IMG-20151108-WA0004Als Studentin der Getränketechnologie im siebten Semester habe ich gemeinsam mit Ute Bickert und Ruth Lehnhart die Hochschule Geisenheim University bei der Messe Horizon in Mainz vertreten. Für mich war es das erste Mal, dass ich offiziell meine Hochschule vertrat und interessierten Schülern und Eltern von den Möglichkeiten des Studium an meiner Hochschule berichten konnte. Natürlich habe ich das mit Freude gemacht. Nachdem wir an dem Messestand unserer Hochschule alles vorbereitet hatten, kamen auch schon interessierte Schüler an. Viele wussten leider nicht, wo Geisenheim liegt, andere hatten Freunde, die an unserer Hochschule schon studieren oder wussten nur, dass man in Geisenheim Weinbau und Oenologie studieren kann. Wenigen war das gesamte Angebote der angebotenen Studiengänge in Geisenheim bekannt. Es gab Schüler, die schon wussten, was ihr Ziel ist. Sie fragten direkt nach einem bestimmten Studiengang. Interessiert waren viele an den Studiengängen „Oenologie und Weinbau“ und „Landschaftsarchitektur“. Die zu diesem Wintersemester neu angebotenen Studiengänge „Lebensmittelsicherheit“ und „Logistik und Management für Frischprodukte“ wurden von vielen Schülern und ihren Eltern mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Eine Messe in dieser Form ist meiner Meinung nach sehr wichtig, um Informationen über die Hochschule breit zu streuen und die Aufmerksamkeit zukünftiger Studienbewerber zu wecken.

Ich hatte während der Messe zwei besondere Erlebnisse. Das erste war, als ein interessierter Vater mit seinem Sohn sich über den Studiengang „Weinbau und Oenologie“ oder auch „Internationale Weinwirtschaft“ informieren wollte, da der junge Mann in einem Weingut zur Aushilfe jobbt und sich erstmals durch unsere Beratung die Idee entstand, dass er sich auch vorstellen könnte, in diesen Studiengängen seine berufliche Zukunft zu sehen. Wir redeten über das Vorpraktikum und das Praxisprojekt und ich erzählte über meinen Auslandsaufenthalt in der Türkei während des Praxisprojektes. Viele kennen normalerweise den Ort und meinen damaligen Chef nicht. Mein Chef war Ismet Koyun. Er ist Informatiker und gründete in seinen jungen Jahren die Firma Kobil, die sich in der Branche der Internetsicherheit spezialisiert hat. Vor etwa 25 Jahren kaufte er in Antalya/Türkei eine Firma die Fruchtsaftkonzentrate herstellt. Sie heißt Meykon und kooperiert mit vielen deutschen Firmen. Dort habe ich mein Praxisprojekt absolviert. Für mich war es eine sehr gute Erfahrung, aber bisher kannte niemand in Deutschland von wem, und wovon ich sprach, wenn ich von meinem Praxisprojekt erzählte. Als ich im Gespräch mit dem Vater, der in der IT-Branche arbeitet, die Firma Meykon erwähnte, wusste er sofort Bescheid und sagte, dass Ismet Koyun sein Chef ist und er deshalb in Antalya die Firma besucht hatte. Dies war ein sehr glückliches Ereignis für mich, denn es ist sehr selten oder sogar sehr unwahrscheinlich, dass man in zwei so unterschiedlichen Branche arbeitend gemeinsame berufliche Kontakte entdeckt.

Das zweite Erlebnis war, dass ich türkischsprachige Interessierte über die Hochschule Geisenheim informiert habe. Sie hatten noch nie von unserer Hochschule gehört, obwohl sie in Mainz und damit auch nicht sehr weit weg leben. Sie freuten sich, mit einer Person reden zu können, die ihre eigene Sprache sprechen konnte. Es war leider auffällig, dass sehr wenige Kinder mit Eltern ausländischer Herkunft die Messe besuchten. Ich denke, dass viele ausländische Eltern einen derartigen Messebesuch als unwichtig oder sogar für unnötig halten. Nach unserem Auftritt mit der Hochschule und meinen eigenen Erfahrungen – ich habe mit viel Mühe meinen Studiengang gefunden – weiß ich, dass mir als Studienvorbereitung genau diese Art von Information gefehlt hat. Heute sehe ich, wie wichtig es ist, sich zu informieren und einen derartigen Auftritt von Hochschulen wahrzunehmen, um den zukünftigen Weg der eigenen Karriere besser zu planen.


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