Gut besuchter Vortrag zum Thema Betriebsübergabe und Nachfolgelösungen

Der Traum von der Selbstständigkeit lebt. Dies zeigte nicht zuletzt die Besucherzahl des Vortrags „Der Traum vom eigenen Weingut“, der vom Geisenheimer Institut für Weiterbildung (GIW) in Kooperation mit der Wiesbadener Beratungsagentur Wein&Rat organisiert worden war. Weit mehr als 200 Interessierte konnte Prof. Dr. Jon Hanf, Studiengangleiter Internationale Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim, im vollbesetzten Gerd-Erbslöh-Hörsaal begrüßen,  darunter auch einige Unternehmen, die händeringend nach einer Nachfolgelösung suchten.

Jeder vierte Winzer wisse nicht, was nach dem Rentenalter mit seinem Lebenswerk geschehen soll. Ein Verkauf käme für die meisten Familienbetriebe im ersten Moment nicht in Frage, doch gerade diese Option sei in den meisten Fällen sinnvoll, wie Erhard Georg Heitlinger von der Berateragentur Wein&Rat erklärte. Mit seinem Team steht er potentiellen Käufern und Verkäufern mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um das Thema Betriebsübergabe und Nachfolgelösungen geht. Den Schlüssel zum Kapital sieht Heitlinger dabei in der Knüpfung von Kooperationen mit professionellen Beratern. Als Hilfe zur Selbsthilfe könnte man das Motto des engagierten Geschäftsmannes beschreiben, der sich in diesem Sinne als Vermittler zwischen Käufer, Verkäufer und der Gesetzeslage zur Verfügung stellt. Die Überforderung des unwissenden Weingutssuchenden belastete auch Urban Kaufmann vom Weingut „Hans Lang“, der durch Wein&Rat nicht nur einen neuen Lebensinhalt gefunden hat, sondern ebenfalls die passende Partnerin an seiner Seite. Gerade für einen Quereinsteiger wie Kaufmann sei es schwierig, Weingüter zu beurteilen, in Frage kommende Weinbergslagen zu selektieren und Bausubstanz vorausschauend zu analysieren. Wein&Rat zieht dabei gerne die ehemaligen Besitzer selbst zur Verantwortung und wählt bewusst Kunden und Verkäufer, deren Verhältnis zu harmonieren scheint. Nicht nur das Budget des potentiellen Käufers ist entscheidend, sondern das Wesen des Menschen selbst und die Beziehung zum Objekt. Im Falle von Hans Lang und Urban Kaufmann sei diese Bestrebung geglückt, doch ist auch die Rede von Heimatverlust. Das Loslassen falle den meisten Unternehmern schwer, da jahrzehntelanger Fleiß und Herzblut in die Hände eines Anderen gegeben werden sollen. Eine Betriebsübergabe ist selbst mit Hilfe von Experten ein langwieriger, komplexer Prozess, der Käufer, Verkäufer und deren Familien auf die Probe stellt.

 


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