Saxophon und Bass, mal mit Anklängen zum Jazz, mal zu Latin und Folk, stimmen Preisträger und anwesende Gäste am 11. Juni 2015 auf die 6. Preisverleihung der Gerd-Erbslöh-Stiftung im Gerd-Erbslöh-Hörsaal der Hochschule Geisenheim ein.

In seiner Begrüßungsrede freut sich Dr. Jörg Möller, Vorstand der Erbslöh Geisenheim AG, ganz besonders über die Vielfalt der 3 ausgezeichneten Bachelor-Arbeiten, die die ganze Bandbreite von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Geisenheimer Getränkedisziplinen widerspiegeln.

Dr. Marc Rauschmann, Braumeister und Geschäftsführer von „Die Internationale Brau-Manufacturen GmbH“ macht in seinem Gastvortrag deutlich, worauf eine moderne Getränketechnologie aufbauen muss, nämlich Experimentierfreude und Innovation. Seit nunmehr 5 Jahren entwickelt und produziert er mit „BraufactuM“ handwerklich gefertigte Biere höchster Güte. Und auch das exklusive Design, die Produktpräsentation und nicht zuletzt die Preisstellung grenzen „Progusta“, „The Brale“ & Co deutlich von dem geschmacklichen Einerlei auf dem deutschen Markt ab. Die Nähe zum Wein ist dabei bewusst gewollt und inszeniert: „Bei uns heißen Winzer Braumeister“.

Die wichtigsten Personen an diesem Nachmittag sind aber die 3 Preisträger, die der Vorsitzende des Kuratoriums der Gerd-Erbslöh-Stiftung und frühere Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim, Prof. Dr. Klaus Schaller, vorstellt.

Annemarie Hillenbrand ist Fränkin und macht aus ihrer Leidenschaft für Rotwein keinen Hehl. In ihrer Bachelor-Arbeit hat sie sich passend zum Thema mit der „Farbveränderung bei Rotwein bedingt durch unterschiedliche Schönungs- und Filtrationsmaßnahmen“ beschäftigt. In ihrer Laudatio betont Prof. Dr. Monika Christmann, dass ihr Frau Hillenbrand schon früh durch intelligente Fragen aufgefallen sei und überreicht zur Freude Hillenbrands gemeinsam mit dem Preis auch einige Flaschen selbst produzierten Weins.

Der zweite Preisträger, Christopher Köhr, ist aus Adelaide, Australien, zugeschaltet. Der Pfälzer hat schon viel geleistet: er war Bester seines Abiturjahrgangs, hat sein Weinbaustudium mit „sehr gut“ abgeschlossen und parallel dazu an der Fernuniversität Hagen Wirtschaftswissenschaften studiert. In seine Bachelor-Arbeit „Evaluation von Kühlgeometrien in Gärtanks mit 3D-CFD Simulation“ hat er viele Ideen eingebracht, die von den Doktoranden der Arbeitsgemeinschaft um Prof. Dr. Kai Velten aufgegriffen und weiterentwickelt werden.

Bei der Würdigung von Stefan Schmidt bereitet Prof. Dr. Bernd Lindemann humorvoll auf das Thema vor: „Zwischen einem Kuchen von Jamie Olivier und einem Kuchen von Ihnen, da gibt es immer ein Delta, also einen Unterschied zwischen dem was man will und dem was man hat. Hier braucht man Analysetechnik.“ In seiner Abschlussarbeit zum Thema „Untersuchungen zur Validierung einer Hochschulbrauerei“ hat Stefan Schmidt darum mit viel Fleiß, Kreativität, Akribie und Ruhe die zur Entwicklung eines reproduzierbaren Verfahrens zur Bierwürzeherstellung erforderlichen Versuchsreihen durchgeführt. „Mein Studium hat meine Liebe zum Bier geweckt“, schwärmt Schmidt, der jetzt in seiner Garage ein eigenes Craft Bier braut.

Prof. Dr. Otmar Löhnertz, Vizepräsident für Lehre, bringt in seiner Abschlussrede die Freude darüber zum Ausdruck, durch die Stiftung herausragende Arbeiten würdigen zu können: „Die Betreuer sind stolz wie Oscar und auch die Hochschule Geisenheim weiß die Entwicklung und die Bandbreite der prämierten Arbeiten sehr zu schätzen.“

Die Veranstaltung endet mit einer Bierprobe.


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