Getränketechnologie-Studenten der Hochschule Geisenheim erreichen Platz 3 bei der TROPHELIA

Draffity_vlnr_Maximilian_Grimm_und_Benedikt_Meinung © FEI e.V.

Maximilian Grimm und Benedikt Meinung präsentieren ihre Treber-Limonade Draffity. © FEI e.V.

Getränketechnologen müssen nicht nur kreativ und geschickt, sie müssen vor allem geduldig sein. Der erste Versuch bei der Entwicklung eines neuen Drinks bringt mitunter kein schmackhaftes Ergebnis, Produkt Nummer zwei hat keine besonders lange Haltbarkeit und bei Version drei setzen sich einzelne Bestandteile zu schnell ab.

So ging es auch Maximilian Grimm und Benedikt Meinung, Master-Studenten der Getränketechnologie an der Hochschule Geisenheim. Gemeinsam haben sie für die Teilnahme an der TROPHELIA, einem Wettbewerb, in dem der Forschungskreis Ernährungsindustrie e. V. (FEI) besonders nachhaltige Lebensmittelinnovationen von Studierenden auszeichnet, eine Treber-Limonade entwickelt. „Wir haben viel mit den Inhaltsstoffen experimentiert, aber am Anfang bekamen wir einfach kein zufriedenstellendes Ergebnis“, erzählt Grimm.

Draffity: Der Sommerdrink für junge Leute, die die Welt verändern wollen

Das proteinhaltige Erfrischungsgetränk dient als Ballaststoffquelle. © FEI e. V.

Das proteinhaltige Erfrischungsgetränk dient als Ballaststoffquelle. © FEI e. V.

Doch die Idee zu Draffity, einer Limonade, die auf Basis von Treber aus der Bierproduktion – im Englischen „draff“ – hergestellt wird, war zu gut, um einfach in die Schublade zu wandern. „Draffity ist ein proteinhaltiges Sportlergetränk, das als Ballaststoffquelle dient und ideal für junge Leute ist, die mit ihrem ökologischen Gewissen die Welt verändern wollen“, fasst Grimm zusammen. Auf dem Weg vom Produktdossier zu einem echten, konkurrenzfähigen Produkt bekam das Team viel Unterstützung: Gemeinsam mit den Kommilitonen und ihrem Dozenten tüftelten die Studierenden an der Umsetzung ihrer Idee, die Mitarbeitern des Getränketechnologischen Zentrums rund um Michael Ludwig halfen bei der Herstellung und Ausmischung. „Es war toll, wie uns alle unter die Arme gegriffen haben“, freut sich Grimm. Und der Lohn unserer Arbeit? „Draffity hat am Ende wirklich richtig gut geschmeckt.“

Die Jury verkostet Draffity - und befindet das Getränk für sehr gut. © FEI e.V.

Die Jury verkostet Draffity – und befindet das Getränk für sehr gut. © FEI e.V.

Das fand auch die Jury der TROPHELIA und wählte das Team der Hochschule Geisenheim im Finale auf Platz 3. „Gerade weil wir als Hochschule das erste Mal an diesem Wettbewerb teilgenommen haben, ist es ein besonderer Erfolg“, lobt Dozent Dr. Claus-Dieter Patz. „Die Konkurrenz war sehr professionell, da können wir uns für die nächsten Runden noch Einiges abschauen.“ Die Entwicklung, Ausarbeitung und Umsetzung des fertigen Produktes erfolgten innerhalb des Moduls Getränkeentwicklung im Rahmen des Masterstudiengangs Getränketechnologie. Die Studierenden konnten im Wintersemester 2015/16 als Alternative zum endgültigen Projektbericht dabei erstmals ein Produktdossier bei der TROPHELIA einreichen.

Getränketechnologie: Ein Studium für Macher und Naturwissenschaftler

Mit vierzig Prozent Praxisanteil ist das Modul Getränkeentwicklung ohnehin etwas für echte Macher und die beste Ausgangsbasis für die Wettbewerbsteilnahme: „Die Studierenden lernen, ein Getränk von der Rohware bis zum Endprodukt zu planen und praktisch umzusetzen. Das schließt auch die Wahl der passenden Verpackung, rechtlich einwandfreie Kennzeichnung des Produkts und dessen Deklarierung ein“, erläutert der verantwortliche Dozent.

„Mit einem abgeschlossenen Getränketechnologie-Studium ist man ein Allrounder“, findet auch der 27-jährige Winzersohn Grimm. „Weinbau allein wäre mir zu langweilig gewesen. Ich lerne in meinem Studium an der Hochschule Geisenheim zwar auch, wie ich einen Wein im Keller zu behandeln habe, aber gerade die vielfältigen Herstellungsmethoden anderer Getränke waren das, was mich gereizt hat.“ Für Studieninteressierte hat er aber noch einen wichtigen Hinweis: Der Wissensdurst ist der richtige Ansporn für das Studium. „Der Anspruch an die naturwissenschaftlichen Fähigkeiten ist schon hoch. Chemie und Physik sind ständige Begleiter.“

Dr. Claus-Dieter Patz mit seinen Schützlingen und dem Gewinnerscheck. © FEI e. V.

Dr. Claus-Dieter Patz mit seinen Schützlingen und dem Gewinnerscheck. © FEI e. V.

Wettbewerbe als Vernetzungsplattformen

Die Teilnahme an einem Wettbewerb sei für Studierende darüber hinaus eine tolle Möglichkeit, sich zu vernetzten. „Ein solches Finale eröffnet einem schon ein bisschen die Welt“, urteilt Grimm. Das Team von Draffity hat im Anschluss an seine Präsentation in Bonn bereits erste Anfragen von Investoren erhalten, die ein mögliches Start-up, das die Limonade auf den Markt bringt, unterstützen wollen. „Das Produkt hat schon Potenzial“, glaubt Grimm. „Und wahrscheinlich werden wir auch versuchen, es zu vermarkten.“ Vorher steht aber noch eine Feier aus: Von den 500 Euro Preisgeld wollen die Master-Studenten den Mitarbeitern im Getränketechnologischen Zentrum erstmal einen ausgeben.


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