Der heutige Riesling entstand aus der Kreuzung des Traminers mit einer autochthonen Rebsorte (wahrscheinlich Roter Riesling), später erfolgte noch die Einkreuzung des Heunischs.

Ab Ende des Mittelalters verbreitete sich der Riesling langsam vom Rheintal aus. Aus dem Jahr 1435 existiert der erste schriftliche Nachweis aus Rüsselsheim und seit Ende des 19. Jhd. schreitet die Verbreitung, aufgrund von staatlichen Anbauempfehlungen, rasant voran und Riesling ist seither DIE prägende Rebsorte Deutschlands.

Mit ca. 37.000 ha Rieslingrebfläche weltweit, spielt er global keine große Rolle, jedoch in Deutschland mit ca. 20% der Gesamtrebfläche (102.000 ha) umso mehr. In manchen Anbauregionen ist der Riesling gar mit 60% oder 80% die regionsprägende Rebsorte.

Der Riesling besitzt die Fähigkeit den Charakter der jeweiligen Lage besonders gut zum Ausdruck zu bringen. Daher findet man ihn auch in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen. Aufgrund seines relativ hohen Säuregehalts eignet sich der Riesling zudem gut für die Schaumweinherstellung und besitzt dadurch auch eine sehr gute Lagerfähigkeit.

Die Aromakomponenten des Rieslings sind vielseitig und abhängig vom Terroir. So bringt er auf Schieferböden eher mineralische Weine mit einer Citrus- oder Grapefruitnote hervor, die auch auf Löss-Lehmböden wachsende Rieslinge aufzeigen. Die malolaktische Fermentation ist nicht erwünscht im Riesling, da es in den meisten Fällen ein spritziger und frischer Wein werden soll. Die entstehenden intensiven Apfelaromen unterstützen die charakteristische Säure des Rieslings. Weitere typische Aromen sind der Pfirsich und die Aprikose (letzteres bei Buntsandsteinböden). Im Eiswein- und TBA-Bereich findet man honig-würzige Noten wieder und auch sehr typisch bei altersgereiften Riesling ist der Petrolton (TDN).

In Frankreich (Elsass), Österreich und der Schweiz wird der Wein des Rieslings hauptsächlich trocken ausgebaut. Im Osten Europas büßt er leider durch das wärmere Klima an Finesse ein. In Ontario Kanada wird mehr Eiswein als in Deutschland produziert, allerdings sind diese weniger filligran als die deutschen Rieslinge. In Amerika (Oregan und Washington) gibt es bislang nur einzelne Individualisten, die frische und finessreiche Rieslinge vinifizieren. So auch in Argentinien und Chile. In Neuseeland bringt der Riesling durch das kühle Klima ohne Probleme gute Frische hervor, allerdings fehlt es ihnen an Ausdruck. Da haben die australischen Nachbarn schon mehr zu bieten. Gerade die tasmanischen Rieslinge sind leichte floralische Weine. Auch in Südafrika findet man Riesling, im Idealfall haben sie ein leichtes Honigbouquet und eine harmonische Säure, die auch zur Lagerung fähig sind.

Da der Riesling als Synonym für den deutschen Weinbau steht, ist er Namensgeber und Mittelpunkt vieler Projekte rund um den deutschen Weinbau. Hierzu zählt unteranderem der“ ProRiesling Erzeugerpreis“ der die besten Rieslingerzeuger kürt, wie auch der Rieslingwettbewerb „Best of Riesling“, welcher vom Meiner Verlag veranstalter wird und inzwischen International sehr anerkannt ist. Auch das DWI setzt auf den Riesling, die New Yorker Agentur des DWI veranstaltet hierzu jedes Jahr den „Summer of Riesling“ , wodurch der Riesling auch in den USA noch populärer gemacht werden soll. Für die Zukunft setzt das DWI auf die „Generation Riesling“, diese Jungwinzervereinigung soll dazu beitragen, den deutschen Weinbau auch künftig weiter voranzubringen.

Im Export hat der Riesling die Liebfrauenmilch abgelöst. Doch nicht nur das, auch das Image der Liebfrauenmilch –  „weiß-süß-billig“ – hat er mit übernommen. Das ist natürlich keine Zukunft für den „German Riesling“, weshalb der DWI und IRF stark am Image dessen, vor allem in der USA und Großbritannien arbeitet. Ein weiterer Rückgang des Riesling-Exports ist auf den eigenen Anbau in dem oben genannten Ländern zurückzuführen.

Fakt ist: Deutschland ist mit 23.000 ha Riesling der größte Produzent der Welt und wird auch weiterhin, alleine schon wegen seinen tollen Eigenschaften, das Land und die Heimat des Rieslings bleiben.

Anschließend wurden folgende Weine verkostet:

Bag in  Box                                                                                                        Riesling 2012

Spürnasen 2012                                                                                             Elsaß

Deutschland – Pfalz                                                                                      3,49€

6,16€

Riesling 2010                                                                                                    Riesling Classic 2012

Chateau Ste Michelle                                                                                  Roman Graeff

USA Washington State                                                                                Deutschland – Mosel

10,99€                                                                                                                4,99

Riesling Classic 2012                                                                                      Riesling Classic 2012

Campus Geisenheim                                                                                   Robert Weil

Deutschland Rheingau                                                                                Deutschland – Rheingau

6,80€                                                                                                                   13,90€

Riesling 2011                                                                                                    Riesling 2011

Mud House                                                                                                      Schloss Johannisberg

Neuseeland – Waipara                                                                               Deutschland – Rheingau

19,80€                                                                                                                39€

Riesling GG 2010                                                                                            Riesling GG 2009

Reichsrat von Buhl                                                                                        Heyl zu Herrnheim

Deutschland – Pfalz                                                                                      Deutschland – Rheinhessen

28,90€                                                                                                                35€

Die drei bestbewerteten Weine:

  1. Riesling 2011, Mud House, Neuseeland – 19,80€
  2. Riesling GG 2010, Reichsrat von Buhl, Pfalz – 28,90€
  3. Riesling 2011, Schloss Johannisberg, Rheingau – 39,00€Diagramm

Von so manchen großen Namen wurden wir ziemlich enttäuscht, wohingegen  der Bag-in-Box Riesling gleich am Anfang der Verkostung sehr gut abschnitt. Er überzeugte durch Frische und Fruchtigkeit. Interessant waren wiederum die Rieslinge der USA und aus Neuseeland. Es zeigte sich, dass die Neue Welt sich stark am traditionellen Ausbau des Rieslings orientiert, die Weine hatten beide eine leichte Petrolnote, wie man sie auch von früheren oder auch typischen Rheingaurieslingen kennt.

Wir hoffen, wir konnten einen kleinen Einblick in die Vielfältigkeit des Rieslings geben und bedanken uns Herzlich.

Carolin Braun, Marianne Hoeger, Barbara Hoock, Kim Le Thanh, Nikolaus Werlé

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