Stuart Pigott begeistert die Gäste der Preisverleihung

Die-Preistraeger-Andrii-Tarasov-und-Helen-Schumacher

Zwei herausragende Masterarbeiten mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten standen im Fokus der 7. Preisverleihung der Gerd Erbslöh Stiftung am 22. Juni 2016. „Beide aber wurden in einer derart überzeugenden Manier durchgeführt, dass wir nicht anders konnten, als sie auszuzeichnen“, lobte der ehemalige Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim und Mitglied des Stiftungs-Kuratoriums, Prof. Dr. Klaus Schaller. In Anwesenheit von Stiftungsgründer Gerd Erbslöh überreichte er die Preise an Helen Kathleen Schumacher und Dr. Andrii Tarasov. Bei der Ehrung gab sich auch der britische Weinjournalist und Autor Stuart Pigott die Ehre.

Pigott, der selbst zwei Semester an unserer Hochschule studiert hat, stimmte die Gäste mit seinem Vortrag „Riesling ist nicht mehr (nur) eine deutsche Traubensorte“ auf die feierliche Preisverleihung ein. Jedes Jahr lerne er neue Weine kennen, erzählt der Wahl-Berliner. Es seien tolle Weine aus Ortschaften, deren Namen er noch nie gehört habe. „Und die Winzer saßen früher genau hier. Jemand kann aus einem Ort kommen, wo nur schlechter Wein gemacht wird. Er macht ein Auslandspraktikum, geht nach Geisenheim – und kann direkt gute Weine machen“, lobte der britische Weinliebhaber.

Mit Problemen der Weinherstellung und passenden Lösungsansätzen beschäftigte sich Preisträger Dr. Andrii Tarasov in seiner Arbeit „Kinetics of 2,4,6-trichloranisole (TCA) migration to wine from contaminated atmosphere through different wine closures. The application of TCA barriers on the closures“. Der promovierten Chemiker untersuchte, wie gut verschiedene Verschlüsse das Eindringen von atmosphärischen Verunreinigungen, die für den muffigen Korkgeschmack von Wein verantwortlich sein können, unterbinden.

Völlig frei von vinologischen Einflüssen ist dagegen die preisgekrönte Masterarbeit „Untersuchungen zur Fermentation von Theobroma cacao L.“ von Helen Kathleen Schumacher, Absolventin der Getränketechnologie. „Die Arbeit passt aber trotzdem gut nach Geisenheim. Schließlich können es auch Weinhefen sein, die für die Bildung von Aromastoffen im Kakao verantwortlich sind“, erläutert die Preisträgerin. Ihr Ansatz war es, die Spontangärung von Kakao genauer zu betrachten, um daraus Möglichkeiten zur Steuerung des Fermentationsprozesses und damit zur Qualitätsverbesserung zu entwickeln.

Schumachers Betreuer, Dr. Christian von Wallbrunn, lobte die Pionierarbeit seines Schützlings, der mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen hatte. „Wir sprechen hier von einer Frucht, die tausende Kilometer entfernt wächst und an die man erstmal rankommen muss. Wenn die Bohnen dann zehn Tage beim Zoll hängen bleiben, ist das natürlich auch nicht einfach“, so der Dozent. Prof. Dr. Rainer Jung, der die Laudatio für Dr. Andrii Tarasov hielt, freute sich besonders, dass der Preisträger der Hochschule Geisenheim am Institut für Oenologie noch mindestens zwei Jahre erhalten bleibt. „Er ist ein toller Wissenschaftler, ein sehr angenehmer Mensch und mit seiner Vorbildung ein wichtiges Bindeglied zur Analytik“, so Jung.


Keine Kommentare möglich.