Chardonnay – Around The World

Die Rebsorte mit der wir uns beschäftigten war Chardonnay. Eine weiße Rebsorte mit hohem Qualitätspotenzial. Chardonnay ist auch unter den Synonymen Morillon ( Österreich), Chablis (Frankreich) oder weißer Clevner bekannt. Weltweit existieren mehr als 120 Synonyme für diese Rebsorte.

Entgegengesetzt vieler Meinungen ist Chardonnay keine Burgundersorte sondern ein Burgundertyp Eine breit angelegte DNA – Analyse im Jahre 1998 ergab, dass der Chardonnay eine natürliche Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc ist. Weltweit sind ca. 175.000 Hektar Rebfäche mit Chardonnay bestockt. Damit liegt er in der Rangliste der meist angebauten Rebsorten auf Platz 7 (bezogen auf Erhebungen aus dem Jahr 2001).

Chardonnay liebt kalkhaltige Böden und stellt nur geringe Ansprüche an das Klima. Er treibt früh aus , was Ihn für Spätfröste im Frühjahr angreifbar macht und reift früh im Herbst. Der Wein zeichnet sich vor allem durch Körperreichtum aus. Das Aroma des Chardonnays ist weniger Charakteristisch als der eines Rieslings oder eines Gewürztraminers, dafür kann der Chardonnay den Charakter de Weinbergslage gut zum Ausdruck bringen. Bei ungenügender Traubenreife wirkt er jedoch dünn und grasig. Daher besitzt ein guter Chardonnay stets einen verhältnismäßigen hohen Alkoholgehalt, 13% sind nicht selten.

Während der Vorbereitung auf die Präsentation wurde uns schnell klar, dass Chardonnay so ziemlich überall auf der Welt beheimatet ist. Ursprünglich ist der Chardonnay im Burgund beheimatet, wo er nach wie vor die besten Früchte trägt . Allerdings belegt Platz 1 der größten Anbaugebiete für Chardonnay ein anderes Land, nämlich Kalifornien mit einer Rebfläche von 44.500 Hektar. Fast die Hälfte der kalifornischen Bestände in den Counties Sonoma, Napa sowie Monterey konzentriert. Platz 2. belegt Frankreich mit einer Rebfläche von 43.887 Hektar. Von besonderer Bedeutung sie die Gebiete Burgund, Chablis, Champagne und Languedoc. Im Champanger ist Chardonnay meist zu 50% enthalten. Immer noch stehen ca. 90% der französischen Chardonnay – Bestände im Burgund und in der Champagne. Platz der 3. der größten Anbaugebiete belegt Australien mit einer Fläche von 32.150 Hektar. Das Hunter Valley westlich von Newcastle baut neben Shiraz vor allem auch Chardonnay an.

Ein sehr interessanter Part unsere Präsentation stellte der Chardonnay-Anbau in Deutschland dar, da Chardonnay erst im Jahr 1994 vom Bundessortenamt in Deutschland zugelassen worden ist. Die Gesamtrebfläche in Deutschland beträgt 1120 Hektar. An der Spitze: Die Pfalz mit 450 Hektar und Rheinhessen mit einer Fläche von 385 Hektar!

Kellertechnisch sind zwei Ausbauarten von Chardonnay zu erwähnen. Erstens der Ausbau im kleinen Holzfass, dessen Ursprung in der Cote de Baune liegt. Bei der Ausbauart dominieren Aromen von Quitte, Aprikose, Äpfel, Zitrusfrüchte aber vor allem Aromen von karamellisierten Nüssen, Vanille und Butter. Der Ausbau im kleinen Holzfass wird besonders in Frankreich, Australien, Chile, Südafrika und Kalifornien angewandt. Die zweite Ausbauart erfolgt im Stahltank. Ursprung dieser Art ist das Burgund (Chablis). Diese Weine werden meistens kalt vergoren und stechen mit Aromen von Äpfeln, Aprikosen, Quitten und Zitrusfrüchten hervor. Hauptsächlich angewandt in den Ländern Deutschland und Norditalien.

Der Chardonnay ist in den letzten Jahren weltweit sehr in Mode gekommen. Diesen Umstand hat er neben seinen geschmacklichen Qualitäten dem Umstand zu verdanken, dass er sehr anpassungsfähig ist und in vielen Anbaugebieten der Welt entsprechende Weine hervorbringt.

In den 80er Jahren wurde der Chardonnay mehr und mehr im Holzfass ausgebaut. Daraus resultierten überholzte Karamellbonbon-Versionen. Diese Mode ist glücklicherweise vorüber. Da Chardonnay weltweit allgegenwärtig war und Weinbauern sowie Weinkritiker Bedenken hatten das Chardonnay andere Rebsorten von der Bildfläche schieben würde, entwickelte sich in den 90er Jahren eine Antikampange die den Namen ABC – Anything But Chardonnay trug. Gegner des Chardonnays tranken alles, fast alles bis auf Chardonnay.

Von den Geschichtlichen Ereignissen haben wir uns nicht verunsichern lassen und kauften für die Verkostung Weine im Preissegment von 1,99 – 87 Euro. Den Einkauf der Weine, die Gestaltung der Reihenfolge in der Verkostung, durften von uns selbst festgelegt werden. Da die Chardonnay Weine paarweise verkostet wurden, beschlossen wir sie aus ähnlichen Anbauregionen gegeneinander antreten zu lassen.

 

Die Verkostung

Die verkosteten Weine

  1. FLIGHT:

2012 MARIO COLLINA Chardonnay Valdadige DOC

2012 Grand Verdier, Chardonnay Pays DOC, Frankreich Alk: 13vol%,

 Preis: 2,99€/Flasche

 Feines Bouquet, rund harmonisch und ausgewogen

  1. FLIGHT:

2012 TERRA DI CHIETI , Italien,

 100% Chardonnay, Alk: 11vol%, Preis: 3,99€/ Flasche

2012 FH GEISENHEIM Riesling, Rheingau, Deutschland

 100% Riesling, Alk: 12,5vol%, Säure: 7,4 g/l, Restsüße: 9,4 g/l, Preis: 6,80€/Flasche

  1. FLIGHT:

2012 DON DAVID , Finca de Mercedes # 35, Michel Torino Estate

2011 Béla és Bandi, Balaton Szölösi Chardonnay / Száka 2011 ,Ungarn

  1. FLIGHT:

2008 Chassagne Montrachet en Virondot, 1er Cru A.C. Marc Morey, Burgund,

Frankreich,

 100% Chardonnay, Alk : 13vol%, Preis : 58 €/Flasche

2007 Charmes Dessua Meursault, 1er Cru

 100% Chardonnay, Alk : 13,29 vol%, Säure 7,67g/l, Restsüße : 2,44 g/l,

 Preis : 59 €/Flasche

  1. FLIGHT :

Upper Barn,

2011 Shafer, 2011 Napa Valley, Camero, Chardonnay,

Nach der gemeinsamen Verkostungsreihe dieser 10 unterschiedlichsten Chardonnay würde schnell klar, dass das Publikum keine Laien waren.

Platz 3 ging an den ersten Wein, den 2012 Chardonnay Valdadige DOC, der mit 3,2 DLG- Punkten bewertet wurde. Hier waren vorrangig tropische, aber auch eine leicht nussige Note spürbar. Die Würze rangierte aber deutlich vor den heimischen Früchten, die im Mittel mit 2,81 Punkten bewertet wurden.

Das zweite „Treppchen“ ging an den zweiten Wein, einem 2012 Grand Verdier, ChardonnayPays DOC mit vor allem tropischen Fruchtnuancen, wie Ananas, der mit am zweitstärksten farbintensiv war.

Platz 1 ging an den dritten Wein, dem 2012 Terra di Chieti aus Italien. Der Alkoholgehalt lag bei 11%vol. und machte sich im Körper (6,41) bemerkbar. Dadurch war das Mundgefühl sehr intensiv. Viele fanden Komponenten wie Rauch, Nüsse und Karamell im Geschmack. Die Süße mit 2,97 Punkten lag hier am höchsten, die Säure war am wenigsten intensiv (3,41 im Mittel).Dieser Wein hat ein klasse Preis-Leistungsniveau, die 0,75l- Flasche dieses reintönigen Chardonnay`s ist für 3,99€ im Einzelhandel käuflich.

Also nichts wie los und einkaufen!“

Quelle: Lukas Serman, IPP Chardonnay

Chardonnay

Aromen:

Bemerkenswert ist, dass viele Aromen, die so typisch für den Chardonnay sind, z.B. tropische Früchte, wie Aprikose und Ananas, aber auch Quitte und Zitrusfrüchte in den verkosteten Weinen deutlich auffindbar und auch entdeckt wurden.

Der Körper war immer präsent, vor allem die Dichte und Fülle am Gaumen war auffallend. Hier machte sich die eine Ausbauvariante des Chardonnays im Holzfass besonders bemerkbar. Hier waren die Kaltvergärungsaromen wie Äpfel, Aprikosen und Quitte präsent.

Quelle: http://static.jacques.de/images/grapes/3_1.jpg

 Fazit der Verkostung:

Durch die Verkostung wurden die typischen Chardonnay- Aromen deutlich schmeckbar.

Da viele Aromen erst durch die Kaltvergärung entstehen, konnten deutliche Rückschlüsse auf die Art und Weise der Herstellung (Barrique, etc.) gezogen werden.

Durch dieses Geschmackserlebnis war die Aufteilung der Chardonnay-Typen in die eher frischeren, im Edelstahltank ausgebauten Weine und die holzgeprägten Vertreter (Chablis) nachvollziehbar.

So ist leicht erkennbar, warum der Chardonnay so erfolgreich ist- er spricht jeden Geschmackstyp und Weinfreund an.

Ihr Chardonnay- Team: Corina Knorr, Louisa- Maria Schmidt, Anzhela Vorobyova, Hendrik Hopp, Lukas Serrman, Marete Göbl


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