Ein Bericht von Rudi Knoll, Weinjournalist:

Geschafft war am Ende vor allem Coach Friedel Müller. Zwei Spiele hintereinander musste er Mannschaftsaufstellung und Taktiken erläutern, Teams auf die Gegner einstellen und dann vom Spielfeldrand aus Kommandos geben sowie Auswechslungen vornehmen und kleine System-Umstellungen vornehmen. „Ich bin zufrieden, aber auch richtig heiser“, gestand er im Geisenheimer Stadion nach dem Klassiker der A-Mannschaft gegen den Abschluss-Jahrgang des Campus Geisenheim und dem Spiel der etwas verjüngt angetretenen „Spätlese“ gegen die Alten Herren von Hassia Bingen.

Letztere waren etwas verdutzt, dass doch ein paar noch nicht ergraute Spieler auf Seiten der Weinelf aufliefen, handelte es sich hier schließlich um eine echte AH mit Kickern zwischen 40 und 60 Jahren, einige sogar darüber (aber der älteste Spieler stand dennoch mit 68 Lenzen für die Weinelf auf dem Kunstrasen). Müller war bei der Aufstellung zur Improvisation gezwungen, da er nicht genügend reife Ü40-Spieler zur Verfügung hatte. So mussten einige jüngere Balltreter ran, die dann im zweiten Spiel teilweise nochmal Spielminuten bekamen.

Der Altersunterschied machte sich in diesem Vorspiel schnell bemerkbar. Bereits bei Halbzeit führte die Weinelf-Spätlese mit 2:0 und ließ dabei noch ein paar klare Chancen liegen. Die wenigen Möglichkeiten der Binger vereitelte der sichere Schlussmann Maxi Stiegler, der eigentlich für das Campus-Spiel angedacht war. Aber bei diesem schon zur Tradition gewordenen Kick wollte Jürgen Fladung, die Nummer Eins der Weinelf, den jungen Studenten zeigen, was ein Torhüter-Oldie noch drauf hat (was ihm dann auch gelang).

Die Spätlese-Elf spulte ihr Pensum auch in der zweiten Halbzeit souverän herunter und sorgte für drei weitere Treffer. Zweimal trugen sich Neuzugang Konstantin Gänz aus Guldental und Matthias Mack aus Rot am See in die Schützenliste ein. Für das 5:0 sorgte am Ende Michael Trenz aus Johannisberg.

Deutlich härter war die Gegenwehr im Spiel zwei. Die Studenten konnten ein kampf- und spielstarkes Team aufbieten, das sich von einem unglücklichen 0:1 Rückstand nach etwa zehn Minuten durch einen abgefälschten Freistoß von Spielmacher Christian Gebhardt (Weingut Hirt-Gebhardt, Martinsthal) nicht schocken ließ. Kurz vor Halbzeit fiel bei einem Konter der für Schlussmann Fladung unhaltbare Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel hatte zwar die Weinelf die besseren Möglichkeiten in einem jetzt überlegen geführten Spiel, aber das Campus-Team kam dennoch immer wieder zu Chancen, meist inszeniert von einem „abtrünnigen“ Weinelfer, nämlich Friedrich Keller aus Oberbergen, der nach Abschluss seines Studiums in Geisenheim Zuhause bei Vater Fritz Keller (Schwarzer Adler) einsteigen wird und dann wohl auch seiner Mitgliedschaft in der Weinelf Taten folgen lässt.

Die Torhüter avancierten in der zweiten Halbzeit zu den überragenden Spielern auf dem Platz. Der Geisenheimer Schlussmann stand Fladung in nichts nach und hatte nur einmal Glück, als der Schiedsrichter der Weinelf einen vermeintlichen Handelfmeter verweigerte. Bei der nächsten Aufregung im Strafraum blieb der Pfiff nicht aus. Das Foul an Thomas Krischke (Rotkäppchen Mumm) ließ den Schiedsrichter auf den Punkt zeigen. Christian Gebhardt verwandelte eiskalt zum Endergebnis von 2:1.

Auffällig noch beim Campus-Team: Im Mittelfeld zeigte die junge Maria Bietighöfer aus Billigheim-Ingenheim (Südpfalz), die internationale Weinwirtschaft studiert, dass eine Frau durchaus mit den Männern mithalten kann. Aber sie hat Vereinserfahrung und spielte vor einigen Jahren regelmäßig für die Frauen-Mannschaft des Karlsruher Sportclub. Vielleicht wird aus ihr eine Weinelfe…?


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