World of Pinot Noir

Als Grundlage unserer Recherche sollte uns eine Befragung von Winzern, Konsumenten sowie Studenten einen Überblick über die allgemeine Meinung zum Thema Pinot Noir verschaffen. Dabei  kristallisierte sich folgende Aussage heraus: Der Pinot Noir teilt sich in zwei verschiedene Typen auf, den internationalen Typ, der von den den Befragten als modern, trocken, tanninreich und oxidativ ausgebaut beschrieben wurde, sowie den nationalen Spätburgunder-Typ, der traditioneller und deutlich reduktiver ausgebaut wird. Geschmacklich weist der moderne Typ eher wenig Säure und ein kräftiges Aroma auf während der traditionelle Spätburgunder gerbstoffärmer und deutlich fruchtiger in Erscheinung tritt.

Der Name Pinot Noir kommt vom französischen Wort „pin“ was soviel wie Tannenzapfen bedeutet. Ursprünglich stammt Pinot Noir von einer Wildrebe aus dem Burgund ab bis sie im Jahre 884 durch Kaiser Karl III nach Deutschland gebracht wurde.
Heute ist das Anbaugebiet „Baden“ mit 5.695 ha Spätburgunder-Rebfläche der größte Vertreter des Spätburgunders in Deutschland. Prozentual liegt allerdings das Anbaugebiet „Ahr“ mit 62,3 % Spätburgunderanteil an der Gesamtrebfläche vorne.

International ist der Pinot Noir ebenfalls sehr stark vertreten. Er liegt zurzeit auf Platz 12 der weltweit am meisten angebauten Rebsorten. Es überrascht nicht, dass Frankreich mit 38 % der weltweiten Pinot Noir-Anbaufläche der führende Produzent von Pinot Noir-Weinen ist. Dichtgefolgt dahinter die USA (20 %) und Deutschland (14 %).

Den größten Anteil an Pinot Noir haben wir im Onlinehandel gefunden. Mit 63,2 % dominiert dieser die von uns gezählte Menge an Pinot Noir im Handel. Der Lebensmittel-Einzelhandel (u.a. EDEKA,REWE) sowie der Weinfachhandel (u.a. Jacques‘ Weindepot, Vino) liegen anteilig zusammen bei 27,8 % . In Discountern hingegen sind wir nur selten auf Pinot Noirs gestoßen.

Abschließend können wir sagen, dass der Pinot Noir in der Weinwelt eine bedeutende Rolle spielt. Der Otto-Normal-Verbraucher, der seinen Wein beim Alltagseinkauf mit in den Korb packt, kommt allerdings nicht oft mit Pinot Noir in Kontakt. Hier würden wir uns über ein wenig mehr Initiative seitens der Discounter sehr freuen.

Folgende Weine standen sich in unserer Verkostung gegenüber:

2011, Weingut Steigerhof, Nahe6,50 €
2011, Genossenschaft von Schönaich, Baden2,79 € 2010, Villa Monrepos, Rheingau9,80 €
2010, Waipara Hills, Neuseeland18,00 € 2010, Erben Dornfelder Barrique, Pfalz5,49 €
2007, Echezeaux Grand Cru A.C., Domaine Faiveley, Burgund, Frankreich99,00 € 2007, Hamilton Russell, W.O. Walker Bay, Südafrika32,50 €
2009, Rothenberg, Friedrich Becker & Josef Leitz, Rheingau54,90 € 2011, Coleccion, Michel Torino Estate, Mendoza, Argentinien8,25 €
2009, Schug Carneros Estate Winery, Kalifornien, USA37,00 € 1997, Louis Jadot Chambolle Musigny, 1er Cru A.C., Burgund, Frankreich79,00 €

Unsere Auswertung ergab folgendes Ergebnis:

Platz 1: 2009, Schug Carneros Estate Winery, Kalifornien, USA
Platz 2: 2007, Echezeaux Grand Cru A.C., Domaine Faiveley, Burgund, Frankreich
Platz 3: 1997, Louis Jadot Chambolle Musigny, 1er Cru A.C., Burgund, Frankreich

1. Platz
Der Sieger unserer Verkostung: 2009 Schug Carneros Estate Winery

Ein Wein, der uns absolut begeistert hat. Aromen von Pflaume, Kirsche,
Brombeere, Nelke und Zimt und am Gaumen rauchig und holzig.
Ein Pinot Noir aus Übersee wie er im Buche steht.

2. Platz
Der teuerste Wein in unserer Verkostung. Dieser noch sehr in sich verschlossene
Pinot Noir überzeugte uns vor allem durch sein enormes Potenzial aber auch
durch seine jetzt schon vorhande Aromenvielfalt bestehend aus Pflaume,
Schokolade und schwarze Johannisbeere. Große Zukunft!!!

3. Platz
Trotz einigen Jahren auf dem Buckel überzeugte dieser typische Burgunder
durch eine feine Struktur. Neben den filligranen oxidativen Noten überraschte
uns eine jugendliche Cassisfrucht gepaart mit reifen Pflaumen und einem Hauch
Lakritz.

Vielen Dank sagen: Chiara Rauth, Dorothee Calletsch, Carsten Gerber, Hidde van Bodegom, Lukas Kloskowski

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