Der Perfekte Chardonnay

Im Rahmen unserer Präsentation mit anschließender Verkostung, stellten wir uns die Frage: „Was ist der perfekte Chardonnay?“ Die Rebsorte Chardonnay hat ihre Wurzeln im Burgund und wurde von dort aus in die ganze Welt verbreitet. Auch die gleichnamige Gemeinde im Burgund zeigt die besondere Stellung des Chardonnays in Frankreich. Die Rebsorte ist eine Kreuzung aus Pinot Blanc und Gouais Blanc/Heunisch. Mit ungefähr 175.000 ha Rebfläche steht sie auf Platz acht der meistangebauten Rebsorten weltweit. Die bekanntesten Anbauregionen sind ganz klar Kalifornien,  das Burgund in Frankreich, sowie das Hunter Valley in Australien. Dass Chardonnay eine bedeutende  Rolle in der Weinwelt spielt, wurde durch unseren Storecheck schnell klar. Sowohl im LEH, im Discount als auch im Fachhandel macht die Sorte ca. 20% des  Weißweinsortiments aus. So konnten wir das Vorurteil „ABC“ („Anything but Chardonnay“) widerlegen. Der Hype der 80er und 90er Jahre mag zwar nicht mehr so bedeutsam sein, aber Chardonnay ist immer noch eine der wichtigsten Rebsorten der Welt. Weine aus Chardonnay gewinnen nach wie vor Preise, Wettbewerbe und Auszeichnungen für Qualität und herausragende Innovationen. Die sensorischen Merkmale des Chardonnays sind sehr facettenreich. Jedoch haben sich zwei verschiedene Stile hervorgetan: der „frische Chablis“ und der „holzbetonte Meursault“.  Der frische Stil zeichnet sich durch fruchtige Aromen wie Aprikose, Apfel, Quitte und Citrus aus. Sein mineralischer Akzent und die Prägung durch ein feines Säurespiel sind typisch für ihn. Er wird vorwiegend in  Deutschland, Österreich und Norditalien in Edelstahltanks ausgebaut. Ganz im Gegenteil dazu reift der Meursault in kleinen Eichenfässern. Seine  Aromen  reichen von Nüssen, Vanille, Butter bis hin zu Honig. Diese Weine sind geprägt von einem harmonischen, dichten und voluminösen Körperspiel, was oft mit einem biologischen Säureabbau unterstrichen wird. Typischerweise kommt dieser Chardonnay Stil aus dem Burgund (Côte de Beaune), sowie aus Kalifornien, Chile, Australien und Südafrika.


Folgende Weine standen sich in unserer Blindverkostung gegenüber:

2011er Chardonnay, Weingut Schreieck, Pfalz, 5,70 €
2011er Charette Blanc, Frankreich, 1,79 € 2011er Ambrosia Chardonnay, Weingut Aloisiushof, Pfalz, 16,00 €
2010er Chardonnay Brazilian Soul, Aurora Winery, Brasilien, 10,95 € 2011er Riesling Classic, Forschungsanstalt Geisenheim, Rheingau, 6,80 €
Alba Nora – Isola del Nuraghi, IGT Feudi della Medusa, Italien, 31,00 € 2011er Chardonnay, Weingut Apel, Mosel, 7,50 €
2010er Chardonnay, Chateau Julien, USA, 16,00 € 2010er Chardonnay Red Shoulder, Shafer Vineyards, USA, 49,00 €
2010er Fourchaume Chablis 1er Cru, S.A. Jean Durup Pere & Fils, Frankreich, 21,50 € Charmes Dessus-Meursault 1er Cru A.C., Domaine Vincent Girardin, Frankreich, 59,00 €


Unsere Auswertung ergab folgendes Ergebnis:

  1. 2010er Red Shoulder Chardonnay, Shafer Vineyards Kalifornien
  2. 2011er Chardonnay, Weingut Apel
  3. 2011er Ambrosia Chardonnay, Weingut Aloisiushof


Weinbeschreibung:

2010er Red Shoulder Chardonnay, Shafer Vineyards Kalifornien: Dass der Sieger unserer Verkostung aus dem größten Anbaugebiet stammt, verwundert niemanden. Der Wein zeichnet sich durch ein Spiel von feinen Fruchtnoten aus Citrus, Zitrone und Stachelbeere aus. Seine würzige Komponente des Pfeffers lässt das Herz eines jeden Chardonnay Liebhabers höher schlagen.
2011er Chardonnay Nitteler Leiterchen, Weingut Apel: Der 2011er Chardonnay aus dem Weingut Apel setzte sich als Außenseiter knapp hinter die Spitze. So brillierte er vor allem durch seine fruchtige Note: ein ausgewogenes Spiel aus Stachelbeere, Litschi und Honigmelone. Obwohl er nicht aus Chablis stammt, ist er dennoch ein schönes Beispiel für den modernen spritzigen Stil.
2011er Ambrosia Chardonnay, Weingut Aloisiushof: Schon im Glas zeigt unser Drittplatzierter durch seinen goldenen Schimmer, dass er nicht zu den reduktiv ausgebauten Chablis gehört, sondern dass er ein toller Vertreter des holzbetonten Stils ist. Die intensiven Aromen von Litschi und Maracuja werden von einer cremigen und buttrigen Holznote unterstützt.



Was ist nun der perfekte Chardonnay?
Das heterogene Bild der Ergebnisse zeigt die unterschiedlichen Vorlieben der Teilnehmer an der Verkostung. Daraus ergibt sich, dass die Frage „Was ist der perfekte Chardonnay?“, nur von jedem einzeln beantwortet werden kann.


Vielen Dank
sagen

Philip Apel, Mark Ellis, Philippe Hooij, Florian Loos, Kristin Schreieck, Helen-Sophie Weisbrodt

zp8497586rq

Keine Kommentare möglich.