Ein Exkursionsbericht von Julia Dittrich

Mit nur einer Hand voll dem Italienischen mächtigen Studenten machten wir uns auf die lange Reise in Richtung Süden. Weit hinter den Alpen war Udine in den romantischen Hügeln des Friauls unser Ziel, doch sollten wir schnell merken, dass diese Exkursion für uns vor allem eins bedeutet: Einmal kaltes Wasser und wieder zurück – im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn schon mit der Reiseroute lernten wir eine neue Lektion fürs Leben. Navigationssysteme haben nun einmal nicht immer Recht, was wir nach kurviger Fahrt durch enge Passstraßen spätestens an der slowenischen Landesgrenze einsehen mussten und umkehrten. 14 Stunden stickige Busluft und unzählige, aufs Genauste getimte Pausen später erreichten wir schließlich das Land der Sonne und des Weins. Der kleine Ort Corno di Rosazzo, nur wenige Busminuten von Udine entfernt, wurde zu unserem Wohnort. Auf zwei kleine Ferienanlagen aufgeteilt machten wir die Weingüter des Friauls unsicher. Immer mit dabei die beiden Exil-Geisenheimer Jasmin und Mariano, die ihre wertvolle Zeit fürs Dolmetschen und Wegweisen opferten. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Euch!

So besuchten wir gemeinsam das Weingut „Valentino Butussi“, wo wir nicht nur die typischen Rebsorten der Region verkosten durften, sondern auch eine Menge über die Vielfalt an Hölzern in den friulanischen Wäldern lernten, die im Fassbau genutzt werden. Auch das „Consorzio Agrario Friuli Venezia Giulia“, eine Gemeinschaft zur Unterstützung der Winzer des Friauls in Anbau und Marketing, versetzte uns in Staunen. In abwechselndem Italienisch-Englisch wurden wir auf den Stand der neuesten Vorhersagetechnik von Krankheiten im Weinbau gebracht und mussten leider einsehen, dass unser Italienischwortschatz noch nicht ganz für die Komplexität der Thematik reichte. Unser nächster Halt sollte schließlich die Universtiät von Udine sein, wo uns der Leiter des Instituts für Weinbau, Herr Professor Peterlunger, herzlich begrüßte. Auch eine Tour durch die Institutsweinberge war angedacht, wurde jedoch durch die tiefhängenden Gewitterwolken vereitelt, die uns wie begossene Pudel aussehen ließen. Doch vor allem unsere Abende im kleinen Corno di Rosazzo waren ein echtes Highlight unserer Reise. Mit dem eindeutigen Ziel, den Geschmack des Südens voll auszukosten, quartierten wir uns in einer kleinen, heimeligen Trattoria ein und durften die wahre Kochkunst der italienischen Großmütter genießen. So muss Italien schmecken!

Der zweite Tag unserer Reise war der Kultur verschrieben und so machten wir uns geschlossen auf in den alten, römisch geprägten Ort Aquileia, wo wir nicht nur das wohl schönste Kirchenmosaik bewundern durften, sondern auch noch ein paar Badehosen erstanden. So gerüstet konnte wir endlich in Richtung Sonne, Strand und Meer ziehen und nach dem vielfältigen Sightseeing-Programm für ein paar Minuten die Seele baumeln lassen. Und auch wenn wir wieder einmal voll im Wasser standen, war das diesmal ausnahmsweise überhaupt nicht unangenehm. Unser vorerst letzter Halt sollte schließlich das Weingut „Vigneti Pittaro“ unweit von Udine gelegen, sein. Mit seiner Liebe zum Sekt und einem schrägen Tick von Sammelleidenschaft erhellte das Unternehmen unseren (schon wieder) verregneten Nachmittag und gab uns Gelegenheit, uns für die anstrengende Heimreise mit Proviant einzudecken.

So ist zu unserer Exkursion nur eines zu sagen: Trotz all dem Regen und dem kalten Wasser, in dem wir mit unseren Italienischkenntnissen Kopfsprünge übten, waren diese vier Tage ein bereicherndes Erlebnis, das uns allen lange in Erinnerung bleiben wird und wir danken sehr herzlich unserer Dozentin Signora Ceroni, dass sie uns diese schönen Momente ermöglicht hat.


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