In der sechsten Antragsrunde des Forschungsförderungsprogramms „LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ sind erste Vorentscheidungen gefallen: Der Programmbeirat und die Verwaltungskommission haben bei ihrer gemeinsamen Sitzung in Wiesbaden 16 Antragsskizzen von hessischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen erörtert und gemeinsam entschieden, dass zehn Antragsteller für LOEWE-Schwerpunkte (Förderlinie 2) aufgefordert werden, ihre Skizzen zu so genannten Vollanträgen auszuarbeiten und bis 1. Dezember 2012 im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst einzureichen.
Unter eingereichten 16 Themen waren fünf Vorhaben aus den Ingenieurwissenschaften und sieben aus den Lebens- und Naturwissenschaften. Zwei Skizzen kamen aus den Geisteswissenschaften und zwei waren interdisziplinär ausgerichtet.
Die jetzt ausgewählten Projekte werden dann im Frühjahr 2013 von externen Gutachtergruppen jeweils an Ort und Stelle begutachtet. Auf der Grundlage der Vollanträge und der Gutachterberichte wird der Programmbeirat im Frühsommer 2013 Förderempfehlungen aussprechen. Diese sind wiederum die Grundlage für die endgültigen Förderentscheidungen der Verwaltungskommission. Förderbeginn für die ausgewählten Projekte der sechsten Antragsrunde wird der 1. Januar 2014 sein.

FACE2FACE – Folgen des Klimawandels, Anpassung an den Klimawandel und Verminderung der Treibhausgas-Emissionen bis 2050
Justus-Liebig-Universität Gießen; Forschungsanstalt Geisenheim; Philipps-Universität Marburg; Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie (Marburg)
Atmosphärisches CO2 ist neben Wasserdampf das wichtigste klimarelevante Gas. Es hat eine Vielzahl von Auswirkungen auf das Kontinuum „Boden-Pflanzen“, auf Mikroorganismen, Pathogene und Insekten, deren Interaktionen aber weitgehend unverstanden sind und deshalb in dem Forschungsvorhaben „FACE2FACE“ untersucht werden sollen. Es gibt zwar erste Studien über Auswirkungen auf Inhaltsstoffe in der Biomasse verschiedener Ökosysteme oder im Erntegut landwirtschaftlicher Kulturen, nicht aber bei Sonderkulturen. Die Komplexität dieser Effekte und Interaktionen soll mittels großer Freiland-Forschungsinfrastrukturen untersucht werden, den so genannten FACE-Systemen (Free Air Carbon Dioxide Enrichment). Im beantragten LOEWE-Schwerpunkt „FACE2FACE“ sollen ein bestehendes und ein neues hessisches FACE-System (Justus-Liebig-Universität Gießen, Forschungsanstalt Geisenheim) zu einer Forschungsplattform verzahnt werden, um sowohl kurz- als auch langfristige Veränderungen einer erhöhten atmosphärischen CO2-Konzentration in den Agrar-Ökosystemen Grünland und Weinbau, Gemüse-Acker sowie Obst- und Strauchgehölz-Bestände zu untersuchen. Das Vorhaben soll Voraussetzungen schaffen für die Entwicklung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel beziehungsweise zur Verminderung seiner Folgen nicht nur in der hessischen Landesplanung.

(Quelle: Pressemitteilung HMWK)


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