Am sonnigen Mittwoch den 14.5.14 trafen sich zum dritten Mal eine Gruppe Internationaler Weinwirtschaftsstudenten um eine Blindverkostung durchzuführen. Die Vorbereitungsgruppe stieg mit einer Präsentation in die Welt des Rieslings ein und Informierte die Kommilitonen über Abstammung(Kreuzung aus Heunisch, Vitis vinifera Sylvestris und Traminer-Klon), Herkunft(früheste Nennung 1435!), Verbreitung(die Rieslingfläche in Deutschland ist mehr als doppelt so groß wie die aller anderen Länder zusammen), Önologische- und Sensorische Merkmale (stark Terroir beeinflusst) und einen umfangreichen Storecheck. Danach ging es endlich zum spannenden Teil – der Verkostung. – der Verkostung.

Geplant waren 6 Flights á 2 Weine ohne jegliche Hinweise auf die Herkunft, den Preis oder den Geschmack. Das unsere Rieslingauswahl eine Preisspanne von 2,99€ – 35,00€ betrug und neben deutschen auch ein Wein aus Österreich sowie Neuseeland vorhanden war, sollte der ein oder andere noch staunen. Wir werden jedoch in diesem Blogeintrag nur auf die Top 3 (Anhand der von den Teilnehmern ausgefüllten Bewertungsbögen) eingehen, da diese die größte Begeisterung bei uns Studenten ausgelöst haben.

Rheinhessen ganz vorn mit dabei:  Der Riesling trocken, QbA, 2013, 6,90€ vom Weingut Stefan Winter aus Rheinhessen hat es Anhand unserer Auswertung der Bewertungsbögen auf Platz 3 der besten Weine geschafft hat. Der Wein wurde mehrheitlich gut bewertet und mit den typischen Zitrusaromen beschrieben, einer intensiven Säure und teilweise auch rauchig eingestuft. Der Winzer selbst nennt diesen Wein „Obstkorb voller gelber Früchte“ und empfiehlt ihn als Essensbegleiter. Auch das Preisleistungsverhältnis wurde von den Teilnehmern zwischen 5€ und 10€ als gut empfunden.

Auch „Neue Welt“  kann Riesling! Der fünfte Riesling des Tages konnte erneut überzeugen und wurde auf Platz 2 von 12 gewählt. Hierbei handelt es sich, was viele überraschte, um einen neuseeländischen Wein aus Marlborough aus dem Jahr 2012. Wer bisher von Mud House Riesling noch nichts gehört hat und gerne Weine aus der „Neuen Welt“ trinkt sollte hier voll und ganz auf seine Kosten kommen.  Als „ein frisches blumiges Bouquet; am Gaumen schön ausbalanciert mit einer feinen mineralischen Note und einem Touch Süße im Abgang“  wurde der Wein beim Händler beschrieben und begeisterte auch viele der Probanden. Von uns wurde er mit gelben Pfirsichen, Weinbergpfirsichen, Apfel und einer gut eingebundenen Säure bewertet, der durchaus noch Lagerfähig ist.  Preislich wurde dieser Wein erneut zwischen 5€ und 10€ eingeschätzt, was diesmal jedoch falsch war da der Mud House Riesling 2012 bei 14,80€ liegt.

Und wo bleibt der Rheingau…? In unserem vorletzten Flight wurde unser Tagessieger ausgeschenkt, der von allen Kursteilnehmern gut bis sehr gut bewertet wurde. Der Wein von der Nahe (ohne Nennung des Winzers) sorgte für große Überraschung und staunende Gesichter, da es sich nicht etwa um ein Großes Gewächs oder eine Beerenauslese handelte, sondern um einen QbA feinherb von 2013 der im Einkauf bei Aldi gerade einmal 2,99€ kostet.

Ein typischer Riesling der an Äpfel, Zitrusfrüchte und mineralische Noten erinnert und zu Fischgerichten und Meeresfrüchten, zu Spargel und knackigen Salaten, feinen Vorspeisen, zu Pasta und leichten Kalbfleisch- und Geflügelgerichten“ empfohlen wird. Auch bei uns fand dieser Riesling großen Anklang und begeisterte durch seine süßlichen Honignoten und die süffige Art, die hervorragend zum Wetter passte. Preisliche Einschätzungen lagen allesamt deutlich über den tatsächlichen 2,99€ und somit daneben.

Fazit: Auch Deutschlands ungekrönte Weinmajestät Riesling birgt Überraschungen. Vermeintlich unscheinbare  Gewächse bieten den Platzhirschen die Stirn. Ausprobieren lohnt sich!


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