Weinbau und Digitalisierung – passt das zusammen? Wir haben im Vorfeld des Digitalgipfels des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in den Weinbergen im Rheingau nachgeforscht. Mehr zum Digitalgipfel erfahrt ihr hier http://bit.ly/2r6uJx3

Ein Beitrag der Deutschen Telekom mit Interviewpartner Prof. Dr. Manfred Stoll und Alumnus Weingut Freimuth.

 


Tags:

Hochschule Geisenheim präsentiert sich am 14. & 15. Juni 2017 in der Landesausstellung

Geruch und Geschmack sind wichtige Sinne – und hochkomplex. Die Hochschule Geisenheim lädt alle Interessierten ein, auf dem Hessentag 2017 in Rüsselsheim, ihre Nase und Zunge auf die Probe zu stellen. Am 14. & 15. Juni 2017 entdecken Besucherinnen und Besucher in der Landesausstellung des Landes Hessen (Halle 1) Aromen und Gerüche, tauchen ein in die faszinierende Welt der Sensorik und können bei einem Gewinnspiel einen guten Riecher beweisen. Neben dem Aromarad und Quizfragen erwartet gerade kleine Genießer eine eigens für den Hessentag abgefüllte Traubensaft-Schorle aus dem Getränketechnologischen Zentrum unserer Hochschule.

 


Tags: , , , , , ,

Einladung zur Festveranstaltung mit Gastredner Günther Nessel

Am 20. Juni 2017 stehen wieder einmal die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an der Hochschule Geisenheim im Fokus. Die Gerd Erbslöh Stiftung zeichnet dann bereits zum achten Mal zwei von ihnen für herausragende Forschungsleistungen aus. Anlässlich der Preisübergabe hält Günther Nessel einen Vortrag zum Thema „Es kommt auf alle Sinne an“, der sich um die Themen Markenbildung und -bindung im digitalen Zeitalter dreht. Die Veranstaltung steht allen Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule sowie der interessierten Öffentlichkeit offen.

Die Gerd Erbslöh Stiftung zeichnet in diesem Jahr Dr. Anja Bettina Irmler für ihre Promotionsarbeit „Entwicklung, sensorische Beurteilung und analytische Charakterisierung von Frucht- und
Frucht-Gemüsesäften auf der Grundlage von anthocyanreichem Beerenobst“ sowie Dr. Hermann Morast für seine Promotionsarbeit „Analytische und sensorische Untersuchungen zum oenologischen Einsatz phenolischer Extrakte in Spätburgunder und Müller-Thurgau Weinen und deren Verbraucherakzeptanz“ aus. Laudatoren sind Prof. Dr. Helmut Dietrich und Prof. Dr. Rainer Jung. Das Duo Traute Mittlmeier & Joey Becker untermalt das Programm am musikalisch, ein Sektempfang im Anschluss an die Preisverleihung rundet die Veranstaltung ab und gibt den Gästen Raum für Gespräche mit den Preisträgern.

  • Anlass: 8. Preisverleihung der Gerd Erbslöh Stiftung
  • Termin: Dienstag, 20. Juni 2017, 16:00 Uhr
  • Ort: Gerd-Erbslöh-Hörsaal (HS 30)

Tags: , , , ,

Anstoß ist um 18:00 Uhr im Rheingaustadion Geisenheim

Im letzten Jahr trennten sich der FC Campus und die WEINELF bei ihrem traditionellen Duell zum Semesterende 2:2 unentschieden. In diesem Jahr will es das aktuelle Abschlusssemester im Studiengang Weinbau & Oenologie noch besser machen und die Kicker der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Winzer schlagen.

Der Anpfiff für das Match am Donnerstag, den 08. Juni 2017, erfolgt um 18:00 Uhr im Rheingaustadion, Geisenheim. Das Spiel ist eine gemeinsame Veranstaltung des Hochschulsports, des AStA Geisenheim und wird von der VEG – Geisenheim Alumni Association unterstützt. Eingeladen sind alle Fußballkenner und -laien, die sich in netter Gesellschaft einen schönen Abend machen wollen – traditionell auch bei Gegrilltem und Getränken, die der AStA anbietet.


Tags: , ,

Schutz und nachhaltige Entwicklung von Kulturlandschaften im Fokus von Weiterbildung, Forschung, Netzwerkarbeit

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gründungsveranstaltung © Hochschule Geisenheim

Getrieben von Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung, Klimawandel sowie intensiver Land- und Forstwirtschaft stehen die Akteure der Landschaftsentwicklung unter hohem Modernisierungsdruck. Parallel steigt die rechtlich-administrative Komplexität in der Landschaftsplanung selbst. Die Vielfalt der Herausforderungen und hohe Bedeutung nachhaltiger Konzepte für den Naturhaushalt und dessen Funktionsfähigkeit stellt Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und von Verbänden vermehrt vor Probleme. Um diese auf nationaler Ebene zu lösen, hat die Hochschule Geisenheim mit mehr als 30 Partnern aus allen Bereichen am 4. Mai 2017 das Kompetenzzentrum Kulturlandschaft (KULT) ins Leben gerufen.

Im Fokus der Arbeit des neuen Kompetenzzentrums stehen die Themen Weiterbildung, Forschung und Netzwerkarbeit. Ein verstärkter Austausch zwischen Hochschulen und der Berufspraxis soll dafür sorgen, dass Studierende künftig besser auf die akuten Probleme der Branche vorbereitet und Berufstätige kontinuierlich weitergebildet werden. Gleichzeitig will KULT vermehrt an den brennenden Aufgaben der Landschaftsentwicklung orientierte Forschungsprojekte initiieren und interessierte Verwaltungen, Verbände, Politik und Unternehmen animieren, diese in der täglichen Arbeit umzusetzen.

„Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir Fachleute im Kontext von Kulturlandschaftsentwicklung und Naturschutz in allen wesentlichen Teildisziplinen besser qualifizieren. Wir streben Forschungsarbeiten und -ergebnisse mit höchstmöglicher Praxisrelevanz an und wollen nicht zuletzt dafür sorgen, auch Praxispartnern mit ihren Kompetenzen die aktive Mitarbeit in Forschungsvorhaben zu erleichtern“, so Prof. Dr. Eckhard Jedicke, Leiter des KULT und Professor für Landschaftsentwicklung an der Hochschule Geisenheim. Das KULT solle dafür die an der Hochschule vorhandenen Kompetenzen und externen Sachverstand bündeln. „Im Mittelpunkt steht das Ziel, dass ein als defizitär identifiziertes Thema bearbeitet wird, nicht die Frage, wer das Angebot offeriert“ – das Netzwerk biete für alle Akteure gleichermaßen eine Plattform.

Das KULT versteht sich als Denkfabrik, die den fachlichen Diskurs zwischen den Experten aus den verschiedenen Bereichen der Landschaftsentwicklung – besonders auch der Landnutzer – fördert und daraus konkrete Maßnahmen ableitet: Informationsangebote, ein modulares Fortbildungssystem oder Materialien, die Partner bundesweit verbreiten können.

Zur Auftaktveranstaltung erklärten bereits mehr als 30 Institutionen, Verbände und Büros aus ganz Deutschland ihre Teilnahme am Netzwerk, darunter das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla), der BUND Hessen, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie der NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. und der Verband Deutscher Naturparke e.V. (VDN).

Das KULT ist jederzeit offen für die Mitwirkung weiterer Akteure. Interessierte können sich unter www.hs-geisenheim.de/kult informieren oder per Mail an kulturlandschaft@hs-gm.de direkt Kontakt mit dem KULT-Team um Prof. Dr. Jedicke aufnehmen.


Tags: , , , ,

Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und Hochschule Geisenheim erweitern Möglichkeiten beim dualen Studieneinstieg

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und die Hochschule Geisenheim haben ihre Vereinbarung über den dualen Einstieg ins Studium Weinbau & Oenologie ausgeweitet: Auszubildende zur Winzerin oder zum Winzer, die parallel in Geisenheim ihr Studium aufnehmen, können sich ab sofort nach 18 Monaten Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung anmelden.

„Die Hochschule Geisenheim steht für die enge Vernetzung von Forschung, Bildung und Praxis sowie die optimale, individuelle Förderung ihrer Studierenden. Wir freuen uns deshalb, dass wir mit der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ein Modell entwickeln konnten, mit dem angehende Winzerinnen und Winzer ihren Ausbildungsweg noch flexibler gestalten können“, so Prof. Dr. Randolf Kauer, Studiengangsleiter Weinbau & Oenologie an der Hochschule Geisenheim.

Bisher konnten Auszubildende, die die Fach- oder Hochschulreife mitbringen, ihre Lehrzeit auf 24 Monate verkürzen. Wenn sie besondere Leistungen nachweisen, können sie diese jetzt um ein weiteres halbes Jahr reduzieren. Voraussetzung sind unter anderem eine Ausbildungszeit von mindestens 15 Monaten vor Studienbeginn – beispielsweise von Juli 2017 bis September 2018 –, der erfolgreiche Berufsschulbesuch während dieser Zeit und das Bestehen der Zwischenprüfung (Notendurchschnitt jeweils mindestens 2,49) sowie die Teilnahme am außerschulischen Unterricht im Rahmen des Berufsschulbesuchs.

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz lässt diejenigen Auszubildenden vorzeitig zur Abschlussprüfung zu, die zudem die Pflichtmodule der ersten beiden Studiensemester an der Hochschule Geisenheim bestanden haben: Botanik, Chemie, Sensorik, Phytomedizin sowie Lebensmittel- und Weinrecht.

„Auf Grundlage der langjährigen guten Zusammenarbeit mit der Hochschule Geisenheim haben wir das neue Modell entwickelt, das engagierten Jungwinzerinnen und -winzern die Möglichkeit gibt, Ausbildung und Studium noch besser zu verzahnen. Wir sind überzeugt, dass die Studieninhalte in Geisenheim kombiniert mit den Angeboten der Berufsschulen und der intensiven Ausbildungszeit den Nachwuchsfachleuten das notwenige Handwerkszeug für eine erfolgreiche berufliche Zukunft vermittelt. Dank ihrer umfassenden praktischen betrieblichen und akademischen Ausbildung werden sie die Betriebe der Branche voranbringen“, betont Marita Frieden von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.

Die Anmeldung zur vorzeitigen Abschlussprüfung erfolgt in der Regel nach dem dritten Studiensemester zum 1. April eines jeden Jahres. Die bei Studienstart noch fehlenden Ausbildungszeiten vervollständigen die Studierenden während der Semesterferien zwischen dem 2. und 3. Semester. Insgesamt wird es also möglich, Ausbildung und Studium in vier Jahren zu absolvieren. Die Vereinbarung gilt zunächst für Rheinland-Pfalz und soll in den nächsten Jahren auf weitere Bundesländer ausgedehnt werden.

Weitere Informationen und persönliche Beratung:

Prof. Dr. Randolf Kauer, Hochschule Geisenheim University (randolf.kauer@hs-gm.de), und die Ausbildungsberater der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz Steffen Bootz (steffen.bootz@lwk-rlp.de), Rainer Göhl (rainer.goehl@lwk-rlp.de) und Thomas Ibald (thomas.ibald@lwk-rlp.de).


Tags: , , , , , ,

Zwei unserer neuen Professorinnen stellen sich vor

Am 1. Juni 2017 begrüßte unsere Kanzlerin Marion Waldeck das gespannte Publikum und kündigte zweifach geballte Frauenpower an. So referierte Prof. Dr. Simone Loos-Theisen, Arbeitsgruppe Getränketechnologie, Chemie & Sensorik, Zentrum für Analytische Chemie & Mikrobiologie, in ihrem Vortrag über das Thema „Unsere Lebensmittel – Allergenen auf der Spur“, gefolgt von interessanten Einblick in das Thema „Freiräume für eine Gesellschaft im Wandel“ von Prof. Dr. Constanze A. Petrow, Arbeitsgruppe Freiraumplanung, Zentrum für Landschaftsarchitektur & urbanen Gartenbau. Im Anschluss an die Vorlesungen hatten die Gäste bei einem kleinen Umtrunk im Foyer die Gelegenheit, sich mit den neuen Professorinnen auszutauschen.


Tags: , , , ,

Hochschul-Sommerfest am Donnerstag, 22. Juni 2017, ab 15:00 Uhr

Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Alumni aufgepasst: Am 22. Juni 2017 wird an der Hochschule Geisenheim wieder gefeiert! Ab 15:00 Uhr laden das Präsidium, der Personalrat und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) zum traditionellen Hochschul-Sommerfest in den Park hinter dem Verwaltungsgebäude. Die offizielle Begrüßung erfolgt um 16:00 Uhr.

Wir laden Sie ein, gemeinsam einen schönen Nachmittag und Abend zu verbringen. Neben einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm mit Live-Musik und verschiedenen Spiel- und Sportangeboten wird auch in diesem Jahr wieder das Studentenwerk Frankfurt mit einem vielfältigen Angebot für Ihr leibliches Wohl sorgen.


Tags: , , , , ,

Knapp 100 Mitglieder erhielten Einblicke in die Zukunft

Ein Bericht von Klaus Herrmann und Jon Hanf

Die 60. Fachtagung des BDO in Heppenheim an der Bergstraße Anfang Mai stand unter dem Motto Oenologie 6.0 – Fit für die Zukunft? Zugegeben, die 6.0 sind mehr einem kleinen Zahlenspiel geschuldet als dem tatsächlichen digitalen Fortschritt der Oenologie. Aber – um es vorwegzunehmen – die knapp 100 anwesenden Mitglieder kamen in den Genuss eines überaus aufschlussreichen und kurzweiligen Programms. Unser (immer noch) neuer Präsident Prof. Dr. Erik Schweickert begrüßte die Anwesenden im Saal der Bergsträßer Winzergenossenschaft mit dem Hinweis auf die besondere Zahl 60. Immerhin rund 1 Mio. Menschen in Deutschland feiern in diesem Jahr ebenfalls ihren 60. Geburtstag, erläuterte er. Die Fachtagungen des BDO gehörten zu den besonderen Highlights des lebenslangen Lernens einer Oenologin bzw. eines Oenologen, so Schweickert zu den Teilnehmern der Jubiläumstagung. Folgerichtig sei es von essentieller Bedeutung, dass die Oenologen sich fit machten für eine Zukunft, die von Digitalisierung und Automatisierung geprägt sein werde. Vor diesem Hintergrund solle sich jedes BDO-Mitglied selbstkritisch fragen, inwieweit die regelmäßige fachliche Weiterbildung noch zur Selbstverständlichkeit der Mitgliedschaft gehört.

Die Vorträge befassten sich zunächst mit Digitalisierung und Automatisierung in Weinberg und Keller. Das Thema Zukunftssicherung umfasste aber auch den reibungslosen Generationenübergang und die Übergabe an die Betriebsnachfolger, ebenso wie das ständige Reflektieren von Trends und Kundenwünschen, die die Weinstilistik besonders beeinflussen. Zu einer runden Sache machten die Tagung die Verkostung von historischen Rebsorten am Abend und die Besichtigung der Rebschule Antes am nächsten Morgen. Schließlich kennt niemand die nahe Zukunft des Weinbaus besser als die diskrete Zunft der Rebveredler.

Die Tagung startete mit einem für manchen Zuhörer erschreckenden Blick in die nahe Zukunft. Malte Schmeck, B.Sc., vom Spitzencluster Elektromobilität Süd-West (zu der vom Staat getragenen Organisation gehören 80 Firmen und Institutionen), erläuterte, wie Digitalisierung und Elektrifizierung heute schon alle Lebensbereiche durchdringen. Zwar ist die Basis der Elektrotechnik schon weit über 100 Jahre alt, aber der Akku sei noch immer die größte Herausforderung. Malte Schmeck stellte anschaulich dar, wie unser Leben immer weiter vernetzt und ein Löwenanteil der Wertschöpfung in naher Zukunft durch IT-Lösungen generiert werden wird. „Die Cloud hat den PC bereits abgelöst“, sagte er. Das Smartphone sei der Schlüssel zur Technik der Zukunft. Irgendwann wird man seinen Wagen mit dem Smartphone herbeirufen und ebenso wieder in die Garage zurückschicken. Das funktioniert sogar heute schon. Dem Zuhörer stellte sich dabei unweigerlich die Frage: Wer übernimmt in Zukunft wirklich das Steuer? Die unsichtbaren Figuren, die hinter Google, Amazon und Konsorten stecken? Im 20. Jahrhundert wurden dem Menschen durch Mechanik und Maschinen die größten körperlichen Belastungen abgenommen. Nimmt man uns im 21. Jahrhundert neben dem Autofahren auch noch das Denken ab? Alexa scheint zu allem bereit!

Adrian Hofmann von der Firma Scharfenberger, Bad Dürkheim, übersetzte das Thema auf die Situation in Weinberg und Keller. Lesemaschinen sind nach seiner Darstellung heute sehr groß bereifte Computer, die mit der Kelterstation kommunizieren und mitteilen, wieviel Lesegut in welchem Zustand und mit welchem Mostgewicht gleich aus welcher Lage angeliefert wird. Im Keller meldet der Filter an die Pumpe, wenn die Leistung abnimmt, und der Tank wiederum steuert den Abstich selbst. Der Kellermeister überwacht das Geschehen auf seinem Tablet oder Smartphone vom warmen Büro aus. Umgekehrt ist jede Flasche rückverfolgbar bis in die Parzelle, wo die Trauben gelesen wurden. Kommt also bald der autonome Weinkeller? Heißt der Kellermeister der Zukunft auch Alexa? Die Frage nach der Datenhoheit soll an dieser Stelle erst gar nicht gestellt werden.

In sehr kurzweiliger Art setzte Dr. Hans Gerd Severin, nach eigener Aussage Rentner und Student, dem Ausblick in die sehr nahe Zukunft mit seinem Thema Robotik anschließend das Sahnehäubchen auf. Als ausgebildeter Chemiker und lange Jahre sehr erfolgreicher Hersteller von Industrierobotern verstand er es, den gebannten Zuhörern das komplexe Thema nahezubringen. Nach seiner Aussage sind Roboter nicht Konkurrenten des Menschen und Jobkiller, sondern wichtige Garanten unseres Wohlstands. Roboter übernähmen eher die stumpfsinnigen, eintönigen Arbeiten und lieferten so einen Beitrag zur Humanisierung der Arbeitswelt bei gleichzeitiger Steigerung der Produktivität. Aber sie erforderten auch besser ausgebildete Menschen, um sie zu bedienen. Die HMI, die „Human-Machine-Interface“, also die Schnittstelle Maschine-Mensch, sei heute der kritische Punkt. „Bleiben Sie neugierig“, empfahl er den Zuhörern zum Schluss seines Vortrags. Den Tagungsteilnehmern im Saal musste das nicht gesagt werden.

Der zweite Teil des Vormittags war dem Bereich Unternehmensnachfolge gewidmet. Als Einstieg befasste sich Prof. Dr. Andreas Kurth mit der Fragestellung, wie Weingüter „marktgerecht“ bewertet werden können. Dabei zeigte er auf, dass eine reine Substanzbewertung, die in der Praxis häufig Anwendung findet, für wirtschaftlich handelnde Käufer eines Weinguts nicht ausreichte und vielmehr eine zukunftsorientierte Bewertung auf Basis eines fundiert erstellten Business-Plans erfolgen sollte. In der anschließenden Podiumsdiskussion, an der Jürgen Willy (Rolf Willy GmbH/Württemberg), Hans Lang (ehem. Weingut Hans Lang/Rheingau), Markus Klumpp (Weingut Klumpp/Baden), Martin Fischer (Weingut Sonnenhof/Württemberg) sowie Valentin Brodbecker (Wine-Land) teilnahmen, wurden verschiedene Herausforderungen und Fallstricke bei einer familieninternen oder externen Unternehmensübergabe diskutiert und ein bisschen aus den Nähkästchen der Winzerfamilien erzählt.

Der Nachmittag war der Sensorik vorbehalten. Zunächst erzählte die „Geisenheimerin“ Julia Ehrke-Böhm aus ihrem Alltag in der Qualitätssicherung von Ferrero im hessischen Stadtallendorf. Die Zuhörer erfuhren nicht nur, dass auch bei der Verkostung von Schokolade gespuckt wird, sondern dass eine einzige Tagesproduktion von Mon Chéri ausreicht, um eine 357 km lange Pralinen-Linie von der Fabrik in Hessen bis nach Berlin zu legen. 11,9 Mio. Stück werden jeden Tag hergestellt. 15 LKW Zucker werden an diesem Standort des Weltunternehmens Ferrero jeden Tag verarbeitet, und insgesamt 42.000 Kühe produzieren die dafür notwendige Milch. Die Mitarbeiter der Qualitätssicherung müssen dabei nicht nur Schokolade, sondern auch die Rohstoffe Palmfett, Kakaobutter und Nüsse oder Halbfertigprodukte wie Waffeln verkosten. Die Techniken sind dieselben wie bei Getränken: Diskriminierungsprüfung (Dreieckstest), Hedonische Sensorik oder Profilprüfungen. Zu Verkosten gab es schließlich ein neues Produkt, die „Joghurt-Schnitte Himbeere“.

Prof. Dr. Ulrich Fischer schließlich blieb die Aufgabe, den Unterschied aufzuzeigen zwischen den Weinstilistiken von gestern und heute. Dabei bedauerte er den weitgehenden Verlust der Wertigkeit von Lagen und die mangelnde Eignung von Rebsortenangaben, ein besonderes Weinprofil aufzubauen. Als „take home message“ gab er den Zuhörern die Empfehlung mit, sich ein bisschen mehr mit Roséweinen zu befassen, denen er gute Marktchancen einräumt.

Zum Abschluss der Tagung hat der BDO am Samstag die Rebveredlung Antes (Antes Weinbau Service GmbH) in Heppenheim besucht. Hier wurden von Seniorchef Reinhard Antes und den Töchtern Anja und Heike die Herausforderungen der modernen Rebveredlung plastisch erläutert. Da neben den weinbaulichen Herausforderungen immer stärker die Beratung der Kunden hinsichtlich der wirtschaftlichen Konsequenzen der Wahl Unterlage/Klon im Zentrum ihrer Arbeit steht, wurde als gelungener Schlusspunkt der 60. BDO-Fachtagung der Bogen zwischen weinbaulicher Produktion, kellerwirtschaftlichen Herausforderungen und den Anforderungen des Markts geschlagen.

Im Rückblick war die ausgebuchte 60. BDO-Fachtagung eine runde und spannende Sache, die auch unter starker Beteiligung des studentischen Nachwuchses stattfand. Wir danken Otto Guthier, Geschäftsführer der Bergsträßer Winzer e.G., und deren Vorstandsvorsitzenden Reinhard Antes für die umfangreiche Unterstützung und die Gastfreundschaft. Alle BDO-Mitglieder dürfen sich schon heute auf die nächste BDO-Tagung im Jahr 2018 freuen, wenn wieder spannende und kurzweilige Themen geboten werden. Denkt immer daran: Man kommt nie dümmer nach Hause, als man weggegangen ist.

Bildquelle: Tina Kissinger

 

 

 


Tags: , ,


Tags: , , ,

« Neuere Postings - Ältere Postings »