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Fragen an Robert Lönarz, Präsident der Fußballnationalmannschaft der Winzer („WEINELF“)

Zwei Spielorte, sechs Mannschaften, zahlreiche Prominente und drei Halbzeiten – in Kürze geht sie los, die Fußball-Europameisterschaft der Winzer, kurz WINZER-EURO 2016. Anpfiff zur Vorrunde und zum Halbfinale ist am 26. Mai im Rheingau-Stadion in Geisenheim. Das Finale findet am 28. Mai in der Mainzer Coface Arena statt – und zählt damit zu den Veranstaltungshöhepunkten im Rheinhessen-Jubiläumsjahr. Das Zentrum der Aktivitäten ist die Hochschule Geisenheim University.

Redaktion: Herr Lönarz, die Idee einer Winzer-Fußball-Nationalmannschaft mit einer eigenen Winzer-Europameisterschaft klingt ziemlich verrückt. Können Sie uns bitte erklären, wie Winzer aus den Weinbergen in ein Erstliga-Stadion kommen?

Robert Lönarz:  Das war ein durchaus langer Weg, aber nie verrückt. Wein und Fußball sind zwei Kulturgüter, die wir alle mögen. Viele Winzer mussten in jungen Jahren den Fußballschuh an den Nagel hängen, auch wenn sie vielleicht sogar aufgrund ihres Talentes auf dem Weg in den Profifußball waren. Aber ein Weingut erfordert einfach alle Zeit, Kraft und Leidenschaft. Mit der Gründung der WEINELF Deutschland, vor jetzt gut zehn Jahren (2005) gab es wieder eine Option, beides zu verbinden. Was gibt es Schöneres?!

Redaktion: Ist Ihre Mannschaft demnach eine Hobby-Truppe, die gerne Fußball spielt und Weine trinkt?

Robert Lönarz: Die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz – und im Wein. Logisch also, dass bei einer Europameisterschaft der Winzer auch das vinologische Element nicht zu kurz kommt. Die sogenannte „dritte Halbzeit“ schließt sich traditionell an alle Fußball-Partien der Winzer an und gilt dem Kulturgut Wein. So wird auf dem Gelände der Coface Arena ein Wein- und Erlebnisdorf aufgebaut, in dem Weine und kulinarische Spezialitäten aus den teilnehmenden Nationen Deutschland, Italien, Slowenien, Österreich, Ungarn und der Schweiz verkostet werden. Unsere Ambitionen, auch sportliche Ziele zu erreichen, zeigen sich in der Betreuung durch einen namhaften Trainer –  Erich Rutemöller. Beim Sport ist Wein denkbar ungeeignet, aber nach dem Sport ist ein moderater Weingenuss ein wunderbarer Begleiter, um mit Freunden schöne Stunden zu erleben. Wir sind Wein-Profis, daher bleibt das Fußballspielen ein schönes Hobby, jedoch mit dem Ziel, für einen guten Zweck möglichst viel zu erreichen.

Redaktion: Wie ist die Idee einer Europameisterschaft entstanden?

Robert Lönarz: Alles begann mit einem Länderturnier in der Toskana, zu welchem uns der Winzer-Sohn und WEINELF-Ehrenkapitän Dr. Franz Josef Jung im Jahr 2008, damals als amtierender Bundesminister der  Verteidigung,  ermutigt hatte. Bei Luigi Brunetti, ehemaliger Besitzer des „Alter Haferkasten“ in Neu-Isenburg, im Agrihotel Elisabetha in Cecina, spielten wir mit Thomas Berthold und Hans-Peter Briegel (beide leider im Team Italiens) die ersten EM-Länderspiele. Vorher war schon eine Auswahl aus Österreich unser Kontrahent bei einem Match im Münchner Olympiastadion. Nach Italien folgte Ungarn, dann Österreich und danach die Schweiz. Zu Beginn war der Rhythmus jährlich, seit der Euro in Österreich alle zwei Jahre. 2018 wird demnach Slowenien Austragungsort sein. „Winzer kicken gegen Winzer“ war die ursprüngliche Idee, die über vier Europameisterschaften immer weiter entwickelt wurde. Wir haben uns zusätzlich entschieden, für einen guten Zweck zu spielen und unsere Freude am Fußball und Wein nicht nur mit unseren internationalen Winzer-Freunden zu teilen, sondern auch Wein- und Fußballfreunde einzubinden.

Redaktion: Warum haben Sie sich für die Austragungsorte im Rheingau und Rheinhessen entschieden? Und warum Mainz als Finalort?

Robert Lönarz: Die Entscheidung für Mainz als Finalort fiel aus drei Gründen: Zum einen ist die Stadt ausgezeichnet als „Great Wine Capital“, sie ist fußballbegeistert und letztendlich feiert die Region Rheinhessen im Jahr 2016 ihr 200-jähriges Jubiläum. Die WINZER-EURO 2016 zählt zu den Veranstaltungshöhepunkten des Jubiläumsprogramms. Damit war überhaupt auch erst die Option „Coface-Arena“ möglich, für die wir uns sehr bei den Verantwortlichen des FSV Mainz 05 bedanken möchten! Der Rheingau mit seinen weltbekannten Weingütern und Rheinhessen mit den wunderschönen Hügellandschaften liegen nur durch den Rhein getrennt nebeneinander. Hier haben wir kurze Wege zu den Spielstätten, unzählige tolle Weingüter und wunderbare Kulturlandschaften, also alles, um unseren europäischen Gästen die Wein- und Fußballnation Deutschland zu präsentieren.

  

Redaktion: Wie entstand die Entscheidung, die Giovane-Elber-Stiftung zu unterstützen?

Robert Lönarz: Giovane Elber war ein großer Fußballer, sehr sympathisch und familiär. Er schätzt gute Weine, die er gerne zusammen mit Freunden genießt. Wir hatten vor zwei Jahren die Möglichkeit, mit einer Weinpaketaktion einen kleinen Betrag einzuspielen – den Scheck konnte er damals sogar persönlich entgegennehmen – und unsere Ehrenmitgliedschaft ebenso. Wir sind seitdem im engen Kontakt auch mit dem Vorsitzenden der Stiftung – Richard Schrade aus Stuttgart. Giovane, seine Frau und Kinder leben die Stiftung vor Ort und jeder Cent wird gut eingesetzt. Daher war für uns klar, dass wir uns dieser Stiftung anschließen. 

Redaktion: Beim Fußball denkt man eher an Bier als begleitendes Getränk. Warum passen Wein und Fußball zusammen?

Robert Lönarz: Ein kühles Bier nach dem Spiel ist etwas Einmaliges, das ist unbestreitbar! In der alkoholfreien Variante ist es zudem auch isotonisch und gut, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Da passt definitiv kein Wein hin. Aber danach oder für die Zuschauer – Wein und Fußball sind Genuss- und Kulturgüter. Beide regen zur emotionalen Diskussion an, lange nachdem das Spiel aus ist beziehungsweise der Wein getrunken ist. Ein Spiel hat tausend Facetten, ein Wein hat tausende Aromen. Wein hat Heimat und Charakter.

Mein Bild im Kopf: „An einem schönen Frühlingstag bei Sonnenschein Fußball schauen und einen gut gekühlten Weißwein in einem schönen Glas in der Hand halten, von einem Top-Winzer z.B. Kapitän Philipp Wittmann, der parallel auf dem Spielfeld agiert. Das hat doch etwas. In der Mixed Zone klärt man dann Fragen zum Spiel oder zum Wein.

Redaktion: Die Veranstaltung wirkt komplex. Mehrere Spielorte, ein großes Bundesligastadion als Spielstätte, zahlreiche prominente Unterstützung, Schirmherrschaft von Innenminister Peter Beuth und der nicht mehr amtierenden, aber dem Wein nach wie vor verbundenen Weinbauministerin Ulrike Höfken – wie organsiert man eine solche Europameisterschaft?

Robert Lönarz: Ja, es hat sich etwas Großes entwickelt, aber wir haben immer darauf geachtet, dass es noch überschaubar bleibt. In erster Linie muss man natürlich den Mitgliedern der WEINELF Deutschland e.V. sehr danken, die durch eine private Einlage die finanzielle Grundlage erst geschaffen haben. Anschießend haben wir zahlreiche großartige Partner gefunden, die unsere Idee auch monetär unterstützen. Es macht einen Riesenspaß, mit allen gemeinsam diesen Event zu entwickeln, der sicherlich in Größe und Umfang einmalig bleiben wird. Mit der Geschäftsstelle an der bekannten Wein-„Uni“ Hochschule Geisenheim University als Dreh- und Angelpunkt aller Aktionen, einem Organisationskomitee mit großen Namen u.a. der deutschen Weinwirtschaft, einer ambitionierten Projektleiterin und einer Vielzahl von freiwilligen Volunteers, u.a. der Sommelierschule Koblenz, wird auch eine solche Veranstaltung organisierbar. Man kann nur allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ein großes Kompliment aussprechen. Ich bin mir sicher, jeder der mitgemacht hat, wird es nie vergessen. Aber Erholung wird sicherlich nach der WINZER-EURO 2016 nicht nur bei den Spielern notwendig sein.

Redaktion: Wie geht es nach der Winzer-Euro 2016 weiter?

Robert Lönarz: Egal ob mit Titel oder ohne, wir werden weiterhin als Fußball-Nationalmannschaft der Winzer unsere Freude und unseren Spaß an Fußball und Wein haben.  Die DFB-Kulturstiftung hat signalisiert, dass wir eine ideelle Partnerschaft eingehen dürfen. Unser Spielplan wird sich daher national wie international noch stärker auf Benefiz- und Kulturveranstaltungen ausrichten. Wie gibt es Schöneres!

Redaktion: Wer wird Fußball-Europameister der Winzer 2016?

Robert Lönarz: Natürlich heißt unser Ziel: Titelverteidigung! Aber wir wissen, wie schwer das in diesem Jahr wieder sein wird. Alle Nationen haben sich deutlich verstärkt. Wir werden sicherlich interessante und gute Spiele sehen. Bei einem so kurzen Turnier spielt die Tagesform eine große Rolle. Aber wir geben alles, das haben unsere großartigen Partner und Weinfreunde verdient!

Und natürlich möchten wir unserer DFB-Fußball-Nationalmannschaft um Jogi Löw mit gutem Beispiel für Frankreich vorangehen.

Über WinzerEuro2016 mit einem K(l)ick

www.winzer-euro2016.de

www.facebook.com/winzereuro2016

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