Ungarische Trinklieder und Slowenische Ziehharmonika-Musik auf dem Hochschul-Campus

WinzerEuro 2016

Den Heimvorteil im Rheingau-Stadion Geisenheim hat die deutsche WEINELF bei der Winzer-EURO 2016 geschickt ausgespielt: Ein 2:0 gegen Österreich und ein überragendes 5:0 gegen die italienische 11 del vino in der Vorrunde sowie ein 4:2 gegen die Ungarn im Halbfinale standen nach zwei Tagen Fußball-Party in der Kellersgrube auf den Ergebnistafeln. Die Platzverhältnisse in der Mainzer CofaceArena, in der das Finale am 28. Mai 2016 ausgetragen wurde, kamen den deutschen Kickern dagegen leider nicht entgegen; nach einer Regenschlacht stand es am Ende 2:3 gegen den neuen Europameister Slowenien.

Die erfolgreiche Titelverteidigung im eigenen Land mit Siegen in Geisenheim wäre das Tüpfelchen auf dem i der WEINELF gewesen – denn vor elf Jahren hat die Nationalmannschaft der Winzer ihren Siegeszug von Geisenheim aus gestartet. Mit ein paar Anrufen bei Ehemaligen hatte Robert „Roberto“ Lönarz im Mai 2005 spontan eine Mannschaft für ein Spiel gegen ein Gourmet-Team der Weinwelt München zugunsten der Münchener Tafel zusammengestellt. „Unter den elf, die zu Beginn aufgelaufen sind, waren neun Geisenheimer“, berichtet Lönarz. In den Folgejahren traten auch der Vize-Präsident Lehre der Hochschule Geisenheim Prof. Dr. Otmar Löhnertz und Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans Rainer Schultz, der Forscher im Abwehrzentrum, für die WEINELF gegen den Ball – Letzterer getreu dem Motto „Kopf hoch, denn mit gesenktem Kopf kann man keinen Riesling trinken“.

Auch der Kader der WEINELF bei der Europameisterschaft zeigt: Der harte Kern kommt nach wie vor aus Geisenheim. Vier Studierende der Hochschule Geisenheim – Christoph Eifel, Konstantin Gänz, Maximilian Stigler und Moritz Volke – standen genauso im Aufgebot wie acht waschechte Geisenheimer Alumni, allen voran Mannschaftskapitän Philipp Wittmann. Die Betreuerinnen der Mannschaften, die freiwilligen Helfer im Vorfeld und Verlauf der Winzer-EURO: Auch unter vielen von ihnen gab es – neben der Liebe zum Fußball und dem tollen Einsatz für das Event – eine Gemeinsamkeit: Alles Geisenheimer.

Natürlich ließen sich es die Teams aus Österreich, der Schweiz, Italien, Slowenien und Ungarn nach dem Vorrunden-Spieltag im Rheingau-Stadion nicht nehmen, die Hochschule Geisenheim und die Forschungsanlage FACE zu besichtigen. Der Hochschul-Sekt, der bei einem Empfang vor dem Mensa-Gebäude gereicht wurde, ließ Hochstimmung aufkommen; die Ungarn sangen fröhliche Trinklieder, die Slowenen sorgten mit Ziehharmonika-Einlagen für Stimmung. Das überzeugte auch die – zu diesem Zeitpunkt schon ausgeschiedenen – Österreicher: „Fußball ist ja nicht alles. Es geht auch um die Unterhaltung, um eine tolle Stimmung, wie sie hier herrscht“, befand das Betreuerteam. Und auch, wenn es für den Titel leider nicht gereicht hat, so können sich die WEINELFer, die Geisenheimer und alle anderen Helfer doch sicher sein: Mit ihrer Gastfreundschaft haben sie für ein einmaliges vinologisches und sportliches Highlight in Geisenheim gesorgt.


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