martin boksch rasenprof

„Rasenprof „Martin Bocksch

 

Vortrag auf Hessentag am Stand (Nr. 15) der Hochschule Geisenheim, 11. Juni und 13. Juni, 15 Uhr

 

Ziel der Allermeisten, die einen Rasen ihr Eigen nennen oder dafür verantwortlich sind, ist eine sattgrüne, dichte und ebenmäßige Rasenfläche. Vieles trägt dazu bei, dass dem oft nicht so ist. Unter Berücksichtigung der folgenden 10 „Goldenen Regeln“ kommen Sie in diesem Jahr Ihrem Ziel vielleicht einen Schritt näher.

 

Zeitige „Frühjahrskur“ und  Startdüngung

Nach jedem Winter ist der Rasen geschwächt. Er sollte daher nun mit einem festen und ruhig schwereren Eisenrechen abgerecht werden. Dabei werden neben den Ästen und Laub auch abgestorbene Grasblätter entfernt. Und Maulwurfshaufen und Regenwurmhäufchen eingeebnet. Eine zeitige Startdüngung mit einem Stickstoffdünger, gleich nach der beschriebenen Frühjahrskur, beschleunigt die Entwicklung der Gräser und Schäden werden schneller verwachsen.

 

Saatgutwahl

Die Auswahl der Saatgutmischung ist ganz wichtig. In der Regel werden im Handel Mischungen verschiedener Arten und Sorten für die unterschiedlichen Rasentypen angeboten. Bei einem genaueren Blick erkennt man schnell verschiedene Preisgruppen für vergleichbare Mischungen des gleichen Rasentyps. Der Preis gibt einen guten Hinweis auf die Qualität. Garantiert ist die Qualität der so genannten „Regelsaatgutmischungen“, kurz RSM-Mischungen. Das sind von einer Fachkommission festgesetzte stets vergleichbare Mischungen die geschützt sind.

 

Unkrautbekämpfung

Unkräuter, auch Moos, sind immer auch ein Zeichen, das der Rasen keine optimalen Wachstumsbedingungen hat. Zu viel Stress, zu wenig Licht oder Nährstoffe, tiefer Schnitt, fehlendes Wasser oder Bodenprobleme. Zur Unkrautbekämpfung eignet sich am besten das Frühjahr (Mitte April – Mitte Juni). In dieser Zeit wachsen die Gräser am kräftigsten und können die entstandenen Lücken rasch schließen. Mit Herbiziden behandelte Flächen sollten grundsätzlich nachgesät werden. Nicht alle Unkrautbekämpfungsmittel wirken gegen alle Unkräuter gleich gut.Langfristig ist daran zu arbeiten die Ursachen für die Wachstumsprobleme der Gräser zu identifizieren und abzustellen.

 

Ausreichende Nährstoffversorgung

Für Rasengräser sind insbesondere die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Magnesium und Eisen wichtig für die Energiegewinnung. Spezielle Rasendünger bieten diese Nährstoffe in dem für die Gräser optimalen Verhältnis an. Für die auszubringende Menge ist der Stickstoff der Leitnährstoff. Beispielhaft ist folgende Verteilung: Startdüngung Anfang März – Stickstoffbetont; Hauptdüngung Anfang Mai – Alle Nährstoffe; Sommerdüngung im Juli – Alle Nährstoffe; Herbstdüngung Anfang September – Alle Nährstoffe; Winterdüngung Mitte Oktober – Kaliumbetont.

 

Richtige Schnitthöhe

Die Schnitthöhe von 4 – 5 cm belässt bei einem „normalen Gebrauchsrasen“ den Gräsern genügend Blattmasse zur Photosynthese. Abhängig ist die Schnitthöhe nicht zuletzt aber von der Nutzung und dem Rasentyp. Einen hochwertigen Fußballrasen kann man bei einer entsprechend intensiven Pflege durchaus auf 3 cm schneiden und ein Zierrasen, wenn er in erster Linie den feinen Rotschwingel enthält, auch auf 2 cm.

 

Regelmäßiger Schnitt

Dafür gibt es die einfache aber bewährte „Drittel-Regel“: Sie besagt, dass ein Rasen immer dann zu schneiden ist, wenn ein Drittel seiner Schnitthöhe hinzu gewachsen ist. Bei einer Schnitthöhe von 4 cm, wäre das beispielsweise bei einem Aufwuchs von knapp 1,5 cm oder 5,5 cm Rasenhöhe. So genau wird jedoch kaum ein Anwender messen. Aber zumindest bei Zuwachs der halben Schnitthöhe, in unserem Beispiel 2 cm oder 6 cm Wuchshöhe, ist der Rasen wieder zu schneiden.

 

Wasser bei Trockenheit

Auch für Gräser, die zu 80 – 90 % aus Wasser bestehen, ist ausreichend Wasser lebensnotwendig. Ob die Gefahr der Austrocknung besteht, erkennt man leicht an zwei Parametern: die sonst frischgrüne, glänzende Farbe des Rasens wird blaugrau. Der Rasen verliert seinen Glanz und wird stumpf. Die Graspflanzen benötigen nicht nur eine oberflächliche „Bodenanfeuchtung“, sondern eine rund 15 cm tiefe Durchfeuchtung des Bodens. Beregnet wird am besten in den Abend- oder Nachtstunden, da die Luftbewegung geringer und die Verteilung somit gleichmäßiger ist. Die Verdunstung ist nicht mehr so stark und die Pflanzen haben mehr Zeit das Wasser aufzunehmen.

 

Richtig vertikutieren

Das Vertikutieren gehört zu den wichtigen Pflegemaßnahmen die insbesondere Zierrasen und ältere Rasenflächen, einmal jährlich erhalten sollten. Beim Vertikutiervorgang fahren vertikal arbeitende Messer durch die Grasnarbe und die Rasenfilzschicht. Aber nicht durch den Boden. Ein Vertikutierer ist keine Fräse! Der beste Zeitpunkt für diese Maßnahme ist ebenfalls das Frühjahr.

 

Rasen einwintern

Vor dem Winter bedarf es einer gezielten Vorbereitung und Unterstützung der natürlichen Schutzmechanismen der Gräser. Angefangen bei einer reduzierten Stickstoffdüngung im Spätherbst, mit der vermieden wird, dass zu der späten Jahreszeit noch junge, nicht mehr ausreifende Zellen gebildet werden. Zusätzliche Kaliumgaben vor dem Winter verbessern dagegen die Kältetoleranz der Pflanze. Es ist notwendig Laub und andere Bedeckungen im Herbst rasch zu entfernen. Auf keinen Fall sollen sie über den Winter liegen bleiben. Andernfalls führt schließlich der völlige Lichtentzug zum Absterben der Gräser.

 

Gerätewartung und Materiallagerung

Im Winter braucht der Rasen Ruhe. Je weniger man ihn bei Nässe, Raureif oder gar Frost betritt, desto besser für die Gräser. Gerade im gefrorenen Zustand brechen die Halme und mit ihnen auch der Vegetationspunkt ab. Sinnvoller ist es sich der Wartung und Hauptpflege von Rasenmäher und anderem Pflegegerät zu widmen. Dabei ist den Schneideinheiten besondere Beachtung zu schenken. Sie sind zu schärfen, denn nur scharfe Messer garantieren einen sauberen Schnitt und gesunde Gräser. Dazu kommen Motorwartungsarbeiten.

 

Der „ Geisenheimer Rasenprof“ wird am kommenden Mittwoch, 11. Juni, und Freitag, 13. Juni, um 15 Uhr auf der Bühne am Stand der Hochschule Geisenheim (Nr. 15) einen Vortrag über das deutsche Weidelgras und die Wiesenrispe halten

 


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