Matthias Gutzler will die WEINELF mit seiner Erfahrung von einem DFB-Pokal-Tor zum Europameister-Titel schießen

Matthias Gutzler stürmt für die WEINELF © Hochschule Geisenheim / Winfried Schönbach

Es ist gut zehn Jahre her, da hat Matthias Gutzler als Student der Internationalen Weinwirtschaft am Fachbereich Geisenheim der Hochschule Rhein-Main an einem Konzept für die damals frisch aus der Taufe gehobene Nationalmannschaft der Weinbranche, die WEINELF, mitgearbeitet. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und uns am Profifußball orientiert“, erzählt Gutzler. „Dafür haben wir im Seminar Produkt- und Eventmanagement eine eher mittelmäßige Note bekommen. Eine ganze Reihe unserer Vorschläge wurde bis heute aber umgesetzt“, schmunzelt er.

Das heißt: Die dritte Halbzeit, die Repräsentation des Kulturgutes Wein, steht natürlich nach wie vor im Fokus, der sportliche Anspruch der WEINELF ist über die Zeit aber deutlich gestiegen, die Trainingseinheiten und die Spiele werden professioneller. Mit der Winzer-Euro, die vom 26. bis 28. Mai 2016 im Rheingau und der Mainzer Coface-Arena stattfindet, ist ein neuer Höhepunkt erreicht.

Qualität und persönliche Betreuung zeichnen das Studium an der Hochschule Geisenheim aus

Als Gutzler das erste Mal mit der WEINELF auf dem Platz stand, war das noch in Reihen des Gegners, als Spieler der Mannschaft der rheinhessischen Jungwinzervereinigung „Massage in a bottle“. „Das Kicken war für mich immer eine gute Ergänzung und Abwechslung zum Studium“, sagt der Stürmer, der bereits in der Regionalliga aktiv war. Dass er als Student in Geisenheim gelandet ist, verdankt er der Einführung des Studiengangs Internationale Weinwirtschaft 2003. „Weinbau & Oenologie wäre nichts für mich gewesen, obwohl ich aus einer Winzerfamilie komme. Für mich als gelernten Bürokaufmann war das wirtschaftliche Element einfach wichtiger“, erzählt er.

Das Studium an der Hochschule Geisenheim kennzeichnen seiner Erfahrung nach vor allem die Qualität und Expertise der Lehrenden sowie die sehr persönliche Betreuung der Studierenden durch die Mitarbeiter der Hochschule. Heute betreut Gutzler andere: Er ist als Berufsschullehrer und in der Beratung von Betrieben der Weinbranche für das Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Oppenheim aktiv. „Die Kontakte, die ich im Studium und in der WEINELF geknüpft habe, helfen mir beim Ausüben meiner Arbeit oft weiter“, erzählt er.

„Vielleicht gelingt mir im Finale das entscheidende Tor“

Denn in der WEINELF habe man nicht nur viel Spaß, sondern treffe immer wieder interessante Leute und bekomme frische Impulse, die man aufgreifen könne. „Spannende Gespräche oder auch Fachexkursionen mit Schulklassen in die Betriebe der Teamkollegen: Man tauscht sich aus und unterstützt sich gegenseitig“, so Gutzler. Für junge aufstrebende Nachwuchswinzer mit Spaß am Fußball sei die WEINELF „eine Art Mentorenprogramm. Die jungen können von den Erfahrungen der älteren Mitglieder profitieren.“

In Sachen großer Fußball-Kulisse und Gänsehautmomenten ist Gutzler Experte: Als Amateurkicker von Wormatia Worms hat er 2007 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Mainz 05 kurz vor der Pause für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. Emotionale Momente wie damals wünscht sich der Stürmer auch für die anstehende Europameisterschaft der Winzer. „Wir wollen vor großem Publikum das Finale in der Mainzer Coface-Arena bestreiten. Unsere Mission ist die Titelverteidigung“, gibt er die Stoßrichtung vor. „Ich freue mich, beim Erreichen dieses Ziels mitwirken zu können. Vielleicht gelingt mir im Finale ja sogar das entscheidende Tor“, hofft Gutzler. Und eines muss er dann doch eingestehen: „Ein so großes Event wie die bevorstehende Europameisterschaft der Winzer haben selbst wir in unserem Konzept damals nicht vorgesehen.“


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