Hochschule Geisenheim unterstützt studierfähige Flüchtlinge im Rheingau bei der sprachlichen und sozialen Integration

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Stadt, Land, Kultur: Das sind – neben dem Wetter – die Top-Themen, wenn Paula Faber und Max Tafel mit den Flüchtlingen unterwegs sind, die derzeit an den Förderprogrammen Integra und Welcome an der Hochschule Geisenheim teilnehmen. Die Programme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sollen helfen, studierfähige Flüchtlinge auf ein Studium in Deutschland vorzubereiten. Die vom DAAD geförderten Maßnahmen werden gemeinsam vom International Office, dem Sprachenzentrum sowie dem Integrationsbeauftragten der Hochschule Geisenheim, Dr. Moustafa Selim, umgesetzt. Mit Integra bietet die Hochschule einen intensiven Deutsch-Kurs für Flüchtlinge an, die in ihrer Heimat die Hochschulzugangsberechtigung erlangt oder sogar schon studiert haben. Bei Welcome steht die soziale Integration im Fokus.

Von Flirttipps und Fahrtkostenerstattung

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Der Integrationsbeauftragte der Hochschule Geisenheim, Dr. Moustafa Selim, mit den studentischen Hilfskräften Paula Faber und Max Tafel.

„Es ist wichtig, dass die Flüchtlinge mit jungen Leuten in Kontakt kommen“, sagt Paula. Die 21-Jährige hat bereits ihre Qualifizierung zur ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuerin bei der Caritas gemacht und ist jetzt als studentische Hilfskraft im DAAD-Projekt tätig. „Wir begleiten die Gruppe bei Ausflügen und stehen für alle Fragen rund um das Leben in Deutschland zur Verfügung“, erklärt Paula. Ihr Kollege Max, Master-Student der Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim, ergänzt: „Manchmal geht es um die Erstattung von Fahrtkosten. Die Jungs haben mich aber auch schon gefragt, wie man hier Mädchen anspricht.“

Beide sind begeistert, wie offen und vertrauensvoll die Gruppe ist. „Ihnen ist einfach nur wichtig, dass sie kommunizieren können“, glaubt Max – schließlich sei diese informelle Ebene auch der beste Weg, die deutsche Sprache zu lernen. Gemeinsam mit den internationalen Studierenden der Hochschule Geisenheim haben die Flüchtlinge vor wenigen Wochen einen Ausflug zum Niederwalddenkmal gemacht. „Das war eine super Veranstaltung, bei dem wir die Projekt-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer mit Leuten in ihrem Alter in Kontakt bringen konnten“, erzählt Paula.

„Das ist alles sehr schön für uns“

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Beim Ausflug zum Niederwalddenkmal hatte die gemischte Gruppe sichtlich Spaß.

Auch bei einem Besuch der bunten Buden auf dem Rüdesheimer Weihnachtsmarkt haben Paula und Max mit den Flüchtlingen und den internationalen Studierenden den Kulturaustausch weiter gefördert. Die Gruppe war fasziniert von den deutschen Bräuchen und interessiert an kulturellen und kulinarischen Eigenheiten deutscher Weihnachtsmärkte. Die Schwestern Lama und Enes AlShawakh etwa freuen sich, an solchen Ausflügen und dem Deutschkurs teilnehmen zu können. „Das ist alles sehr schön für uns“, sagt Lama, die in ihrer Heimat Syrien bereits vier Jahre Textilingenieurwesen studiert hat und ihr Studium in Deutschland gerne abschließen würde.

Ihre jüngere Schwester lobt die Unterstützung durch die zwei Studierenden. „Sie sind sehr sympathisch und sehr hilfreich“, sagt sie. Mit den komplizierten deutschen Wörtern hat sie manchmal Schwierigkeiten und übt, wenn Paula nicht zur Hand ist, deshalb in ihrer Unterkunft am liebsten beim Lesen von Kinderbüchern. Ein Lieblingswort hat sie dabei schon gefunden: „Hoffentlich.“ Hoffentlich kann sie in wenigen Monaten ihr Ingenieur-Studium fortsetzen, sagt sie. Und hoffentlich haben sie und ihre Familie eine sichere Zukunft in Deutschland.

Der aktuelle zwölfwöchige Deutschkurs Integra an der Hochschule Geisenheim läuft noch bis Mitte Dezember. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen bis dahin B1-Niveau erreicht haben – das Niveau, das sie auch am Ende eines sechsmonatigen Integrationskurses hätten. Das International Office der Hochschule Geisenheim wird sich auch für 2017 auf die Ausschreibung der beiden DAAD-Programme Integra und Welcome bewerben und auf Fördermittel hoffen. 


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