Ein Beitrag des Wiesbadener Kurier von Bernd Minges am 3.Mai 2012

„Auf dem Weg zur eigenständigen Hochschule und zur „Hochschule neuen Typs“ ist die weitere Aufwertung des internationalen Weinbau-Studiengangs „Vinifera Euro-Master“ eine willkommene Nachricht in Geisenheim. Diesem europäischen Verbund schließen sich zwei Lehrstühle der Unesco an, berichtet der Direktor der Forschungsanstalt, Professor Hans R. Schultz. Das zeige die Anerkennung, die dieser Studiengang inzwischen genieße, der 2007 vom Geisenheimer Campus zusammen mit Universitäten in Montpellier, Madrid, Lissabon und Udine initiiert wurde. Das zweijährige Studium richte sich an hoch motivierte Bachelor-Absolventen, die sich zu international kompetenten Führungskräften in Weinbau-Unternehmen oder für eine wissenschaftliche Laufbahn weiterbilden wollen.

Gegenwärtig nutzen 32 Teilnehmer das Verbundprogramm. Das erste Studienjahr wird von allen Partnern gemeinsam in Montpellier in Frankreich angeboten, dabei stelle Geisenheim mit neun Dozenten den größten Anteil des Lehrpersonals, so Schultz. Er ist stolz darauf, dass sich beim Wechsel im zweiten Jahr rund die Hälfte der Studierenden für Geisenheim entscheiden.

Dem europäischen Verbund haben sich nun die Unesco-Lehrstühle „Kultur und Tradition des Weins“ der Universität Dijon sowie „Welternährungswirtschaft“ der Universität Montpellier angeschlossen. In Deutschland gibt es nur acht Lehrstühle der Unesco. Die Wissenschaftsorganisation Vereinten Nationen will damit unter anderem die internationale wissenschaftliche Vernetzung vorantreiben.

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Gestern fand eine Anhörung von Vertretern der Forschungsanstalt und Fachhochschule im Hessischen Landtag statt. Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur eigenständigen Hochschule ist dann die Bewertung durch den Wissenschaftsrat. Dieses Gremium, das die Regierungen von Bund und Ländern berät, setzt sich in seinen Empfehlungen aus dem Jahr 2010 für eine „Erweiterung der Entwicklungsmöglichkeiten von Fachhochschulen“ und für die „Neuentwicklung von Hochschultypen“ jenseits der strikten Trennung von Universitäten und Fachhochschulen ein. Ende Juni wird eine 20-köpfige Delegation erwartet, die dann beurteilt, ob Geisenheim die erste Hochschule neuen Typs in Deutschland werden kann.

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Schon in der Vergangenheit war immer wieder als Stärke Geisenheims hervorgehoben worden, dass vom Anbau bis zu Verwertung und Marketing alle Bereiche der Spezialkulturen im Wein-, Obst- und Gartenbau sowie Getränketechnologie und Landschaftsarchitektur abgedeckt werden und dass sowohl die Lehre als auch die Praxis unmittelbar von diesen Forschungen profitiere.

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http://www.wiesbadener-kurier.de/region/rheingau/geisenheim/11928341.htm

 


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