Ein Erfahrungsbericht von Landschaftsarchitektur-Studentin Birgit Weimann

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26 Stunden lang zeichnen? Viele von uns haben sich gefragt, ob sie das durchhalten. Am vorletzten Wochenende im Oktober fand das Zeichenseminar mit Daniel Nies, Autor des Buchs „Zeichnen in der Gartengestaltung“, in der Villa Monrepos statt. 60 Studierende der Landschaftsarchitektur der Hochschule Geisenheim nahmen teil. Die geplanten Inhalte waren uns bestens bekannt: Ansichten, Axonometrien, Isometrien und Perspektiven standen auf dem Plan. Was folgte war atemberaubendes Tempo und die Ermunterung, sich zu trauen und nach Gefühl zu zeichnen. Daniel Nies versprühte eine positive, das ganze Wochenende andauernde Freude am Zeichnen, die uns alle mitriss.

Mit perfekter Technik ausgestattet erklärte Daniel Nies uns anhand von Mitmach-Übungen gut verständlich das Zeichnen von Häusern, Fensterleibungen und Mobiliar in den verschiedenen 3D-Darstellungen. Was er auf dem Zeichentisch tat, konnten wir auf der Leinwand mitverfolgen. Wir planten unseren eigenen Entwurf eines kleinen Gartens mit Terrasse, Saunahaus und Naturpool. Um die fiktiven Besitzer von unseren Ideen zu überzeugen, erstellten wir Isometrien und Perspektiven aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Terrassen wurden mit Möbeln bestückt, auf dem Rasen spielte ein Kind und natürlich durfte auch ein Sonnenschirm nicht fehlen.

Zur Entspannung der Arme und Hände wurden immer wieder Lockerungsübungen eingestreut, die teilweise etwas ungewohnt waren. Das Lach-Yoga sorgte für viel Gelächter und brachte positive Stimmung in den Raum.

Die Geschwindigkeit, mit der Daniel Nies Perspektiven konstruierte, durchzeichnete und kolorierte, ließ uns keine Zeit, zu verschnaufen. Jauchzend verkündete er uns, den vertikalen Fluchtpunkt anhand einer sexy Sonnenliege erklären zu wollen. Er war eine sprudelnde Quelle von Tipps, Tricks und ungewöhnlichen Ideen rund ums Zeichnen und Kolorieren. Am Ende flogen auch unsere Finger übers Papier und die Ergebnisse können sich echt sehen lassen.

In Zeiten von CAD und Photoshop sehen die meisten Pläne gleich aus. Niemand zeichnet mehr von Hand. Die digitalen Medien mit eigenen Zeichnungen zu kombinieren, bietet die Möglichkeit, einen unverwechselbaren Stil zu entwickeln, der sich abhebt und auffällt. Außerdem kann man den Kunden durch eine mal eben skizzierte 3D-Darstellung einer Gartensituation beeindrucken. Also ein gutes Werkzeug für beruflichen Erfolg. Daniel Nies gab uns den Rat: zeichnen, zeichnen, zeichnen. Unsere Meinung zu diesem Workshop: „Ho ho, hahaha – sehr gut, sehr gut – YEAH!“

Das Seminar unter dem Titel „Räumliches Zeichnen“ stand Studierenden der Landschaftsarchitektur aller Semester offen. Die Zahl der Interessenten überstieg die Kapazität des Kurses, der von freitags bis sonntags – dabei Samstag sogar von 9.30 bis 22.30 Uhr – stattfand, bei Weitem. Großzügig bezuschusst wurde das Seminar aus QSL-Mittel, sodass der Selbstkostenbeitrag der 60 Teilnehmenden deutlich geringer ausfiel.


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