Prof. Hendirks geht

Prof. Hendirks geht

Ein Beitrag im Wiesbadener Kurier, 10.3.2012, von Christina Eickhorn

HOCHSCHULE Professor Hendriks beendet Karriere

„Meine Damen und Herren, ich freue mich nicht, sie zu sehen.“ Provokant-charmant eröffnete der Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim, Hans Reiner Schultz, seine Rede zur Verabschiedung von Professor Ludger Hendriks. Man ließe den geschätzten Kollegen eben nur ungerne in Rente gehen, erklärte er schnell seine unkonventionelle Begrüßung. Ludger Hendriks selbst erklärte, er sei „sprachlos, aber glücklich“ an seinem letzten Arbeitstag im Kreise von Kollegen, Studenten und seiner Familie noch ein letztes Mal im Hörsaal Nummer 30 (Anmerkung: Gerd-Erbslöh-Hörsaal) am Rednerpult zu stehen.

Fast 18 Jahre lang war Hendriks Fachgebietsleiter im Zierpflanzenbau der Forschungsanstalt und Dozent an der Hochschule Rhein-Main. Vor jeder Vorlesung sei sein Puls gestiegen, eine positive Aufregung, die er immer genossen habe. „Und mein Puls steigt auch gerade wieder“, erklärte Hendriks den anwesenden Gästen. Unter ihnen auch sein früherer Professor an der Universität Hannover, Albrecht Jungk. „Er hat mir damals die Chance gegeben, vom Gärtner zum Wissenschaftler zu werden“, dankte Hendriks seinem Doktorvater.

Als Sohn eines Gärtners machte Hendriks in den 60er Jahren zunächst eine Gärtnerlehre im Zierpflanzenbaubetrieb Thyssen in Mühlheim. Es folgte ein Studium an der Fachhochschule in Osnabrück und ein Weiterstudium an der Universität Hannover. Nachdem er dort zunächst wissenschaftlicher Assistent, dann wissenschaftlicher Versuchsleiter und Dienststellenleiter war, kam er 1994 zur Forschungsanstalt nach Geisenheim. „Der Riesling hat mich hierher gelockt“, sagte der 65-Jährige augenzwinkernd.

Riesling als Lockmittel

Wie zum Beweis, dass in diesem Scherz ein nicht geringes Quäntchen Wahrheit steckt, überreichte Forschungsanstalt-Direktor Schultz ihm als Abschiedsgeschenk einen „Riesling-Trinksack mit dazugehöriger Füllung“ sowie einen Reisegutschein für eine viertägige Wanderung auf dem Rheinsteig. Für Frau Hendriks gab es einen Strauß Blumen, da sie diese „als Frau eines Zierpflanzen-Experten ja sonst nie bekommt“. Und in der Tat zeigte sich Hendriks Liebe zu den Blumen auch auf seiner Abschiedsfeier. Unter seiner Regie erblühte es links und rechts des Rednerpultes in allen erdenklichen Farben. „Er war und ist eben seit jeher ein echter Ästhet“, befand Schultz anerkennend. Doch am Ende müsse man eben schweren Herzens akzeptieren: „Der Ästhet geht!“


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