Integrationsbeauftragter der Hochschule Geisenheim bei der Preisverleihung „Miteinander im Rheingau-Taunus-Kreis“ geehrt

Mit lautem Applaus und enthusiastischen „Dr. Moustafa“-Rufen von Flüchtlingen und anderen Helfern wurde der diesjährige Träger des Demografie-Preises des Rheingau-Taunus-Kreises bei der Übergabe der Auszeichnung am 14. Dezember in der Sporthalle des Schulzentrums Eltville gefeiert. Dr. Moustafa Selim, Wissenschaftler am Institut für Phytomedizin und Integrationsbeauftragter der Hochschule Geisenheim, ist für sein ehrenamtliches Engagement als Flüchtlingshelfer in der Region bei der Preisverleihung „Miteinander im Rheingau-Taunus-Kreis“ mit dem 1. Preis in der Kategorie „Integration durch Eigeninitiative“ geehrt worden. Die Jury um Landrat Burkhard Albers würdigte damit seine Tätigkeit als Dolmetscher, seine Unterstützung von studierwilligen Flüchtlingen sowie sein Bestreben, mit den Vorträgen „Interkulturelle Kompetenz für Flüchtlinge“ und „Interkulturelle Kompetenz für Helfer“ das gegenseitige Verständnis von Rheingauern und Flüchtlingen zu fördern.

„Die Auszeichnung von Dr. Moustafa Selim ist hochverdient, weil er durch seine Aktivitäten auf vielfältige Weise, mit großem Einfühlungsvermögen und weit über die Tätigkeiten an der Hochschule Geisenheim hinaus zur Willkommenskultur und zur Integration von Migrantinnen und Migranten im Rheingau beiträgt. Zudem gibt er aufgrund seiner eigenen Vita ein gutes und erstrebenswertes Beispiel für gelungene Integration“, lobt Prof. Dr. Otmar Löhnertz, Vize-Präsident Lehre der Hochschule Geisenheim, der den gebürtigen Ägypter auf Initiative der Emily-Salzig-Schule Geisenheim und gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Geisenheim für den Preis vorgeschlagen hatte.

Selim unterbrach für die Preisverleihung einen Forschungsaufenthalt in England. „Ich freue mich persönlich natürlich sehr über die Auszeichnung“, so der Preisträger. „Für mich ist sie eine Anerkennung für alle Flüchtlingshelfer in Geisenheim, dem Rheingau und bundesweit. Ich arbeite nie allein und profitiere genauso vom Wissen der anderen Ehrenamtlichen wie von dem der Flüchtlinge, die mir von ihren Erfahrungen hier in Deutschland berichten. So kann ich meine Integrationsvorträge immer weiter entwickeln und an die regionalen Gegebenheiten anpassen.“

Einen Einblick in die Missverständnisse zwischen den Kulturen gab Selim im Beisein von Jo Dreiseitel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, in einem kurzen und pointierten Vortrag. Mit amüsanten Anekdoten über die Fragen nach einer Jagderlaubnis für die herrenlosen Enten auf dem Rhein, über eine für Männer doch mehr als untypische Anzahl von Frauenarztbesuchen innerhalb eines Jahres und die Fragen zum öffentlichen Nahverkehr via Kamel in Kairo brachte er das Publikum wiederholt zum Lachen.


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