Teil 2 der Exkursions-Impressionen aus Äthiopien und Ruanda von Jasmin

Der gestrige Mittwoch war unser letzter Tag in Äthiopien. Nach dem Frühstück führte uns unser Weg hinauf auf den Berg Entoto. Bereits während der Fahrt wurde die Umgebung immer ländlicher. Man sieht viele Frauen und Esel mit sehr großen Brennholzbündeln auf dem Rücken die Straße hinunterlaufen. Auf dem Berg erwartete uns eine schöne Kirche, in die wir leider nicht hinein durften, vor allem aber der ehemalige Wohnsitz des Königs Menelik. Ende des 19. Jahrhundert lebte er hier mit seiner Frau, das Königspaar ist bis heute berühmt und beliebt, da es Äthiopien dem Westen gegenüber geöffnet und das Land modernisiert hat. Auch haben sie Addis Abeba, was in der Landessprache „neue Blüte“ bedeutet, gegründet. Neben den recht einfachen Wohngebäuden konnten wir auch ein Museum besichtigen. Dort waren wertvolle Roben und Geschenke von anderen Ländern ausgestellt.

Am Nachmittag besuchten wir die Awash Winery, wo wir einen interessanten Einblick in die Produktion bekommen konnten. Die Weinberge liegen weit außerhalb von Addis, weshalb wir nur im Keller herumgeführt wurden – dafür aber sehr spezielle Schutzkleidung tragen durften! Eine absolute Besonderheit hier ist neben dem uns bekannten „grape wine“ der „raisin wine“. Dafür werden getrocknete Trauben aus dem Ausland zugekauft und mit Wasser wieder rehydriert, daraufhin abgepresst und vergoren. Dadurch ist ein kontinuierlicher Produktionsprozess über das ganze Jahr möglich. Die zwei Ernten der Weinberge und die Produktion des grape wines machen nur 20 Prozent der insgesamt Millionen Liter Jahresmenge aus. 80 Prozent entfallen auf den raisin wine. Dieses Getränk erinnert zwar an Wein, allerdings eher in verdünnter Form. Die Tour endete mit einem Tasting, das neben vier Weinen (je weiß und rot von beiden Macharten) auch einen speziellen Cocktail enthielt, der sich im Land gerade großer Beliebtheit erfreut: Wein, Bier und Sprite vermischt.

Nach diesem Programmpunkt wagten wir uns noch in die besonders touristenleere Gegend des „Mercato“, der größte Markt Afrikas. Über viele Straßenzüge, in verwinkelte Ecken zieht sich der nach Produkten sortierte Markt, bei dem wirklich nur Einheimische unterwegs sind und auch eher kritisch auf Fotos reagieren, weswegen es keine davon gibt. Im Hotel angekommen durften wir Zeugen einer traditionellen Kaffeezeremonie werden, bevor wir abreisten, um nach Kigali, Ruanda, zu fliegen. Wir nehmen viele Eindrücke von einem spannenden Land mit und freuen uns nun auf den zweiten Teil der Reise!

Im Rahmen einer studiengangsübergreifenden Großen Exkursion lernen neun Studierende aus Geisenheim und neun Studierende der Hochschule Mainz derzeit gemeinsam Land, Leute, Kultur und Kulinarik in Äthiopien und Ruanda kennen. Auf unserem Blog geben sie währenddessen kurze Einblicke und teilen ihre Impressionen.

Hier geht es zu Teil 1.


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