Eine ganz besondere kulturelle Erfahrung: Das Erasmus staff mobility training in Udine/Italien / Ulrike Schneider berichtet

 

Ulrike Schneider von der Studiengang- und Prüfungsverwaltung besucht zurzeit die Partneruniversität der Hochschule Geisenheim in Udine. Sie betreut den Studiengang Weinbau und Oenologie und somit auch den deutsch-italienischen Doppel-Bachelor in Weinbau und Oenologie. Seit 1996 läuft diese sehr erfolgreiche Hochschulkooperation in Lehre und Forschung zwischen Geisenheim und den Universitäten Udine und Trento sowie mit dem Istituto Agrario di San Michele all`Adige. Jedes Wintersemester starten italienische Studenten in diesem Programm und bleiben ein Jahr in Geisenheim. Oft sind sie bereits im September in Wein- und Sektkellereien im Rheingau, um praktische Erfahrungen in Deutschland zu machen.

Von der Hochschule Geisenheim ist seit Beginn des Wintersemesters der Argentinier Mariano Zelada an der Universität in Udine. Er hat bereits von August bis Oktober das verpflichtende Praktikum „Tirocinio“ in einem Weingut in Italien gemacht. Jetzt zeigte er Ulrike Schneider die Stadt Udine aus Sicht eines Studenten und informierte sie über die italienischen Gepflogenheiten. Statt gleich Essen zu gehen wie das in Deutschland allgemein üblich ist, nimmt man erst einmal einen „Aperitivo“. In Udine gibt es eine große Anzahl an italienischen Bars, Osterie (Weinstuben) und Restaurants in der Altstadt. In einer Vinothek, die in einem wunderschönen alten Gebäude integriert ist, gab es für die beiden Geisenheimer erst mal eine ausführliche Beratung durch den Sommelier. Schnell stellte sich heraus, dass Mariano Zelada und er gemeinsame Weinfreunde haben – die Weinwelt ist ein Dorf.

„Udine ist eine sehr sehenswerte Stadt. Der über 400 Jahre venezianische Einfluss ist überall zu sehen. Es gibt so viele wunderschöne, ehrwürdige Gebäude, die ahnen lassen, dass die Stadt einmal sehr reich war. Ganz besonders beeindruckend ist die ‚Piazza della Libertà‘. Vom Schloss hat man hat einen herrlichen Ausblick auf die Stadt bis hin zu den Südalpen“, zeigt sich Ulrike Schneider begeistert.

Ganz wichtig ist es auch für Ulrike Schneider, sich schon vor Reisebeginn mit der Kultur des Landes zu befassen und zu wissen, wie man sich in der Landessprache begrüßt, verabschiedet oder bedankt. „Es ist nicht so, dass man sich allein auf seine Englischkenntnisse verlassen kann. Neu für mich war auch, dass man in Italien nach 12 Uhr keinen Cappuccino mehr trinkt. Da tut sich doch der Vergleich zu den Weißwürsten in Bayern auf…“, sagt sie schmunzelnd.

Wer nach 12 Uhr noch einen Cappuccino trinkt, outet sich sofort als Deutscher – das ist ihr, so Ulrike Schneider, sicher auch gelungen. Auch hat sie gleich am ersten Tag den Bus verpasst, weil sie davon ausging, dass der Bus sowieso hält. Hinterher hat sie von der jungen Frau an der Rezeption, die freundlich grinsend vom „cultural shock“ sprach, erfahren, dass sie hätte winken müssen, damit der Bus hält.

Mittlerweile fühlt sich Ulrike Schneider schon als halbe Italienerin und „sauwohl“. Sie wird noch bis Freitag in Udine sein und in einem weiteren Blog von ihrer Arbeit und ihren Kolleginnen und Kollegen an der Universität Udine berichten.


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