Master-Studentinnen der Getränketechnologie entwickeln ein veganes Gurkeneis

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Gurkeneis, ist das nicht ein bisschen schleimig? „Unsere Tester haben vorher auch alle gesagt, „Gurkeneis, ihgitt“, aber hinterher waren sie durchweg positiv überrascht“, erzählt Eva Heinz, Master-Studentin der Getränketechnologie an der Hochschule Geisenheim. Gemeinsam mit ihren Kommilitoninnen Claudia Manns und Freya von Tautphoeus hat sie im Modul Getränkeentwicklung GreenCream, das vegane Gurkeneis mit Lupine und Limette, entwickelt. Aber Moment mal: Getränkeentwicklung und Eis?

„Wir waren bei der Wahl unseres Produktes vollkommen frei“, erklärt Freya von Tautphoeus. Zunächst hatten die Studierenden über eine Gurkenlimonade oder ein im Dunkel fluoreszierendes Partygetränk nachgedacht. „Wir haben viel mit Kreativitätstechniken gearbeitet und sind so schließlich auf Eis gekommen“, ergänzt Claudia Manns. Dozent Dr. Claus-Dieter Patz war einverstanden, also dachte das Trio: Warum nicht? Anhand von bestehenden Rezepturen probierten die drei in der gemeinsamen WG-Küche verschiedene Rezepturen aus. „Die Maschine lief jedes Wochenende, zu jeder Tages- und Nachtzeit“, erzählt Manns weiter.gurkeneis-1

„Man findet Geisenheimer einfach überall“

Mit dem Zucker-Säure-Verhältnis haben die angehenden Getränketechnologinnen experimentiert, mit Lupineiweiß und Inulin. „Das verbessert die Struktur und kann gut deklariert werden“, so die 26-jährige Manns. An die Hochschule Geisenheim kam sie erst für das Master-Studium. Nach dem Bachelor in Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie wollte sie sich spezialisieren. „Das Studium ist hier viel praxisorientierter als ich es gewohnt war“, berichtet Manns. „Man geht in die Firmen, das hat mir persönlich gutgetan.“ Für ihre Master-Arbeit über alternative Schönungsmittel für Fruchtsäfte macht sie Praxisversuche am Bodensee. Auch in der Firma am Bodensee war ein Geisenheimer. „Man findet Geisenheimer einfach überall“, lacht sie.gurkeneis-3

Ihre Kommilitoninnen dagegen kennen den Rheingau schon länger; Freya von Tautphoeus hat im Bachelor Weinbau & Oenologie studiert, bevor sie zum Master-Studium ins Getränketechnologische Zentrum wechselte. Eva Heinz hat in Kiedrich die Ausbildung zur Winzerin absolviert, sich im Anschluss aber direkt für das Studium der Getränketechnologie entschieden. „Weinbau an sich hat mich nach der Ausbildung nicht mehr gereizt“, erklärt die 27-Jährige. Ihre Master-Thesis über die Hefeidentifizierung in spontan vergorenem Kirschwein schreibt sie in Zusammenarbeit mit einer dänischen Firma, bei der sie auch schon ihr Berufspraktisches Semester verbracht hat. Nach ihrem Abschluss würde sie gern eine Stelle in Qualitätssicherung oder -management antreten. „Mit einem Master-Abschluss ist es auch deutlich leichter, in Führungspositionen in diesem Bereich zu kommen“, meint Heinz.

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„In der Getränketechnologie ist Geisenheim definitiv eine gute Adresse“

Auf von Tautphoeus warten zuhause im fränkischen Familienunternehmen ein Handelsbetrieb mit Weinlabor und kleiner Lebensmittelproduktion. „Und mit einem Bachelor kann ich keine 14 Mitarbeiter führen“, sagt die 28-Jährige. Der Master Getränketechnologie war für sie die richtige Wahl. „Hier stehen Analytik und Qualitätsmanagement viel mehr im Fokus als im Weinbau. Wir lernen alles Wesentliche über Dokumentation, Hygiene und Standards. Mir hilft das, wenn ich später im Unternehmen ein Audit vorbereiten muss“, meint von Tautphoeus, deren Master-Arbeit sich um die Enzymierung von Kolloiden, also Ballaststoffen, aus Lindenblüten dreht.

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Dazu kommt: „In der Getränkeindustrie ist Geisenheim definitiv eine gute Adresse. Die Hochschule hat sehr viele hochkarätige Dozenten mit viel Fachwissen. Bei unserer Produktentwicklung wurden wir sehr unterstützt und unser Engagement wurde honoriert“, lobt die 28-jährige Fränkin. Das können auch ihre Kommilitoninnen unterschrieben. „Die Dozenten versorgen Dich sogar mit Stellenanzeigen, es ist ein beinahe familiäres Miteinander“, so Heinz. „Wenn mal etwas schief geht, kann man zu allen Lehrkräften hingehen und dann heißt es, ‚Wir schaffen das schon!‘“

Studium der Getränketechnologie & GreenCream: Zwei echte Genüsse

Mit Bravour gemeistert haben die drei auch das Modul Getränkeentwicklung – und das, obwohl Heinz und Manns die Credits gar nicht mehr gebraucht haben. „Wir haben das einfach aus Interesse gemacht“, erzählen die beiden. Mit ihrem Gurkeneis, für das sie auch Verpackung und Etikett selbst gestaltet haben, haben sie viel Lob eingeheimst. „Unser Dozent Herr Patz war unser größter Verkoster“, erinnert sich Heinz. Sie selbst würde nach ihren Erfahrungen im Master-Modul „zu einer Stelle in der Produktentwicklung auch nicht ‚Nein‘ sagen‘“. Von Tautphoeus indes denkt noch nicht an den Beruf. „Es macht so viel Spaß hier, ich genieße das Master-Studium noch solange ich kann.“

Wer sich für das Studium der Getränketechnologie interessiert, hat Gelegenheit, am 5. November 2016 beim Studieninfotag die Hochschule und das Studienangebot in Geisenheim kennenzulernen. Das Programm gibt es unter: http://hs-geisenheim.de/studieninfotag

 


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