Schutz und nachhaltige Entwicklung von Kulturlandschaften im Fokus von Weiterbildung, Forschung, Netzwerkarbeit

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gründungsveranstaltung © Hochschule Geisenheim

Getrieben von Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung, Klimawandel sowie intensiver Land- und Forstwirtschaft stehen die Akteure der Landschaftsentwicklung unter hohem Modernisierungsdruck. Parallel steigt die rechtlich-administrative Komplexität in der Landschaftsplanung selbst. Die Vielfalt der Herausforderungen und hohe Bedeutung nachhaltiger Konzepte für den Naturhaushalt und dessen Funktionsfähigkeit stellt Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und von Verbänden vermehrt vor Probleme. Um diese auf nationaler Ebene zu lösen, hat die Hochschule Geisenheim mit mehr als 30 Partnern aus allen Bereichen am 4. Mai 2017 das Kompetenzzentrum Kulturlandschaft (KULT) ins Leben gerufen.

Im Fokus der Arbeit des neuen Kompetenzzentrums stehen die Themen Weiterbildung, Forschung und Netzwerkarbeit. Ein verstärkter Austausch zwischen Hochschulen und der Berufspraxis soll dafür sorgen, dass Studierende künftig besser auf die akuten Probleme der Branche vorbereitet und Berufstätige kontinuierlich weitergebildet werden. Gleichzeitig will KULT vermehrt an den brennenden Aufgaben der Landschaftsentwicklung orientierte Forschungsprojekte initiieren und interessierte Verwaltungen, Verbände, Politik und Unternehmen animieren, diese in der täglichen Arbeit umzusetzen.

„Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir Fachleute im Kontext von Kulturlandschaftsentwicklung und Naturschutz in allen wesentlichen Teildisziplinen besser qualifizieren. Wir streben Forschungsarbeiten und -ergebnisse mit höchstmöglicher Praxisrelevanz an und wollen nicht zuletzt dafür sorgen, auch Praxispartnern mit ihren Kompetenzen die aktive Mitarbeit in Forschungsvorhaben zu erleichtern“, so Prof. Dr. Eckhard Jedicke, Leiter des KULT und Professor für Landschaftsentwicklung an der Hochschule Geisenheim. Das KULT solle dafür die an der Hochschule vorhandenen Kompetenzen und externen Sachverstand bündeln. „Im Mittelpunkt steht das Ziel, dass ein als defizitär identifiziertes Thema bearbeitet wird, nicht die Frage, wer das Angebot offeriert“ – das Netzwerk biete für alle Akteure gleichermaßen eine Plattform.

Das KULT versteht sich als Denkfabrik, die den fachlichen Diskurs zwischen den Experten aus den verschiedenen Bereichen der Landschaftsentwicklung – besonders auch der Landnutzer – fördert und daraus konkrete Maßnahmen ableitet: Informationsangebote, ein modulares Fortbildungssystem oder Materialien, die Partner bundesweit verbreiten können.

Zur Auftaktveranstaltung erklärten bereits mehr als 30 Institutionen, Verbände und Büros aus ganz Deutschland ihre Teilnahme am Netzwerk, darunter das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla), der BUND Hessen, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie der NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. und der Verband Deutscher Naturparke e.V. (VDN).

Das KULT ist jederzeit offen für die Mitwirkung weiterer Akteure. Interessierte können sich unter www.hs-geisenheim.de/kult informieren oder per Mail an kulturlandschaft@hs-gm.de direkt Kontakt mit dem KULT-Team um Prof. Dr. Jedicke aufnehmen.


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