Teil 6 der Exkursions-Impressionen aus Äthiopien und Ruanda von Stefan und Lena

Noch von der Sonne geweckt, schlug das Wetter am Montag auf dem Weg zur Universität INES in Ruhengeri um und es begann zu regnen. Nach einer kurzen Eröffnung durch den Direktor entwickelten wir in kleinen Gruppen der Studierenden aller Hochschulen Ideen im Brainstorming. Das Ziel der interkulturellen Zusammenarbeit war, ein Konzept für ein zukunftsfähiges Produkt zu erarbeiten. Nach der Mittagspause ging es in den einzelnen Teams unter anderem ins Labor zur Produktion von Ananassaft und Bohnenmehl. Zwei andere Teams besuchten eine Fruchtweinkellerei und einen kleinen Milchviehbetrieb. Am späten Nachmittag besuchten wir noch einen kleinen regionalen Markt zum Einkaufen. Um 19:00 Uhr brachen wir wie jeden Abend zum Abendessen auf, mit anschließendem Besuch einer Bar.

Auch der zweite Tag an der Universität startete um 9:00 Uhr. Nach einer kurzen Eröffnung begannen alle in den Gruppen ihre Arbeit. Das Ziel: Ein Plakat zur Vermarktung des geplanten Produktes. Nach dem Mittagessen, das wie am Tag zuvor absolut überzeugte, vollendeten alle Gruppen ihre Arbeit. Am Nachmittag bestand wie am Tag zuvor die Möglichkeit, die Fruchtweinkellerei zu besuchen oder auf den heimischen Markt zu fahren. Am Abend trafen sich alle Studenten und Dozenten zum gemeinsamen Abendessen und zur Präsentation der Plakate. Der letzte Abend in Muzanse endete feucht fröhlich und alle Exkursionsteilnehmer waren traurig abzureisen, aber voller Vorfreude auf das nächste Ziel der Reise.

An unserem 8. Tag in Ruanda ging es für die Gruppe nach kurzer organisatorischer Umplanung nach Kinihira auf die Teeplantage eines amerikanischen Investors. Nach einer holprigen Fahrt über rote Sandstraßen durch das Land der tausend Hügel entdeckten wir eine neue Seite von Ruanda. Nach kilometerlanger Fahrt entlang der Teeplantage und durch vereinzelte kleine Siedlungen erreichten wir auf der Spitze eines der 1.000 Hügel die aus Backsteinmauern umgebene Plantage. Die Unterkunft erinnerte an eine Lodge aus den Filmen der 80er Jahre, die das Leben der westlichen Investoren in Afrika widerspiegeln. Tatsächlich geht die Gründung der Fabrik auf das Jahr 1975 zurück. Nach dem wohl besten Buffet seit unseres Reisebeginns brach die Gruppe rund um glücklich zur Führung durch die fünf Produktions- und Fertigungshallen auf. In zwei Gruppen aufgeteilt, wurden uns die beiden Methoden des Teeherstellungsprozesses nähergebracht. Die Fabrik stellt aus den jungen Blättern der Teepflanze sowohl grünen als auch schwarzen Tee her. Der Unterscheid der Sorten liegt in der Oxidation bzw. Fermentation der Blätter, welche beim Grüntee durch „Steaming“ unterbunden wird. Außerdem erklärte Samuel, unser Guide, die Unterscheidung zwischen orthodox und einfach hergestelltem Schwarztee. Diese beläuft sich auf den Feuchtigkeitsgehalt der Teeblätter nach Trocknung und der Methode zur Aktivierung der Oxidationsenzyme. Nach einer kleinen Verkostung der Muster war noch Zeit für ein Match auf dem Tennisplatz des Guesthouses oder einen Dorfrundgang. Auch hier hat uns wieder das friedliebende und aufgeschlossene Wesen der Ruander mitgerissen. Nach Abschluss des Tages konnten alle von einem gelungenen Besuch auf Sorwathe sprechen.

Im Rahmen einer studiengangsübergreifenden Großen Exkursion haben neun Studierende aus Geisenheim und neun Studierende der Hochschule Mainz in den letzten Wochen gemeinsam Land, Leute, Kultur und Kulinarik in Äthiopien und Ruanda kennen. Auf unserem Blog haben sie währenddessen kurze Einblicke gegeben und ihre Impressionen geteilt.

Hier geht es zu Teil 1 – Geisenheimer Studierende treffen den deutschen Botschafter in Addis Abeba.
Hier geht es zu Teil 2 – Spannende Einblicke in die Produktion von Raisin Wine.
Hier geht es zu Teil 3 – Auf geht’s nach Kigali!
Hier geht es zu Teil 4 – Beeindruckende Natur und das ländliche Ruanda.

Hier geht es zu Teil 5 – Auf Vulkanen und im Kanu.


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