Building Information Modeling (BIM) auch im Studium Landschaftsarchitektur an der Hochschule Geisenheim

Prof. Dr. Andreas Thon

„Wir werden Planen und Bauen mit BIM für unsere Infrastrukturprojekte ab 2020 verbindlich machen.“ So beschreibt Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, die Modernisierungsoffensive für die weltweit tätige deutsche Bauindustrie. Die Planungsmethode Building Information Modeling (BIM) findet bisher vor allem im Hochbau, Tiefbau und dem Facilitymanagement Anwendung. In der Fachgruppe „BIM in der Landschaftsarchitektur“ will buildingSMART e. V. nun Standards definieren, die zukünftig auch Freiraumplanern sowie Garten- und Landschaftsbauern das Arbeiten mit BIM ermöglichen. Leiter der neu gegründeten Fachgruppe ist Prof. Dr. Andreas Thon, Professor für Bautechnik in der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Geisenheim.

Mit Hilfe des BIM erfassen Architekten und Planer alle relevanten Bauwerksdaten digital und modellieren diese. Diese Datenbasis dient unter anderem als Grundlage für Kostenkalkulationen; Änderungen an der Projektdatei stehen allen Projektbeteiligten in Echtzeit zur Verfügung. Durch die ständige Synchronisation wird auch die Qualität der Daten verbessert. Der flüssige Informationsaustausch sorgt für einen effizienteren Ablauf des Gesamtprojekts und eine bessere Steuerung über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerkes hinweg.

„In Deutschland findet die Methode des BIM in der Landschaftsarchitektur kaum Anwendung. Garten- und Landschaftsbaufirmen arbeiten teilweise bereits mit einer anwendungsorientierten Planungssoftware, die mit Datenbanken kombiniert ist. Sie nutzen damit, ohne es zu wissen, einen Teilaspekt des BIM. Es gilt, Bewusstsein und Akzeptanz für den darüber hinaus gehenden Nutzen der Planungsmethode zu schaffen“, erläutert Prof. Dr. Andreas Thon. „Auch Freiraumplaner sollen zukünftig von den Vorteilen des BIM profitieren. Um das zu erreichen, hat die fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema höchste Priorität: In der Fachgruppe ‚BIM in der Landschaftsarchitektur‘ müssen wir unter anderem festlegen, welche Baukörper mit welchen Eigenschaftsmerkmalen sowie der genauen Definition ihrer Bestandteile und Qualitäten in BIM übernommen werden.“ Die Fachgruppe sei zudem für die Entwicklung, Einführung und Etablierung von Standards für den Informationsaustausch (IFC-Standards) und die Kommunikation auf der Basis von BIM in der Landschaftsarchitektur zuständig. Dies war auch Thema auf der Internationalen Scientific Practical Conference in Klaipeda, Litauen, im April dieses Jahres, auf der Prof. Dr. Andreas Thon und Alexander Peters referierten.

Um die nächste Generation von Landschaftsplanern und -architekten frühzeitig auf die Anforderungen in der Arbeit mit BIM vorzubereiten, wird die Hochschule Geisenheim die Methodik des BIM bereits ab dem Wintersemester 2017/18 in das Studium der Landschaftsarchitektur integrieren.


Keine Kommentare möglich.