Temperamentvoll, Kraftvoll, Feurig

Über südländische Rotweine kann man viel schreiben und noch mehr beschreiben. Die Auswahl scheint grenzenlos. Es werben populäre Rebsorten mit autochthonen Rebsorten um die Gunst der Weintrinker und Genießer. Zur Verkostung wurden Primitivo/ Zinfandel, Tempranillo, Nebbiolo und Sangiovese auserkoren. Als Abschluss wurden noch drei Cuvées verkostet.

Primitivo/Zinfandel:
Diese Rebsorte wird überwiegend in Apulien und Kalifornien angebaut. In Italien heißt sie Primitivo, in den USA Zinfandel. Mit über 20,000 ha ist sie eine der bedeutendsten Rebsorten in den USA. Hierbei entkleidet sie sich langsam in den USA, wie auch in Italien, von ihrem Massenweinimage zu einem echten Qualitätswein. Dabei ist sie durchaus nicht einfach zu handhaben, da sich beim Lesezeitpunkt durchaus oft grüne Beeren in den reifen Trauben verstecken. Dies erfordert für einen Qualitätswein Handlese. Mit ihrem beerig-fruchtigen Aroma, welches meist von Zimt, Nelke und schwarzem Pfeffer bekleidet wird, ist sie ein perfekter Begleiter eines Abends mit Freunden. Der Primitivo ist ein Wein den man relativ jung genießen sollte. Nach ein paar Jahren Lagerung verliert er viel von seiner Frucht.

Tempranillo:
Eine Rebsorte ohne genaue Herkunft. Es wird besagt, dass sie von Mönchen aus dem Burgund nach Spanien kam. Heute ist sie in ganz Spanien zu finden, aber hauptsächlich in den Anbaugebieten Rioja, Ribera del Duero, La Mancha und Navarra. Tempranillo ist eine kleinbeerige und früh reifende Sorte. Ihre dicken Beerenhäute beinhalten viele Gerbstoffe, weshalb sie besonders für die Erzeugung von dunklen und langlebigen Weinen geeignet ist. Im Barriqueausbau kommt ihre Stärke erst voll zur Geltung. Hierbei entwickelt sie Aromen, die an Johannisbeeren, Kirschen, Pflaumen und Trockenfrüchten bis hin zu Tabak, Leder und Gewürze erinnern. Tempranillo kommt auf eine Anbaufläche in Spanien von über 120,000 ha.

Nebbiolo:
Die Rebsorte aus dem Piemont oder „Der vom Nebel lebt“. Ihren Beinamen hat sie nicht umsonst, da sie eine sehr spätreifende Rebsorte ist und beim Lesezeitpunkt schon Nebelschwaden durch die Täler des Piemont ziehen. Die Mischung aus steilen Hängen, nicht allzu warmen Klima und Kalkböden ist genau das, was diese anspruchsvolle Rebsorte verlangt. Dies ist der Grund, warum sie von knapp 6000 ha weltweit mit über 5200 ha im Piemont angebaut wird. Dort reift sie zu einem säurestarken und tanninreichen Wein, der in jungen Jahren ein dezentes Veilchenaroma erkennen lässt, jedoch noch viele Ecken und Kanten besitzt. Erst Zeit bringt einen runden, kraftvollen Wein mit vielfältigen Aromen nach Kirschen, Backpflaumen und Beeren bis hin zu Leder, Tabak und Bitterschokolade. Die berühmtesten, reinsortigen Nebbiolos kommen aus Barolo, Barbaresco, Alba und Roero.

Sangiovese:
Oder nach dem Namensursprung Sanguis Jovis, „Blut Jupiters“. Heute ist Sangiovese eine der wichtigsten Rebsorten Italiens und die TOP 13 weltweit. Sie leidet unter stark steigender Nachfrage, da Preis und Qualität nicht die gleiche Richtung einschlagen. Die Rebsorte hat viele Gesichter. Sie ist in den Super Tuscans Hauptbestandteil und mit min. 80% im Chianti vertreten. Sangiovese liefert normalerweise einen trockenen, leicht tanninhaltigen Wein mit Blumen- und Kirscharomen und einer leichten Bitternote. Im hochreifen Zustand entwickelt die Sorte zudem eine Würze und Pflaumenaromen. Nach einem Fassausbau können rauchige und schokoladene Reflexe dazukommen.

Die Verkostungsliste:

Bei der Verkostung widmeten wir uns folgenden Weinen:

1.2009 Primitivo del Salento, von Cantine due Palme, Italien/ Apulien – Fachhandel 7,90€
2.2009 Dornfelder, von Langguth Erben, Deutschland/ Pfalz – LEH 4,99€
3.2006 Old Vine Zinfandel, von Brazin, USA/ Kalifornien – Fachhandel 16,90€
4.2008 Tempranillo Crianza, von Dinastia Vivanco, Spanien/ Rioja – Kaufhaus 12,49€
5.2004 Tempranillo Gran Reserva, von Marqués de Murrieta, Spanien/ Ribera del Duero – Online 33€
6.2007 Barbaresco, von Gaja, Italien/Piemont – Fachhandel 133€
7.2004 Barolo „ Preda Sarmassa“, von Virna Borgogno, Italien/ Piemont – Fachhandel 29,80€
8.2007 Chianti Classico, von Badia a Coltibuono, Italien/ Toskana – Fachhandel 19,90€
9.2010 Sangiovese (Bag in Box), von Fernese, Italien/ Apulien – Fachhandel 2.92€/0.75L
10.2004 Brunello di Montalcino, von Capanna, Italien/ Montalcino – Fachhandel 44€
11.2009 Sestalino, von Ses Talaioles, Spanien/ Mallorca – Fachhandel 15€
12.2003 Gran Reserva, von Beronia, Spanien/ Rioja – Kaufhaus 21,50€
13.2010 Sussingo, von Fattoria Casabianca, Italien/ Toskana – Fachhandel 5,95€

Die drei besten nach DLG-Punkten

Platz 1: 3,42 Punkte


Beschreibung: 14,5%vol.
Ein Barbaresco mit einer wunderschönen granatroten Farbe und einem intensiven Bouquet mit feinen Cassis- und Schwarzkirschtönen. Am Gaumen weich und samtig mit bester Struktur, zarten Holznoten mit feinen Vanille- und Karamellaromen; lang im Abgang.

Platz 2: 3,25 Punkte


Beschreibung: 14%vol.
Noch zeigt sich dieser Wein etwas verschlossen, denn er ist noch sehr jung.
Er deutet jedoch schon intensive Duftnoten von Marzipan, Kirsche und Zimt an. Am Gaumen sind die auflebenden Tannine zu spüren , die von einem würzigen Auftritt und Kraft bekleidet werden. Noch viele Jahre lagerbar.

Platz 3: 3,17 Punkte


Beschreibung: 14,5%vol.
Ein Duft von roten Beeren, unterlegt von Nuosen von Zartbitterschokolade und Tabak. Die robusten Tannine verleihen dem Wein sehr viel Körper und er zeichnet sich durch eine standhafte Struktur am Gaumen aus, die von zurückkehrender saftiger Frucht unterlegt wird.

Auswertung hinsichtlich sensorischer Merkmale:

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