Blogeintrag

Rebsorte: Sauvignon Blanc

Datum: 7.5.2014

 

Am  7. Mai fand sich die Internationale Prdouktprofilgruppe rund um Sauvignon Blanc in der Aula, in der Hochschule Geisenheim, zusammen. Den Anfang machte der Vortrag über die Herkunft, Geschmacksprofile, Ausbau und vielem mehr, danach folgte die Blindverkostung von 12 sehr unterschiedlichen Sauvignon Blancs.

Als erstes wurde ein Sauvignon Blanc aus Afrika vom Weingut Hermanuspietersfontein in die Gläser geschenkt, er bestand aus 85% Sauvignon Blanc und 15% Semillon. Beschrieben wurde er  als sehr mineralisch, aber auch rauchig, dennoch wies er Noten von grünem Paprika auf. Seine Herkunft wurde im Loire-Tal vermutet und sein Preis bei 15-20€ angesetzt, womit die beschreibende Person in die richtige Richtung tendierte, denn der Preis pro Flasche liegt bei 26,25€. Gleichzeitig wurde im ersten Flight noch ein zweiter Sauvignon Blanc zum Vergleich eingeschenkt, dieser wurde mit vielen Nuancen beschrieben: Stachelbeere, Maracuja, Eisbonbon und  Holunder. Gleichzeitig wurde er aber auch als bitter, würzig, vegetativ und frisch empfunden. Die Mehrheit war der Meinung, dass der Wein bei circa 8 Euro liegt und aus Amerika oder Afrika stammt. Zu allem Erstaunen, war es ein günstiger Wein (4,99€ für 3 Liter) aus einer Bag in Box Verpackung, er stammte aus Frankreich und war im Aldi zu erwerben. Über die Hälfte der Studenten empfand diesen Wein, für diesen Preis, als sehr gut trinkbar. Danach folgte der 2.Flight. Im ersten Glas befand sich ein 2012er Sauvignon Blanc aus Rheinhessen vom Weingut Laubenstein.  Die ausgewählte Person beschrieb ihn als bitter und bizzelig, mit Noten von Rhabarber und Dosenfrüchten, gleichzeitig empfand sie den Alkohol auch zu hoch und notierte für die DLG-Punktzahl  1,5-2 Punkte. Der Rest war der Meinung, er wäre sehr ausgewogen und eine Spätlese, auf Grund seiner reifen Nuancen. Die Abstimmung über das Herkunftsland ging mehrheitlich für Deutschland aus.  Erstaunlich war, dass über 10 Leute mehr als 13€ für die Flasche ausgeben würden, der Originalpreis hingegen liegt weit darunter, nämlich bei 5,40€, Außerdem war es ein „einfacher“ QbA und keine Spätlese. Hingegen zu dem Wein im 2.Glas, dieser war eine trockene Spätlese aus dem Weingut Doppler-Hertel  (Pfalz, Preis 6,80€). Die beschreibende Kommilitonin empfand ihn als blumig, würzig und pflanzlich vegetativ. Den Preis setzte sie bei 12€ an, der Rest nannte noch Aromen, wie zum Beispiel Apfel und Maracuja und befanden ihn als exotisch und kühl. Fast einstimmig wurde vermutet, dass dieser Sauvignon aus der Neuen Welt kommen muss, nämlich aus Neuseeland. So schnell wird ein Pfälzer zum Neuseeländer!

Danach kündigte sich schon der 3.Flight an und zeigte sich im 1.Wein nicht von seiner besten Seite, denn den Anfang machte ein 2012 Sauvignon Blanc aus Frankreich, genauer Pouilly Fumé.  Die Aussagen waren mehrheitlich einstimmig. Er wies pilzige und ledrige Noten auf, keine Spur von Fruchtnuancen,  außerdem belegte er die Zunge mit einem öligen Film! Einzige Konsequenz: Der Wein musste durfallen! Als wir das Geheimnis um die Probe lüfteten, waren viele von dem Franzosen enttäuscht, da er auch im höheren Preissegment (14,90€) angesetzt war und sein Geschmack nicht zu dem schön beschriebenen Werbetext („packende Zitrusfrucht, grüner Apfel und klarer Frische“) gepasst hatte. Dafür wurde der 2.Wein besser benotet, denn er war frisch und jung  und hatte etwas von Holunder und weißer Blüte. Ebenso wurde er als Einsteiger Sauvignon Blanc betitelt. Trotz kräftiger Säure und einem Anflug von „Katzenpipi und Elefantenschweiß“ bekam er eine DLG Benotung von 2-3 Punkten. Der „Einsteigerwein“ aus dem Jahr 2012, kostet  16,90€ und kam aus Frankreich (Loire) vom Weingut Domaine Laporte.

Nach einer kurzen und wohlverdienten Pause ging es in die letzten drei Runden. Der 4.Flight wurde kredenzt und zeigte sich nicht von seiner schönsten Seite, obwohl der 1.Wein das noch umzureißen schien, denn der Kommilitone beschrieb ihn als frisch und pflanzlich vegetativ, aber mit flachem Aroma. Die Studentenschaft befand ihn als etwas zu künstlich (in etwa, wie Erdbeergranulat) und zu säurelastig. Es handelte sich hierbei um einen Sauvignon Blanc aus Columbia Valley (Washington), der mit 13% Chardonnay und 2% Marsanne verschnitten wurde. Das Weingut Hedges verlangt für die Flasche 17,70€. Der 2.Wein schnitt nicht so gut ab, er wurde als alt und stark mikrobiologisch empfunden. Ebenso wurden Überlegungen angestrebt, ob er nicht einen BSA durchgemacht hätte, auf Grund seiner Buttrigkeit. Eine Kommilitonin betitelte die Geschmacksnuancen von zermatschten Früchten und gekochtem Gemüse als „perverse Kombi“. Die DLG-Bepunktung fiel deutlich schwach aus. (1,5 Punkte) Bei diesem Wein handelte es sich um einen 2010 Sauvignon Blanc aus dem niederösterreichischem Kamptal  vom Weingut Topf, der Preis pro Flasche liegt bei 23,10€ und wurde von den Studenten als zu hoch empfunden.

Der vorletzte Flight startete mit einem anstößigem Geruch (vornehm ausgedrückt). Der Wein war sehr mikrobiologisch, pilzig und hatte neben Schimmelkäsegeschmack ein zu hohes Alkoholbukett. Fast einstimmig wurde der Wein durfallen gelassen. Der Italiener aus dem Jahr 2010 vom Weingut Villa Russiz und mit seinem Preis von 25,90€ hatte keine Chance. Ganz im Gegenteil zum 2.Wein aus Neuseeland vom Weingut Cloudy Bay Vineyards, dieser schnitt sehr gut ab, denn er war sehr aromatisch und wies neben vegetativen Noten und tropischen Früchten auch nussige Aromen auf. Alle waren sich einig, es musste ein Wein aus der Neuen Welt sein, der mehr als 15€ kostet und genau so war es, der Preis pro Flasche beträgt 23,90€. Als letzten Flight versuchten wir die Kommilitonen ein letztes Mal in die Irre zu führen und stellten einen feinherben Sauvignon Blanc vom Weingut Laubenstein neben den Standartwein (Riesling Classic) Der Laubensteiner Sauvignon Blanc  strotzte, wegen seiner Fruchtsüße, von Mango und Maracuja. Die Kommilitonin ließ vernehmen, dass sie sich nicht sicher sei, ob es nicht doch der Standartriesling wäre. Aber die Auflösung erstaunte niemanden, da viele auf Grund des hohen Fruchtzuckergehalts den Sauvignon vom Riesling unterscheiden konnten.

 

Alles in allem kann man sagen, dass es heutzutage nicht ganz so leicht ist, das Herkunftsland herauszufinden, da viele Winzer, gerade auch aus Deutschland sehr hinterher sind, dem internationalen Vergleich standzuhalten. Auch der Preis sagt oft nichts über die Qualität des Weines aus!
DLG- Bepunktung

Aus unserer Auswertung der Bögen stellte sich heraus, dass Wein Nr.1 aus Südafrika, Wein Nr. 3 aus Rheinhessen vom Weingut Laubenstein und Wein Nr. 4 aus der Pfalz vom Weingut Doppler-Hertel, als bestes bewertet wurden.


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