Silvaner

Herkunft:

  • Kreuzung aus Traminer x Österreichisch-Weiß
  • Heimat Österreich

Allgemeine Informationen:

  • Ampelographie:
    –Triebspitze: hellgrün
    –Blatt: mittelgroß, rundlich, grünglänzend
    –Traube: mittelgroß, walzenförmig, Beeren grünlich
  • Synonyme: Grüner Silvaner, Johannisberg, Österreicher, Frankenriesling

Sensorische Merkmale:

  • Weinstil:  eher neutral, frisch, unkompliziert
  • Farbe: meist hellgelb bis intensiv gelb
  • Säure: wenig, mild, geringer als bei Riesling
  • Aromen:   kein hervorstechendes Bukett, dezent fruchtige Aromen wie grüner Apfel, Stachelbeere, Heu, Minze, Birne,   Zitrusfrüchte, erdige Töne
  • Rebsorte spiegelt Terroir sehr gut wieder

Oenologische Merkmale:

  • Ausbau:
    → meist im Stahltank
    → zum Teil auch im Holz (Batonnage)
  • Vielfalt: alle Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen
    – unkomplizerter Sommerwein
    – cremiger Barriquewein
    – elegantes Großes Gewächs
    – edelsüß

Verbreitung:

  • Deutschland: 5,1% (5.200 ha) der Gesamtrebfläche, Hauptanbauland
  • Frankreich: 0,2% (1.400 ha), nur im Elsass und im Moseldepartement erlaubt
  • Schweiz: 1,6 % (240 ha)
  • Österreich: 0,1 % (43 ha)

Fazit
Der Silvaner spielt nur in seinen Anbaugebieten eine Rolle. Dessen Bedeutung ist ausschließlich regional; deutschlandweit und auf dem internationalen Markt ist die Rebsorte unbedeutend.

 

Gewürztraminer

Herkunft:

  • Griechenland oder Südtirol
    (1000 n.Chr. in Tramin erwähnt)
  • DNA-Analyse: Traminer ist eine der europäischen Ursorten
    → direkte Nachkommen: z.B. Riesling, Spätburgunder, Silvaner

Allgemeine Informationen:

  • Ampelographie
    –Triebspitze: dichtwollig bis filzig behaart, rötlich umrandet
    –Blatt: klein, rundlich, rötliche Nerven
    –Traube: klein bis mittelgroß, dichtbeerig, Beeren rosa bis braunrot
  • Roter Traminer laut Weingesetz echte Sortenbezeichnung
  • Gewürztraminer ist meist angebaute Variante des Traminers
  • Synonyme: Roter Traminer, Clevner, Rosentraminer, Traminer Parfume

Sensorische Merkmale:

  • Weinstil: sehr aromatisch-würzig, duftig
  • Farbe : strohgelbe bis goldgelb
  • Säure: relativ mild, eher zurückhaltend
  • Aroma: abblühende Rosen, Duft von Akazienblüten, Veilchen, Honig, Marzipan, Quittengelee, Bitterorangen oder Maracuja

Oenologische Merkmale:

  • Ausbau: Edelstahl und Holzfass
  • Teilweise mit beachtlichem Alkoholgehalt
  • Vielfalt: alle Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen
    – gern edelsüß
    – Strohwein
    – Brand
    – oft „Würze“ für Schaumwein

Verbreitung:

  • Frankreich: 0,3 % (2.600 ha), nur im Elsass und im Moseldepartement erlaubt
  • USA: 0,6 % (2.500 ha)
  • Deutschland: 0,9 % (870 ha)
  • Österreich: 1,5 % (700 ha)

Fazit
Der Gewürztraminer ist ein Nischenprodukt, welches zwar eine geringe Marktbedeutung hat, jedoch überall zu finden ist.

 

Verkostung

Die Verkostung haben wir mit 3 Silvanerweinen und 6 Gewürztraminerweinen durchgeführt. Beide Rebsorten wurden getrennt voneinander probiert, begonnen mit dem Silvaner.

Folgende Weine wurden blind verkostet:

1. Flight
2012 Riesling Classic, Weingut der Hochschule Geisenheim
2012 Hanweiler Maien Silvaner trocken, Weingut Gerhard Aldinger

2. Flight
2012 Sylvaner, Pierre Chanau
2011 Schlossberg Silvaner GG, Fürstlich Castell‘sches Domänenamt

3. Flight
2012 Re Manfredi Bianco Basilicata IGT, Weingut Terre degli Svevi
2012 Gewürztraminer lieblich, Donauherbst

4. Flight
2012 Gewürztraminer Late Harvest, Weingut Simonsig
2007 Gewürztraminer Vendanges Tardives, Domaine Frey Charles et Dominique (Bio)

5. Flight
2008 Gewürztraminer Eiswein, Weingut Leonhard Huppert
2009 Gewürztraminer Passito DOC „Terminum“, Cantina Tramin

 

Die Top 3

Platz 3: 2012 Sylvaner, Pierre Chanau, Elsass, 3,60€/Fl.

Dieser Wein stellte in der Verkostung die Überraschung im Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis dar. Er wurde insgesamt sehr gut bewertet und auch im Preis höher eingeschätzt. Beschrieben wurde er mit fruchtigen Aromen von Litschi, Stachelbeere, Zitrus, Birne und vegetativen Noten von Heu.

 

Platz 2: 2012 Re Manfredi Bianco Basilicata IGT, Weingut Terre degli Svevi, Basilicata, 9,00€/Fl.

Der „Re Manfredi Bianco“ überrascht auch, dieses Mal vor allem bezogen auf seine Herkunft. In diesem Fall kommt der Wein aus Süditalien (Basilicata) und besticht durch sein ausgeprägtes, sortentypisches Aroma. Sein Bukett ist geprägt von Rosen, Litschi, Honig, Nuss, reifem Pfirsich, Muskat, Maracuja und etwas Zimt.
Der vergleichsweise hohe Alkoholgehalt von ca. 14%Vol. wurde von vielen angesprochen, jedoch kaum bemängelt. Dieser Alkoholgehalt lässt sich schwer vermeiden, da Weine aus dieser Region selten weniger als 13,5%Vol. aufweisen.

 

Platz 1: 2009 Gewürztraminer Passito DOC „Terminum“, Cantina Tramin, Alto Adige, 39,95€/Fl. (0,375l)

Auf Platz 1 steht ein viel prämierter Strohwein aus Südtirol (Tramin). Trotz seines hohen Restzuckergehaltes von knapp über 200 g/l bewahrt er die typischen Aromen eines Gewürztraminers wie z.B. Rose, Honig, getrocknete Aprikose, Quittengelee, Karamell und Marzipan.
Wie anfangs schon gesagt wurde dieser Wein von der internationalen Fachpresse ausgezeichnet.
Gambero Rosso 2012: 2 rote Gläser
Falstaff: 93 von 100 Punkten
Decanter: Goldmedaille / Best in Show
Robert Parker: 96 von 100 Punkten

 

 

 

Daniele Endrici, Nuria Holstein, Gerardo Lombardi, Stefanie Schwarz, Johannes Werner

 

 


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