Sao Paulo ist Südamerikas größte, wohlhabendste und ökonomisch wichtigste Stadt und nicht besonders reich an touristischen Attraktionen. Es gibt ein paar große, architektonisch sehr ansprechende Brücken, Museen und viele Kulturveranstaltungen, die sich meistens eher an die einheimische Bevölkerung und nicht an Touristen richten. Das macht Sao Paulo aber zu einer sehr interessanten und vor allem authentischen Stadt.

Eins der bekanntesten touristischen Ziele ist in jedem Fall der „Mercado Municipal“, übersetzt bedeutet dies nichts weiter als Städtische Markthalle. Gebaut und eingeweiht im Jahre 1933, war die Markthalle gedacht als Großmarkt hauptsächlich für Obst und Gemüse sowie auch für Getreide, Fleisch, Fisch und Gewürze.

Im Laufe der Zeit verlor diese Markthalle jedoch an Bedeutung, nachdem wegen des enormen Bevölkerungswachstums der neue Großmarkt (siehe folgender Artikel) eingeweiht wurde. Aufgrund der besonderen Innenarchitektur, welche mit vielen reihenartig angeordneten Vitrinen und boxförmigen Verkaufsständen aufwartet, wird der Mercado Municipal heute als Verkaufshalle für die edelsten und besten Früchte, Gewürze und Fleisch der Stadt verwendet. Jede Box wird von einem Händler gemietet, welcher sich wiederum auf dem eigentlichen Großmarkt mit hochqualitativer Ware eindeckt und diese dann sehr hochpreisig an Einheimische und Touristen verkauft. Die meisten Leute kommen nicht hierher, um sich für den täglichen Bedarf mit Obst einzudecken, sondern um exotische Früchte zu kaufen, zu flanieren oder einfach nur zu probieren.

Kostproben der gängigen Preise der Markthalle (umgerechnet in Euro):

1 kg Kirschen (USA) – 26 € (Großmarkt 12 €)

1 kg Nektarinen/Pfirsiche/Pflaumen (USA) – 16 € (Großmarkt 5,6/5,3/4,2 €)

1 kg Physalis (Kolumbien) – 33 € (Großmarkt 14 €)

Die Preise sind jedoch sehr variabel, man kann, besonders wenn man des Portugiesischen mächtig ist, relativ gut verhandeln (eigentlich sehr unüblich in Brasilien), und dadurch Rabatte von bis zu 30% erreichen. Wenn man dazu dann noch die Preise des echten Großmarktes kennt, sieht man auch die extreme Marge der hiesigen Händler.

Ein Geheimtipp sind die reichlich vorhandenen Fressbuden. Dort gibt es unter anderem das vermutlich beste Pastel der Stadt. Pastel nennt man frittierte, gefüllte Taschen aus einem einfachen Teig. Die Füllungen variieren sehr stark und reichen von Hackfleisch mit Käse über vegetarische Füllungen, Hühnerfleisch, Palmherzen bis hin zu Schokolade, Kokosraspeln und Erdbeeren. Sehr zu empfehlen. Doch auch hier wird mächtig am Preis gedreht. Normalerweise bekommt man ein Pastel für umgerechnet 1,5 €, dort kosten sie jedoch je nach Füllung 3,5 € bis 5 €. Aber es lohnt sich!


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