Unternehmen prämiert die vier besten Ideen aus dem offenen studentischen Wettbewerb an der Hochschule Geisenheim

Eine kleine Fläche, deren Gestaltung höchsten Ansprüchen an Ästhetik, Materialverwendung und Verkehrssicherheit genügen muss: Ein Schaugarten ist eine echte Herausforderung für Landschaftsplaner. Deshalb hat sich die Rinn Beton- und Naturstein GmbH & Co. KG für den Entwurf ihres Schaugartens auf der Landesgartenschau Bad Schwalbach 2018 Unterstützung bei den Studierenden der Landschaftsarchitektur der Hochschule Geisenheim geholt. Unter dem Gartenschau-Motto „Natur erleben. Natürlich leben.“ reichten in einem freien studentischen Wettbewerb 27 Studierende 15 ganz individuelle Entwürfe ein, die die nachhaltigen Produkte des Kunden in Szene setzen. Unterstützt wurden sie in der Vorbereitung von Prof. Gerd Helget, Prof. Dr. Andreas Thon und Thomas Muschkullus.

Die Wettbewerbsbetreuung hatten die BPG Landschaftsarchitekten KERL.ZIEGENBRÜCKER. aus Biebertal übernommen. „Wir haben uns an die Richtlinien für Planungswettbewerbe gehalten und die Entwürfe unter der Wahrung der Anonymität geprüft“, berichtet Norbert Kerl. „Damit wollen wir die Studierenden schon frühzeitig an die Arbeitsweise in der freien Wirtschaft heranführen.“ Am gestrigen Mittwoch verkündeten Norbert Kerl und Jochen Lindenstruth, Verkaufsleiter der Rinn Beton- und Naturstein GmbH, die vier Gewinner des Wettbewerbs.

„Außen Stein, innen grün“ überzeugt die Jury

Den größten Eindruck bei der Jury hinterließ der Entwurf von Janka Jung und Adrian Keil mit dem Titel „Außen Stein, innen grün“. Adrian hatte seine Kommilitonin von der Wettbewerbsteilnahme überzeugt – mit dem 1. Platz und dem Preisgeld von 500 Euro hatten beide aber „absolut nicht gerechnet“. Die besondere Herausforderung sei die kleine Planungsfläche von zehn mal zehn Metern gewesen, sagt Adrian, der vorher Umweltingenieurwissenschaften studiert hatte. Der Wechsel in die Landschaftsarchitektur sei „ein ziemlich krasser Switch“ gewesen, die geforderte Kreativität etwas ganz Neues. Aber das Studium macht beiden Gewinnern auch nach drei Semestern noch viel Spaß.

Ihren Entwurf prägen bepflanzte Hochbeete, Bänder aus den natürlichen Materialien Sand, Basalt und Granit sowie ein Wasserbecken mit Quellsteinen und beleuchteten Stelen. Ihre Idee: Sowohl im Inneren der Steine, als auch umrandend werden Pflanzen als Verbindung zwischen den Materialien genutzt. Platz 2 belegte Marie Scholtissek mit ihrer Idee eines grünen Regenwald-Zimmers, dominiert von einer bewachsenen Betonwand mit Wasserbecken und Hängesesseln zum Verweilen. Den 3. Platz teilten sich zwei von der Jury als gleichwertig beurteilte Entwürfe – „Natürlicher Kreislauf“ von Maria Vatter und Elena Simon sowie „Ökologischer Kreislauf“ von Lukas Friedel und Geraldine Bechstein.

Praxisnähe schon im Studium nutzen

„Es ist faszinierend, welch tolle Ideen Sie haben“, lobte Prof. Dr. Otmar Löhnertz, Vize-Präsident Lehre der Hochschule Geisenheim, die Studierenden bei der Prämierung. Er hob auch das Engagement der Betreuer, der Partner und die Praxisnähe im Studium der Landschaftsarchitektur hervor: „Es ist wichtig, nach außen zu gehen, Kontakte zu knüpfen und sich schon im Studium dem Wettbewerb zu stellen.“

„Auch wir waren beeindruckt von der Vielfalt der fünfzehn Entwürfe“, fügte Lindenstruth hinzu. Sein Unternehmen, in dem auch zwei Geisenheimer Alumni beschäftigt sind, kooperiert schon seit Jahren immer wieder mit dem Team um Prof. Gerd Helget. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Arbeit mit den Studierenden aus Geisenheim immer toll funktioniert. Am Gewinnerentwurf müssen wir nur minimale Änderungen vornehmen, um ihn umsetzen zu können.“ Auch Kerl lobt: „Es ist schon überraschend, wie gut die Entwürfe durchgeplant sind. Die Studierenden bekommen in Geisenheim einen sehr guten Grundstock für ihren späteren Berufseinstieg.“

Zu sehen ist der Schaugarten während der Landesgartenschau Bad Schwalbach vom 28. April bis 7. Oktober 2018. Im Rahmen der Landesgartenschau soll zudem ein Forum geschaffen werden, in dem alle teilnehmenden Studierenden ihre Entwürfe über zwei Wochen den Besuchern der Landesgartenschau präsentieren können.


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