preisinsteniv (47 €), war ihm der Clos de Marquis aus dem Jahr 2004, der den stark rauchigen Tabak-, Kaffee- und Brettönen des Siegers zart schmelzende Tannine und Bitterschokolade, sowie Pflaumenmus- und Brombeernoten entgegensetzte.

Etwas weiter abgeschlagen, aber trotzdem noch marmeladig und schokoladig in Nase und Mund, überzeugte der La Croix Lartigue. Auch aus dem Jahre 2005, aber sehr moderat im Preis (11,80 €), rangiert er zusammen mit dem Zweitplatzierten eindeutig im Bereich des Preis-Leistungs-Siegers.

Was aber hob diese drei von der Masse ab?

Vor allem Farbe, Aroma und Körper des Weines waren hier die ausschlaggebenden Faktoren. Der Sexappeal eines Bordeaux steigt als offensichtlich je dunkler bzw. stärker Farbton, Geruch und Körper sich präsentieren. Fülle scheint dabei gerade die Aromakomponenten zu dominieren, denn dezent oder neutral wurden die Gewinner jedenfalls kaum bewertet. Hauptsächlich dunkle Früchte (z.B: Cassis, Schwarzkirsche, Brombeere), rauchige und würzige Töne, sowie Karamell, Vanille und ebenso Holznoten dominierten die Produktprofile.

Im Endeffekt konnten also nicht nur Verbrauchervorlieben, Produktprofile und die Siegerweine ermittelt werden, sondern auch die über allem schwebende Frage konnte endlich beantwortet werden:

Bordeaux ist also im Dunkeln besonders anziehend. Aber nicht nur! Auch tiefroter Bordeaux selbst –  dabei gilt: Je dunkler, je lieber! –  wirkt bei jeglicher Helligkeitsstufe eine starke Anziehung auf den Verkoster und Weingenießer aus.

Die Gewinner der Verkostung werden in kürze bekannt gegeben.

Susanne Knothe

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